Was brauchen Schulen?
Mit Endgeräten ist es nicht getan

Ahlen -

Mit einem Fragenkatalog zur digitalen Ausstattung hat sich die BMA an Schulen gewendet.

Samstag, 27.02.2021, 15:27 Uhr aktualisiert: 27.02.2021, 15:30 Uhr
Setzen sich für die Digitalisierung der Schulen ein (v.l.): Rolf Leismann, Martina Maury-Thülig und Martin de Kunder.
Setzen sich für die Digitalisierung der Schulen ein (v.l.): Rolf Leismann, Martina Maury-Thülig und Martin de Kunder. Foto: Dierk Hartleb

Die Bürgerliche Mitte Ahlen (BMA) wollte es im Vorfeld der Haushaltsberatungen genau wissen: Wie ist es um die digitale Ausstattung der Schulen bestellt? Und zwar nicht nur, was die Ausstattung mit Endgeräten angeht, sondern auch hinsichtlich des pädagogischen Konzepts sowie der technischen Infrastruktur.

Dazu entwarf Martin de Kunder als Sachkundiger Bürger im Schul- und Kulturausschuss einen umfangreichen Fragenkatalog, den er an alle Schulen in städtischer Trägerschaft verschickte. Der Rücklauf beschränkte sich auf die vier weiterführenden Schulen – das Bischöfliche Gymnasium und die beiden Berufskollegs blieben wegen der Trägerschaft außen vor. Die Leitungen der Städtischen Gesamtschule und des Städtischen Gymnasiums, Elisabeth Beier und Meinolf Thiemann, nahmen sich viel Zeit für die Antworten.

Technische Voraussetzungen

„Wir wollten wissen, was die Schulen wirklich brauchen“, beschreibt de Kunder das Ziel der im Januar durchgeführten Umfrage. Zu dem Zeitpunkt lag der Antrag der SPD auf Anschaffung digitaler Endgeräte im Umfang von 1,5 Millionen Eu­ro bereits vor. Bei der Auswertung der Fragebögen wurde deutlich, dass die Ausstattung mit iPads das Problem von Homeschooling nur zum Teil löse. Denn bei der Frage nach den technischen Voraussetzungen für digitalen Unterricht wurde deutlich, dass in der Städtischen Gesamtschule nur wenige Klassenräume darüber verfügen. Anders am Städtischen Gymnasium, das sich schon vor mehreren Jahren auf den digitalen Weg gemacht hat.

Bei der Frage nach ausreichend vielen digitalen Lernmitteln wie Beamern, Smartboards und ähnlichem mussten jedoch beide Schulleiter passen. Auch digitale Endgeräte seien in beiden Schulen noch Mangelware. Das Städtische Gymnasium arbeite mit elternfinanzierten iPads, wobei die Schule über Förderung einspringe, wenn es finanziell klemme. Auch an der Fritz-Winter-Gesamtschule setze man stark auf das Engagement der Eltern.

Gute Noten geben die Schulleitungen durchweg ihren Kollegien hinsichtlich der Kompetenz, digitalen Unterricht zu erteilen, wobei die Fortbildung noch zu kurz komme. Schon jetzt sei erkennbar, dass das Thema Wartung der Endgeräte immer mehr an Bedeutung gewinnt und sich die Schulen hier mehr Unterstützung wünschen.

Kostenfrage nicht geklärt

Nicht geklärt ist die Frage der Kosten für die Internetverbindungen beim Homeschooling, die in der Regel die Eltern tragen. Auch dafür gebe es Programme, die aber an die Bedingung geknüpft seien, dass die Schule hinsichtlich der digitalen Infrastruktur alle Voraussetzungen erfülle, wie BMA-Chef Rolf Leismann erläutert.

„Unsere Umfrage zeigt, dass die Ausstattung mit iPads nicht das Entscheidende ist, solange es an den technischen Voraussetzungen mangelt“, fasst Leismann zusammen. Deshalb habe man zusammen mit dem Haushaltsbündnis dafür gesorgt, dass die Stadt für die digitale Gesamtausstattung bis 2025 jährlich 200 000 Euro zur Verfügung stelle. Die Stadt müsse jetzt allerdings beim Thema Breitbandnetz „in die Puschen kommen“. Zugleich mahnen Leismann und Martina Maury-Thülig ein Gesamtkonzept zur Digitalisierung für die Stadt an. Und entgegen der ursprünglichen Vereinbarung mit CDU und FDP habe man die Notwendigkeit einer zusätzlichen Stelle im IT-Bereich für die Schulen eingesehen.

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