Show-Backen am Hof Münsterland
Sehnsucht nach frischen Struwen

Ahlen -

Vorbestellen, früher kommen oder mit Abstand in der Schlange stehen: All das für den Struwen – beim Show-Backen an Karfreitag auf Hof Münsterland.

Samstag, 03.04.2021, 16:00 Uhr aktualisiert: 04.04.2021, 14:46 Uhr
Show-Backen am Hof Münsterland: Sehnsucht nach frischen Struwen
Foto: Martin Feldhaus

Karfreitag ohne frische Struwen? Für echte Münsterländer undenkbar. In vielen Familien sind die traditionellen Hefepfannkuchen schon immer fester Bestandteil des stillen Feiertages und – als volles Mittagessen oder Nachtisch – nicht wegzudenken. Sonst eher vernachlässigt, bestimmen sie an genau einem Tag im Jahr die kulinarischen Vorlieben einer ganzen Region. So auch jetzt.

Doch woher bekommt man die süßen Leckereien mit Rosinen am zweiten Karfreitag während der Corona-Pandemie? Familienessen im Restaurant sind schließlich nicht möglich. Für die Ahlener bietet der „Hof Münsterland“ bei seinem „Show-Backen“ Struwen zum Mitnehmen als Alternative an. Zudem gibt es Backfisch und Reibeplätzchen.

Ein Angebot, das, wie schon im Vorjahr, viele Kunden anlockt. „Wir hatten in den vergangenen Tagen schon viele Vorbestellungen“, sagt Bernd Overmann , während er die begehrten Köstlichkeiten in der Pfanne wendet. Vor der Terrasse des Hofes bildet sich ab 11 Uhr eine kleine Schlange von Ahlenern, die, unter Einhaltung des Mindestabstandes, auf den Hefeteig warten, der direkt vor ihren Augen in der Pfanne frittiert wird. Es dampft und duftet.

Wie es dampft und duftet...

Wie es dampft und duftet... Foto: Martin Feldhaus

Einige von ihnen gehen sonst am Karfreitag in den Hof Münsterland, wo Bernd Overmann und sein Team schon seit Jahrzehnten Struwen anbieten. An diesem Karfreitag müssen sich seine Kunden jedoch auf das Mitnehmen beschränken. Der Nachfrage schadet das trotzdem nicht.

Ich kann nur appellieren, unsere Gastronomen hier in Ahlen zu unterstützen...

Erik Przyluczky

„Die ersten haben schon gewartet, bevor es los ging“, berichtet Mitarbeiter Sascha Albrecht . In die Schlange der Wartenden reiht sich gegen Mittag auch Erik Przyluczky ein. „Ich bin extra für die Struwen hierhin gekommen“, betont er. Dass diese frisch auf der Terrasse zubereitet werden, findet er sehr gut. „Ich kann nur appellieren, unsere Gastronomen hier in Ahlen zu unterstützen, wenn sie so etwas anbieten“, so Przyluczky.

„Karfreitag ohne Struwen ist undenkbar!“ fasst es eine andere Ahlenerin prägnant zusammen, während sie sich schnell mit einer großen Tüte auf den Heimweg macht. Schließlich soll es nicht kalt werden.

Eine Sehnsucht nach Struwen, die anscheinend viele Ahlener teilen. Denn nach dem Start um 11 Uhr legt das Team an den Pfannen um Bernd Overmann, Klaus und Sascha Albrecht stundenlang ununterbrochen Struwen nach. Waren die lang genug in der Pfanne, wandern sie zu Jenny Büning, die die frischen Hefepfannkuchen mit etwas Zimt und Zucker überzieht und sie dann den Kunden übergibt.

Ab durch Zimt und Zucker und dann in die Tüte: Jenny Büning im Endspurt.

Ab durch Zimt und Zucker und dann in die Tüte: Jenny Büning im Endspurt. Foto: Martin Feldhaus

Bei denen steht am Karfreitag allerdings nicht nur der Struwen hoch im Kurs. Auch an der Grillstation ist parallel einiges zu tun. Objekt der Begierde hier: Backfisch – mit verschiedenen Soßen und Kartoffelsalat. Heute lieber Struwen oder doch Backfisch? Für viele Gäste schließen sich diese beiden klassischen Karfreitagsgerichte nicht aus. Sie nehmen den Struwen einfach zusätzlich als Nachtisch mit. Doch egal ob man beides oder nur ein Gericht in der Tüte hat: In jedem Fall fährt mit dem Fahrrad oder dem Auto auch ein Stück Normalität während der Pandemie mit nach Hause.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7899802?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Nachrichten-Ticker