Neugestaltung Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz
Quadratur des Kreises ist gelungen

Ahlen -

Mit Abstand vorne: Der Entwurf des Berliner Landschaftsarchitekturbüros Franz Reschke hat das Preisgericht überzeugt. Er sieht die Zukunft des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes als „Platzpark“.

Freitag, 26.02.2021, 17:50 Uhr aktualisiert: 27.02.2021, 13:53 Uhr
Ein Platz, der zugleich ein Park ist – und umgekehrt: Landschaftsarchitekt Franz Reschke stellte gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Alexander Berger vor, wie er sich die gestalterische Zukunft des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes vorstellt.
Ein Platz, der zugleich ein Park ist – und umgekehrt: Landschaftsarchitekt Franz Reschke stellte gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Alexander Berger vor, wie er sich die gestalterische Zukunft des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes vorstellt. Foto: Franz Reschke Landschaftsarchitekt Berlin / Fotos: Christian Wolff

Franz Reschke macht das Rennen: Mit seinem Entwurf für die Neugestaltung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes hat das Büro des Berliner Landschaftsarchitekten die Fachjury so sehr überzeugt, dass sie neben ihm nicht mal einen zweiten Platz, sondern nur Drittplatzierte und einen Anerkennungspreis kürte.

Acht Architekturbüros beteiligten sich

Die Ideen aus der Hauptstadt hätten nach achtstündiger Tagung eine einstimmige Wahl hervorgebracht, hieß es am Freitag bei der Ergebnispräsentation in der Stadthalle. Den Vorsitz der Preisgerichtssitzung in „hybrider Form“, also mit zum Teil digital zugeschalteten Teilnehmern, hatte Professor Dr. Ulrike Beuter, Landschaftsarchitektin aus Oberhausen, übernommen. Ursprünglich sollte das Gremium, das aus unabhängigen Landschaftsarchitekten und politischen Vertretern bestand, schon am 9. Februar getagt haben, aber aufgrund des massiven Wintereinbruchs wurde der Termin verschoben.

Acht Stunden tagte das Preisgericht. Franz Reschke reiste eigens aus Berlin an, hier im Gespräch mit Dr. Alexander Berger.

Acht Stunden tagte das Preisgericht. Franz Reschke reiste eigens aus Berlin an, hier im Gespräch mit Dr. Alexander Berger. Foto: Christian Wolff

Die acht Architekturbüros, die sich in den vergangenen Monaten um die Zukunft der 2,5-Hektar-Fläche ihre Gedanken machten, standen zu Beginn ihrer Arbeit vor einer fast unlösbaren Aufgabe: „Wir hatten viele Probleme mit dem Platz, aber nur wenige Lösungen. Eigentlich soll dieser Ort alles können“, skizzierte Bürgermeister Dr. Alexander Berger die Ausgangslage. „Er soll identitätsstiftend, pflegeleicht und wirtschaftlich sein, daneben stadtbildprägend und als Rückzugsort wie für Veranstaltungen dienen.“ Die Quadratur des Kreises also. Aber die ist Reschke und seinem Team offenbar gelungen. „Der Siegerentwurf hat sich tief in die Ahlener Identität hineingedacht“, lobte Berger. „Er hat Natur, Mensch und deren Anforderungen unter einen Hut gebracht.“

Auch Matthias Harman und Thomas Kozler gefällt der Siegerentwurf zur Neugestaltung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes.

Auch Matthias Harman und Thomas Kozler gefällt der Siegerentwurf zur Neugestaltung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes. Foto: Christian Wolff

Sichtlich erfreut zeigte sich Franz Reschke angesichts des „Glücksloses“, das er nach eigenen Worten in Ahlen gezogen hat. Den Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz der Zukunft habe sein Büro bewusst mit dem Arbeitstitel „Platzpark“ versehen, weil er in der Vergangenheit beides sein sollte, aber nie war – und nun sein kann. Grundintention seiner Planung ist die Ausklammerung der „Parkplatzwüste“. Zugleich soll mehr Grün Einzug halten – mit 100 bis 120 neuen Bäumen. Das diene nicht nur dem ökologischen Aspekt, der sich auch bei der Entwässerung manifestieren soll, sondern auch der Aufenthaltsqualität. Den Schwerpunkt für größere Veranstaltungen hat der Siegerentwurf bewusst nicht nach Norden oder Süden, sondern ins Platzzentrum verlagert.

Drei Millionen Euro werden verbaut

Bis es soweit ist und die Neugestaltung starten kann, wird noch etwas Zeit ins Land gehen, sagte Stadtplaner Markus Gantefort. „Es wird wohl 2023 werden, bis es soweit ist. Ein Weg, der sich zu gehen lohnt.“ Rund drei Millionen Euro werden dafür in die Hand genommen.

Platz für große Veranstaltungen und dennoch Rückzugsraum mit parkähnlichem Charakter: der Plan für den Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz in der Visualisierung.

Platz für große Veranstaltungen und dennoch Rückzugsraum mit parkähnlichem Charakter: der Plan für den Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz in der Visualisierung. Foto: Franz Reschke Landschaftsarchitekt

Franz Reschkes Büro hat 25 Mitarbeiter und ist bereits seit zehn Jahren am Markt. Es betreute bereits so einige renommierte Gestaltungsprojekte. Als Beispiele aus Nordrhein-Westfalen nannte er die Innenstadt von Lengerich, den Blüderplatz in Spenge, die Altstadt von Lüdenscheid und aktuell die Landesgartenschau in Münster. Der erste Preisträger erhält ein Preisgeld in Höhe von 27 500 Euro. Die beiden dritten Preise, das Büro RMP von Stephan Lenzen aus Köln und das Büro BBZ aus Berlin, erhalten ein Preisgeld von je 11 000 Euro. Das Büro „Club L94“ aus Köln erhält für sein Konzept ein Anerkennungspreisgeld von 5500 Euro. Der Wettbewerb wurde von der Stadt Ahlen ausgelobt und durch das Dortmunder Büro Postwelters betreut.

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