Bedarfsanalyse für neue Stadthalle vorgestellt
Forum nicht „auf Kante nähen“

Ahlen -

Das sogenannte Bürgerforum, das einmal die bestehende Stadthalle ersetzen soll, soll großzügiger und daher wahrscheinlich teurer als bisher veranschlagt werden. Davon geht eine Markt- und Bedarfsanalyse des Stuttgarter Fachbüros „Pan Geo“ aus.

Mittwoch, 24.02.2021, 20:00 Uhr
So eng wie zuletzt in der heutigen Stadthalle werden die Stuhlreihen im künftigen Bürgerforum wohl nicht mehr stehen. Dr. Johannes Feifel rät in seiner Markt- und Bedarfsanalyse zu großzügiger Planung, um im Umland marktfähig zu bleiben.
So eng wie zuletzt in der heutigen Stadthalle werden die Stuhlreihen im künftigen Bürgerforum wohl nicht mehr stehen. Dr. Johannes Feifel rät in seiner Markt- und Bedarfsanalyse zu großzügiger Planung, um im Umland marktfähig zu bleiben. Foto: Gösmann / Montage: Schrievers

Dicht nebeneinander stehende Stühle in einem großen Raum? In Coronazeiten undenkbar. Doch auch für die Zeit danach hält es Dr. Johannes Feifel für sinnvoll, den Abstandsgedanken weiter zu beachten und ebenso mit Blick auf Nachhaltigkeit und Hygiene großzügig zu planen. Fazit: Die künftige Stadthalle, im Planungsverfahren „Neues Bürgerforum“ genannt, dürfe „nicht auf Kante genäht“ werden – und werde somit „sicherlich teurer“ als zunächst anvisiert.

Positive Entwicklung bei Wirtschaftsveranstaltungen

Der Geschäftsführer des Stuttgarter Beratungsunternehmens „Pan Geo“ stellte in der Ratssitzung am Dienstagabend die Markt- und Bedarfsanalyse zu jenem Großprojekt vor, das sich dem Bau eines neuen Rathauses anschließen soll. Für die Analyse seien nicht nur Fachliteratur gewälzt und die Mitbewerber im Umland beobachtet worden, sagte Feifel: „Wir haben Kunden der Stadthalle befragt, alle Unternehmen in Ahlen und einige Interessensverbände und von der Bürgerschaft getragene Vereine angeschrieben.“ Die Bezugswerte stammen allesamt aus der Vor-Corona-Zeit. 96 auswertbare Fragebögen seien für die repräsentative Umfrage auf den Tisch gekommen. „Es gab einen hohen Rücklauf, insbesondere aus der Stadt Ahlen allgemein mit 37 Prozent sowie aus der Bürgerschaft speziell mit rund 62 Prozent.“

Die Marktanalyse zeigt, dass die zunehmende Digitalisierung schon zwischen 2013 und 2019 eine abnehmende Anzahl von Veranstaltungen (223 zu 189) zur Folge hatte. „Es wurden zwar in der Menge weniger, aber die vorhandenen waren in der Tendenz größer. Es gab auch eine überdurchschnittlich positive Entwicklung bei Wirtschaftsveranstaltungen“, so der Referent.

Dr. Johannes Feifel („Pan Geo“) stellte im Rat eine Machbarkeitsstudie zum Bürgerforum vor

Dr. Johannes Feifel („Pan Geo“) stellte im Rat eine Machbarkeitsstudie zum Bürgerforum vor Foto: Peter Harke

Sowohl beim Saalbetrieb als auch im gastronomischen Bereich bescheinigte die Studie der Stadthalle ein hohes Maß an Kompetenz, ein betriebswirtschaftlich vorteilhaftes Management über den eigenen Geschäftsbereich. Was aber durchweg negativ zu Buche schlage, sei die „Hardware“, so Feifel. Funktional nachteilige Räumlichkeiten, verwinkelte wie unübersichtliche Laufwege und teils schwer zu nutzende Ecken seien im Ist-Zustand nur schwer zu „händeln“.

1000 Sitzplätze auf jeden Fall anpeilen

Dr. Johannes Feifel riet dazu, auf jeden Fall eine Kapazität von 1000 Sitzplätzen anzupeilen, um sich bei den Veranstaltungsagenturen am Markt zu behaupten. „Solche Veranstaltungsstätten sind defizitär, aber gewinnbringend“, fasste Dr. Johannes Feifel zusammen und warb dafür, nicht allein den Blick auf die reinen Zahlen zu werden. „Eine solche Einrichtung hat immer auch einen nicht messbaren Mehrwert.“ Stichworte: Wohlfühlfaktor und Alleinstellungsmerkmal.

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