St. Bartholomäus
Der Reiz der Gartenkommunion

Ahlen -

Viele Kommunionkinder und Eltern wird es freuen: Die Pfarrer Willi Stroband und Dr. Ludger Kaulig bieten wieder Erstkommunionfeiern unter freiem Himmel an.

Montag, 01.03.2021, 05:39 Uhr
Die Zwillinge Bennett und Tamina bei ihrer Kommunion vergangenes Jahr mit Pfarrer Willi Stroband.
Die Zwillinge Bennett und Tamina bei ihrer Kommunion vergangenes Jahr mit Pfarrer Willi Stroband. Foto: privat

Das war ein Schlag für die Zwillinge Tamina und Bennett. Lange hatten sie sich auf ihre Kommunion vorbereitet – und dann war plötzlich alles coronabedingt abgesagt. Doch Pfarrer Willi Stroband hatte vergangenes Jahr die rettende Idee. „Wir feiern bei euch im Garten“, schlug er nämlich vor. Nicht gerade gewöhnlich, aber auch nicht unmöglich. Und die Eltern der Geschwister, Davina und Ralf Weitkämper, waren schnell begeistert.

„Für mich war es auch sehr schön, denn ich konnte mich mit der Messe ganz auf Tamina und Bennett persönlich einstellen“, sagt auch Willi Stroband. Natürlich, es sei für ihn eine gewaltige Mehrarbeit gewesen. Aber: „Das macht ja auch wirklich Spaß, die Freude zu sehen und natürlich diese ganz besondere Kommunion zu spenden.“ Das Prinzip habe überzeugt und das sei der Grund, warum das Angebot auch in diesem Jahr steht.

Die Kinder sollen diesen einmaligen Tag für sie in bester Weise mit ihren Lieben genießen.

Pfarrer Willi Stroband

„Die Kinder sollen diesen einmaligen Tag für sie in bester Weise mit ihren Lieben genießen“, sagt der Pfarrer zu seiner Idee, das hohe Sakrament im ungewöhnlichen, aber coronakonformen Rahmen zu spenden. Im privaten Garten oder – wenn nötig – auch im Garten der Pfarrei St. Bartholomäus sei genügend Raum für Verwandte und Freunde im nötigen Abstand.

„Es ist ein freudiges Fest und dem will ich damit Rechnung tragen“, stellt Willi Stroband klar. Auch theologisch sieht er kein Problem, denn es könne ja Gott nicht missfallen, in seiner Schöpfung zu feiern. Darum bietet er zusammen mit Stadtpfarrer Dr. Ludger Kaulig diese Form jetzt wieder an.

„Allerdings“, schränkt Willi Stroband ein, „kann sich das mit der Kommunion etwas hinziehen.“ Im vergangenen Jahr hätten nicht weniger als 37 dieser Gartenkommunionen auf seiner Liste gestanden.

Von zeitlicher Unsicherheit können die Weitkämpers ein Lied singen: „Wir haben die Kommuniontorte sage und schreibe drei Mal bestellt und wieder storniert“, berichtet Davina Weitkämper. Bis zum März sei die Feier in einem Gasthaus geplant und die Gäste eingeladen gewesen. Dann schlug die Pandemie zu. „Alles auf Null, Gasthaus und das Essen dort storniert und abwarten“, erzählt Ralf Weitkämper.

Die Eltern Davina und Ralf Weitkämper genossen den Tag ebenso wie die Zwillinge.

Die Eltern Davina und Ralf Weitkämper genossen den Tag ebenso wie die Zwillinge. Foto: privat

Zur Debatte stand dann die Kommunionfeier mit Mama und Papa im kleinsten Rahmen. „Für Bennett wäre das tragbar gewesen, für Tamina ganz und gar nicht“, sagt Davina. Denn Tamina wollte ihr schönes Kleid zeigen, wollte die Verwandten und Freunde dabei haben und nicht zuletzt auch den zum Sakrament gehörenden feierlichen Rahmen. Da kam Willi Strobands Idee als Rettung für den Seelenfrieden der Familie. Doch so einfach war das dann auch nicht. „Wir waren natürlich gern bereit, die Feier in unserem Garten zu machen“, schildert Davina Weitkämper. Alle Gäste wurden auf den neuen Termin umgeladen, der schöne Garten noch weiter auf Vordermann gebracht. Und schließlich entschied sich Davina noch, den Zaun vor der Feier zu streichen. Kurz bevor der fertig war, kam die Hiobsbotschaft: „Der Coronaausbruch bei Tönnies – für uns hieß das: alles absagen“, erinnert sie sich: „Da flog der Pinsel in die Ecke – ich hatte keine Lust mehr.“

Da flog der Pinsel in die Ecke – ich hatte keine Lust mehr.

Davina Weitkämper

Schließlich wurde ein neuer Termin angesetzt und am 25. Juli, nicht eben ein gewöhnlicher Kommuniontermin, war die Feier endlich möglich. Im geschmückten Garten wurden der Altar aufgebaut und die Stühle aufgestellt. Die letzte Tortenbestellung ging beim verständnisvollen Konditor ein. Die Kommunionkinder waren zufrieden. Und auch das Wetter spielte mit. Die Sonne schien über der kleinen im Garten versammelten Gemeinde und auch die spätere Feier war so, wie es sich die Gastgeber erträumt hatten. „Das war wirklich schön bei uns im Garten. Und meine Fotos vor der Kirche habe ich trotzdem hingekriegt“, freut sich Tamina.

Kommunionkinder und Eltern, die auch in diesem Jahr die Kommunion zuhause oder an einem anderen Freiluftort feiern möchten, können sich im Pfarrbüro melden.

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