Bericht zur Corona-Lage in Ahlen
Der Disziplin auf die Sprünge geholfen

Ahlen -

Hinter Telgte, Drensteinfurt und Ostbevern liegt Ahlen aktuell beim Sieben-Tage-Inzidenzwert der Corona-Infektionen.

„Wir haben endlich die rote Laterne im Kreis abgegeben“, freute sich Bürgermeister Dr. Alexander Berger am Dienstag.

Mittwoch, 24.02.2021, 21:30 Uhr
Grafisch dargestellt: die Verteilung der ab 15. September 2020 aufgetretenen Corona-Infektionsfälle über das Ahlener Stadtgebiet.
Grafisch dargestellt: die Verteilung der ab 15. September 2020 aufgetretenen Corona-Infektionsfälle über das Ahlener Stadtgebiet. Foto: Kreis Warendorf

Zusammen mit der Leiterin der städtischen Ordnungsbehörde, Gabriele Hoffmann , informierte der Verwaltungschef den Rat über den jüngsten Verlauf der Pandemie seit Jahresbeginn und die ergriffenen Maßnahmen zu de­­ren Eindämmung. Die zuletzt stark rückläufigen Fallzahlen führte Berger auch darauf zurück, „dass die Bürger sehr diszipliniert waren“.

Dass der Disziplin jedoch zuweilen nachgeholfen werden muss, machte die Präsentation von Gabriele Hoffmann deutlich, die auf eigenen Erhebungen wie auf Da­ten des Kreises basierte. So wurden im Zeitraum zwischen dem 1. Januar und dem Tag der Ratssitzung von Ordnungsamt und Polizei insbesondere wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht 91 Buß- und 318 Verwarngelder in einer Gesamthöhe von ca. 39 000 Euro verhängt.

Viele Ansteckungen im privaten Bereich

Hatte es Hoffmann zufolge vor Inkrafttreten der Allgemeinverfügung des Landrats am 1. Februar immer wieder Anzeigen wegen größerer Zusammenkünfte in Privatwohnungen gegeben, so gingen diese dann praktisch auf Null zurück. Eruieren lässt sich der Zusammenhang allerdings nicht, nur vermuten.

Fakt ist: „Die allermeisten Ansteckungen passieren im privaten Bereich“, so laut Hoffmann die Erkenntnis, die eine gemeinsame Ar­beits­grup­pe von Stadt und Kreis anhand eines Abgleichs von Namen und Adressen von Infizierten gewonnen hat. Dabei kam auch heraus, dass es in Ahlen deutlich mehr Haushalte mit mehr als drei oder mehr als vier Infizierten gibt als in anderen Orten im Kreis Warendorf. Dabei handelt es sich häufig um Großfamilien mit Zuwanderungsgeschichte.

Verstärkt setzt die Stadt darum auf „zielgruppenspezifische“ Aufklärung. Dazu gehören ein mittlerweile regelmäßiger Austausch mit den Moscheegemeinden, die seit dem 5. Februar auf Freitagsgebete verzichtet haben, sowie mehrsprachige Infoflyer oder eine direkte Ansprache auf dem Koloniemarkt.

Hilfe bei Buchung von Impfterminen

Die reaktivierte Telefonhotline für Senioren wird nach Gabriele Hoffmanns Worten gut angenommen. „Die älteste Anruferin war 97“, berichtete sie. Stand Dienstag habe es 80 Bitten um Hilfe bei der Buchung ei­nes Impftermins gegeben, 74 Termine hätten vereinbart werden können. „Anrufen und sich helfen lassen lohnt sich auf jeden Fall“, ermuntert die städtische Rechtsdirektorin dazu, das Angebot weiter zu nutzen. Auch der Transport nach Ennigerloh könne bei Bedarf mit Unterstützung durch DRK, Malteser und ein privates Busun­ternehmen organisiert werden.

Mobil im Einsatz ist seit gut ei­ner Woche auch das Team des Schnell­testzen­trums am Wersestadion. Nachdem bereits 442 Schülerinnen und Schüler der Fritz-Winter-Gesamtschule und des Städtischen Gymnasiums getestet wurden – alle negativ – sind Besuche an weiteren Schulen schon fest eingeplant. Der Bürgermeister hob die gute Zusammenarbeit mit den Betreibern hervor: „Das klappt wirklich ausgesprochen gut.“

Ein „dickes Lob“ bekam Gabriele Hoffmann nach ih­rem Vortrag von Rolf Leismann (BMA): Sie und ihre Mitarbeiter hätten „einen sehr guten Job gemacht“. Noch mehr Kontrollen an Hotspots wie der Zeche wünschte sich hingegen FWG-Chef Heinrich Artmann. Eine „schlimme Sache“ sei das, was da am Wochenende los gewesen sei.

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