Drensteinfurts Patenkompanie hat einen neuen Chef
Wenig Zeit für den eigenen Stempel

Ahlen / Drensteinfurt -

Das Personalkarussell in der „Westfalen-Kaserne“ dreht sich weiter. Die dritte Kompanie hat mit Hauptmann Jan Schelling einen neuen Chef. Major Gerrit Sperling zieht es nach Leipzig.

Donnerstag, 01.04.2021, 13:15 Uhr aktualisiert: 01.04.2021, 16:50 Uhr
Personalwechsel in der Westfalen-Kaserne: Major Gerrit Sperling (l.) verschlägt es nach Leipzig. Die Führung der dritten Kompanie des Aufklärungsbataillons 7 hat Hauptmann Jan Schelling übernommen.
Personalwechsel in der Westfalen-Kaserne: Major Gerrit Sperling (l.) verschlägt es nach Leipzig. Die Führung der dritten Kompanie des Aufklärungsbataillons 7 hat Hauptmann Jan Schelling übernommen. Foto: Christian Wolff

Wer in Coronazeiten Kompaniechef ist, hat es nicht leicht. Die verordnete Distanz auf allen Ebenen ist in einer Truppe, wo Gemeinschaft und Zusammenarbeit zur Grundvoraussetzung des Dienstes gehören, schwer zu stemmen.

Dass der „heiße Draht“ zu den eigenen Soldaten auf ein Minimum beschränkt, der Alltag weitgehend auf digitale Wege verlagert ist, mag für einige Monate verschmerzbar sein. Die Möglichkeit, eigene Akzente zu setzen und neben der Pflicht auch die Pflege von Patenschaften oder zivilen Freundschaften am Standort voranzutreiben, ist hingegen nahezu auf null gesetzt.

Erstes Jahr vom Afghanistan-Einsatz bestimmt

Diese Erfahrung machte auch Major Gerrit Sperling . „Meine drei Jahre in Ahlen waren im Grunde dreigeteilt“, blickt er zurück. Der bisherige Chef der dritten Kompanie des Aufklärungsbataillons 7 hat soeben den symbolischen Staffelstab an seinen Nachfolger weitergegeben – und zieht gegenüber unserer Zeitung eine wechselhafte Bilanz. „Das erste Jahr ging schnell vorbei, wobei ich aufgrund meines sechsmonatigen Afghanistan-Einsatzes nur wenig Gelegenheit hatte, engere Bande mit meiner Kompanie zu knüpfen und ihr einen eigenen Stempel aufzudrücken“, berichtet der 38-Jährige. Dazu reichte das Folgejahr, in dem immerhin so etwas wie „Normalzustand“ herrschte, kaum aus. Im dritten Jahr kam dann Corona und stellte alles auf den Kopf.

Dennoch: Die Zeit in der Westfalen-Kaserne will Gerrit Sperling nicht missen. Ungeahnte Erfahrungen in umtriebigen Zeiten – das kann die weitere soldatische Laufbahn mit Sicherheit positiv beeinflussen. Die Patengemeinde Drensteinfurt zum Beispiel habe er sehr ins Herz geschlossen. „Unsere Zusammenarbeit hatte gerade richtig Fahrt aufgenommen, als wir gezwungen waren, viele Projekte abzusagen. Das gegenseitige Interesse ist auf jeden Fallsehr groß“, so Sperling. Er hoffe, dass das trotz fehlender Veranstaltungen so bleibe.

Besuch bei Drensteinfurts Bürgermeister

Am Tag vor der Übergabe der dritten Kompanie stand daher auch ein Besuch bei Bürgermeister Carsten Grawunder im Terminkalender des Majors. Natürlich nicht nur, um sich zu verabschieden, sondern auch, um im Beisein seines Nachfolgers die Türen für weitere gemeinsame Taten offenzuhalten. Sperlings Weg führt nun nach Leipzig ins Ausbildungskommando.

Hauptmann Jan Schelling ist indes auf neuer Position. Er hat am Gründonnerstag die „Dritte“ übernommen. Der 34-Jährige kennt sich bei den „leichten Aufklärern“ aus und bringt durch mehrere Mali-Einsätze eine große Auslandserfahrung mit. Mit über 700 Kilometern Anfahrtsweg hat Schelling allerdings jede Woche eine beachtliche Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort zu absolvieren. Mit Frau und Sohn lebt er im tiefen Bayern. „Ich werde pendeln“, sagt er. Aber das gehöre zum Soldatenberuf eben dazu. „Trotz dieser persönlichen Bürde freue ich mich auf diese anspruchsvolle Herausforderung, die jetzt vor mir liegt.“

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