Behälter bei Bedarf nachbuchbar
Genug Platz in der Gelben Tonne

Ahlen -

Spätestens am 8. März sollen in Ahlen die Gelben Tonnen an die Haushalte verteilt werden. Wer bisher eine 80-, 120- oder 240-Liter-Restmülltonne hat, bekommt automatisch einen 240-Liter-Behälter. Sollte das Volumen nicht reichen, kann nachgeordert werden...

Donnerstag, 25.02.2021, 19:45 Uhr aktualisiert: 26.02.2021, 11:07 Uhr
Bestenfalls im Zwillingsverbund an die Straße: Der Seitenlader greift im Idealfall nach zwei Tonnen. Beim Kippvorgang schickt eine Kamera Bilder aus den Behältern ins Führerhaus. Schlecht für die, die fehlbefüllen. Das fliegt spätestens jetzt auf.
Bestenfalls im Zwillingsverbund an die Straße: Der Seitenlader greift im Idealfall nach zwei Tonnen. Beim Kippvorgang schickt eine Kamera Bilder aus den Behältern ins Führerhaus. Schlecht für die, die fehlbefüllen. Das fliegt spätestens jetzt auf. Foto: Ulrich Gösmann

Platzängste? Unbegründet, beruhigt Entsorger Stenau. Sollte die Tonne mit dem gelben Deckel nicht reichen, gibt‘s eine zweite dazu. Ebenfalls gratis! Ahlen verabschiedet sich im März in fließendem Übergang vom Gelben Sack. Der wird zwar auch noch im April mitgenommen. „Im Mai wollen wir damit dann aber wirklich durch sein“, sagt Geschäftsführer Dr. Hubertus Reloe .

Die Umstellung: eigentlich einfach. Wären da nicht die vielen Probleme, die sich in diesen Stunden in den Facebook-Foren zu regelrechten Reizpunkten hochschaukeln und Nostalgiker an den plötzlich guten alten Gelben Sack klammern lassen. Aus Unwissenheit und Verunsicherung, was kommt. . .

Die 240-Liter-Standard-Tonne: Stenau-Kundenbetreuer Timo Rump stellt sie vor.

Die 240-Liter-Standard-Tonne: Stenau-Kundenbetreuer Timo Rump stellt sie vor. Foto: Ulrich Gösmann

So läuft‘s: Entsorger „ Pre Zero “ ( Lidl /Schwarz-Gruppe) wird ab dem 8. März – vielleicht auch schon einige Tage früher – mit der Auslieferung beginnen. Wer bisher eine 80-, 120- oder 240-Liter Restmülltonne hatte, bekommt jetzt automatisch eine 240-Liter-Tonne vor die Tür gestellt, die einmal im Monat geleert wird. Eine kleinere gibt es nicht. Zweites Modell ist der 1100-Liter-Container auf vier Rädern, vorzugsweise für Mehrfamilienhäuser.

Der 1100-Liter-Container auf vier Rädern, präsentiert von Geschäftsführer Dr. Hubertus Reloe.

Der 1100-Liter-Container auf vier Rädern, präsentiert von Geschäftsführer Dr. Hubertus Reloe. Foto: Ulrich Gösmann

Die Abfuhr läuft weiter unter der Regie von Subunternehmer Stenau. Geschäftsführer Dr. Hubertus Reloe weiß um die vielen Fragen und Verunsicherungen – und liefert im Redaktionsgespräch Antworten.

Beispiel: drei Parteien, denen eine kleine Restmülltonne reicht. Reicht ihnen auch eine „Gelbe“? Reloe: „Sie können sich unter der Hotline 0 800 8866 666 melden und Bedarf anmelden. Im zweiten Zug würde dann ein zusätzlicher Behälter geliefert.“

Weitere Beispiele: der Katzenliebhaber mit hohem Dosenaufkommen. Oder die Pizzeria mit viel Verpackungsabfall. Reloe: „Darauf wird reagiert. Es wird aber nicht sofort sein. Wir bitten um etwas Geduld.“ Doch zuerst sollte im häuslichen Praxistest geschaut werden, ob das Volumen nicht doch reiche. Immerhin passe in eine 240-Liter-Tonne der Inhalt von sechs Gelben Säcken oder auch mehr. Vorausgesetzt, es komme auch nur das rein, was rein dürfe. „DSD ist das System der Verkaufsverpackungen. Nicht das System für Bau- und Abrissabfälle“, stellt der Entsorger klar.

Gern zu zweit für den Seitenlader.

Gern zu zweit für den Seitenlader. Foto: Ulrich Gösmann

Der augenscheinliche Verlust der Tonnentransparenz sollte nicht zu Fehlbefüllungen verleiten. Stenau kündigt Stichproben an. Zudem könne eine Kamera beim Kippvorgang in den Behälter blicken. Der Fahrer habe alles im Blick und wisse, wo er beim nächsten Mal vielleicht etwas genauer hinschaue.

Liegen die Säcke bislang in freier Gestaltung am Straßenrand oder baumeln an Zäunen, erfordert der Umstieg auf Seitenlader-Technik Stelldisziplin. Die Tonne muss mit der Deckelöffnung zur Straße zeigen. Bestenfalls werden zwei Behälter ne­beneinander gestellt. Dann muss der Greifarm nur einmal zupacken. Wodurch sich der zeitliche Leerungsprozess verkürzt. Ganz wichtig: Die Behälter sollten nicht hinter Bäumen oder parkenden Autos positioniert sein.

Mit der Deckelöffnung zum Straßenrand. Sonst kann der Greifer nicht zufassen.

Mit der Deckelöffnung zum Straßenrand. Sonst kann der Greifer nicht zufassen. Foto: Ulrich Gösmann

Die ersten Tonnen könnten schon im März zum Einsatz kommen, wenn sich Auslieferung und Abfuhr teils überschneiden. Den April sieht Stenau als Übergangsmonat. Letzte Säcke können, empfiehlt Dr. Hubertus Reloe, nach Möglichkeit noch mit in die Tonne gedrückt werden. Ab Mai sollte der Sack dann aber wirklich aus dem Stadtbild verschwunden sein.

Doch was ist, wenn temporär bei einer Feier mehr Verpackungsmüll anfällt, als in die Tonne passt? „95 Prozent der Haushalte werden mit Vorsortiersäcken arbeiten“, mutmaßt der Stenau-Chef. Die könnten dann auch wie zu guten alten Sackzeiten zum Betriebshof im Gewerbegebiet Am Vatheuershof gebracht werden.

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