Initiative Maria 2.0
Statements für „die Herren“

Ahlen -

Maria 2.0 heißt die Initiative, in der sich engagierte Katholikinnen für Reformen in ihrer Kirche einsetzen. Am Montag setzten drei Ahlenerinnen die jüngste Aktion der Protestbewegung vor Ort um.

Montag, 22.02.2021, 17:25 Uhr aktualisiert: 22.02.2021, 17:30 Uhr
Diskutieren über die Zukunft der katholischen Kirche und setzen sich für Reformen ein (v.l.): Barbara Portmann-Gawer, Jutta Röben, Maria Dückinghaus und Hildegard Jaschka
Diskutieren über die Zukunft der katholischen Kirche und setzen sich für Reformen ein (v.l.): Barbara Portmann-Gawer, Jutta Röben, Maria Dückinghaus und Hildegard Jaschka Foto: Peter Schniederjürgen

Nach über 500 Jahren gibt es einen neuen Thesenanschlag an den Türen von Kirchen: „Wir hängen unsere Thesen für eine lebendige Kirche an alle katholischen Kirchentüren in Ahlen“, sagt am Montagmorgen Barbara Portmann-Gawer .

Im ganzen Bundesgebiet weisen Frauen der Initiative Maria 2.0 mit dem Thesenanschlag seit Sonntag auf augenfälligen Missstände in der katholischen Kirche hin. „Damit unterstreichen wir unsere Forderungen nach Reformen“, ergänzt Maria Dückinghaus. Wie auch Hildegard Jaschka setzt sie sich für die Ziele mit zahlreichen weiteren Frauen in der Protestbewegung Maria 2.0 ein.

Vielgestaltige Gemeinschaft

Die engagierten Katholikinnen haben sich in dem lockeren Verband zusammengetan mit dem Ziel, ihre Kirche hin zu einer zukunftsfähigen und vielgestaltigen Gemeinschaft zu bewegen. „Wir wollen gerade jetzt zur aktuellen Bischofskonferenz, dass sich die Herren mit unseren Forderungen auseinandersetzen“, betont Hildegard Jaschka.

Sieben Thesen umfasst ihr Protest. Und gerade haben die Frauen ihre Plakate mit ebendiesen Aussagen an der Tür der St.-Marien-Kirche angebracht, da tritt Jutta Röben hinzu. „Zwar bin ich nicht mehr in der Kirche, aber ich möchte Ihnen meine Unterstützung und Sympathie bekunden“, sagt sie mit Blick auf die Frauen. Die drei Katholikinnen freuen sich sichtlich über den Zuspruch von unerwarteter Seite. Schnell ist eine engagierte Diskussion im Gang.

Wenn wir unsere Kirche erhalten wollen, müssen wir sie öffnen.

Barbara Portmann-Gawer

„Wenn wir unsere Kirche erhalten wollen, müssen wir sie öffnen“, fordert Barbara Portmann-Gawer. Wie auch ihre Mitstreiterinnen ist sie der Meinung, dass die Kirche vor allem lebensnäher werden müsse. Statt verknöcherte Strukturen zu erhalten, solle sie sich mehr auf die Menschen ausrichten. Da steht für die Frauen die auch die Abschaffung des Zölibats weit vorn. Genauso wie die Öffnung aller Ämter auch für Frauen. „In der Kirche, wie wir sie wünschen, haben alle Menschen auch gleichen Zugang zu allen Ämtern“, stellt Barbara Portmann-Gawer klar. Denn sowohl die Menschenrechte als auch das Grundgesetz garantierten diese gleichen Rechte aller Menschen. „Nur die katholische Kirche ignoriert das“, grollt Maria Dückinghaus.

Verderblicher Klerikalismus

Aus der männlichen Vormachtstellung ergibt sich nach Ansicht von Maria 2.0 der verderbliche Klerikalismus. Der habe sich zum Grundproblem der katholischen Kirche ausgeweitet. Dieses System bahne Machtmissbrauch den Weg, was wieder zu den bekannten Problemen mit der Transparenz führe.

Darum prangen an den Türen der katholischen Kirchen St. Elisabeth, St. Gottfried, St. Josef, St. Marien und St. Bartholomäus, wie an Tausenden weiteren Kirchen im Land die Thesen, die eine Reform des Systems fordern. „Und das dringend, sonst laufen auch noch die letzten weg“, mahnen die engagierten Katholikinnen.

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