Wulfbertweg im neuen Vorhelmer Baugebiet
Grüne hätten lieber Frauennamen

Vorhelm -

Die Straße durch das neue Wohngebiet in Vorhelm wird Wulfbertweg genannt. Das beschloss der Ortsausschuss am Dienstag. Die Grünen scheiterten mit dem Antrag der Alternativbenennung nach Elise Rüdiger.

Mittwoch, 03.03.2021, 15:54 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 18:26 Uhr
Burkhardt Engelke brachte für die Grünen den Einwand vor, dass es zu wenig Frauennamen im Stadtbild gebe. Deswegen hätte er lieber Elise Rüdiger als Namenspaten für das neue Baugebiet in Vorhelm gesehen. Dafür gab es allerdings keine Mehrheit.
Burkhardt Engelke brachte für die Grünen den Einwand vor, dass es zu wenig Frauennamen im Stadtbild gebe. Deswegen hätte er lieber Elise Rüdiger als Namenspaten für das neue Baugebiet in Vorhelm gesehen. Dafür gab es allerdings keine Mehrheit. Foto: Christian Wolff

Dem ältesten belegbaren Vorhelmer Wulfbert wird jetzt auch in einem Straßennamen ein Denkmal gesetzt. Der Ortsausschuss Vorhelm stimmte am Dienstagabend – mit einer Enthaltung – für diesen Vorschlag, den der Fachbereich Kultur zuvor gemeinsam mit dem Heimatverein Vorhelm ausgearbeitet hatte.

Das neue Baugebiet, das im Winkel zwischen Dorffelder Straße und Von-Droste-Hülshoff-Straße entsteht, soll somit nach einem Pilger benannt werden, der im Jahr 864 mit Frau und krankem Sohn von Vorhelm nach Werden gewandert war (wir berichteten). Nach Aufzeichnungen des dortigen Klosters hatte er nach einem Gebet die wundersame Heilung seines Kindes erlebt.

Vertraute der Annette von Droste Hülshoff

Grünen-Vertreter Burkhardt Engelke brachte jedoch vor der Abstimmung einen eigenen Antrag in die Sitzung, was unter den übrigen Fraktionen für Irritationen sorgte. „Es gibt zu wenig Frauennamen im Stadtbild“, erläuterte Engelke den Grund des Einwands. Seine Fraktionschefin habe ihm mit auf den Weg gegeben, dass das neue Wohngebiet besser nach Elise Rüdiger benannt werden sollte. Dabei handele es sich um eine Münsteranerin, die zwischen 1812 und 1899 lebte. „Sie war eine enge Vertraute und Brieffreundin der Annette von Droste Hülshoff“, erklärte der Grünen-Vertreter. Damit sei eine Beziehung zur Namensgeberin der benachbarten Straße vorhanden.

Kompetenz des Heimatvereins hervorgehoben

Der Ausschussvorsitzende Hubertus Beier merkte an, dass der Prozess zur Namensfindung bereits abgeschlossen sei und er auch keinen Anlass sehe, den vorliegenden Namensvorschlag zu kippen. „Ich bin seit 1994 in diesem Gremium aktiv und es war seither immer guter Brauch, dass die Findung von Straßennamen im Ortsteil angesiedelt ist“, sagte er. Der Heimatverein sei hier ein Ansprechpartner mit profunden Kenntnissen über lokale Bezüge in Historie und Gegenwart. Hubertus Beier erinnerte daran, wie akribisch der emeritierte Pastor Hermann Honermann bei der Erforschung der Wulfbert-Geschichte vorgegangen sei. Alternative Ideen und Wünsche hätten schon im Vorfeld eingebracht werden können. „Jeder Bürger hatte Gelegenheit dazu. Wir machen ja zu einer Benennung keine eigene Bürgerversammlung“, so Beier.

Grundsätzlich, betonte Manuela Esper (SPD), könne sich ihre Fraktion dem Antrag der Grünen anschließen, dass mehr Frauennamen ins Stadtbild kommen. In diesem Fall wolle sich aber niemand gegen die vorliegende Abstimmungsvorlage stellen, die mit Sicherheit ihre Berechtigung habe. Alfred Thiemann („Rathausfreunde“) berichtete, dass er selbst viele Jahre in einem Heimatverein aktiv gewesen sei und die Einbindung von dessen Expertise für sinnvoll halte.

Elise Rüdiger bereits im Vorfeld diskutiert

Über seine persönlichen Kontakte zum Heimatverein Vorhelm wusste René Achten (CDU) zu berichten, dass der Vorschlag „Elise Rüdiger“ tatsächlich im Vorstand und bei den weiteren eingebundenen Mitstreitern „auf dem Tisch“ gelegen habe. Er sei jedoch aufgrund des fehlenden Lokalbezugs verworfen worden. „Die Mehrheit im Heimatvereinsvorstand sprach sich für einen Wulfbertweg aus.“

Letztlich, merkte Hubertus Beier im Nachgang an, habe er generell Verständnis für den Einwand, aber es könne auch niemand etwas dafür, dass der älteste belegbare Vorhelmer keine Frau gewesen ist. Für den Grünen-Antrag gab es am Ende mehrheitlich Gegenstimmen – bei drei Enthaltungen (SPD) und einer Pro-Stimme (Grüne).

Wunsch: Keine Steingärten erlauben

Jeweils einstimmig brachte der Ortsausschuss die Satzungsbeschlüsse und die Beteiligung der eingegangenen Stellungnahmen auf den Weg. Burkhardt Engelke und Alfred Thiemann wiesen dabei darauf hin, dass darauf geachtet werden sollte, keine Steingärten und Garbionenwände zuzulassen. Ralf Budt (FWG) war es wichtig, dass der bestehende Fuß- und Radweg in Richtung Regenrückhaltebecken erhalten bleibt, was Stadtplaner Markus Gantefort bereits zusagen konnte.

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