Pfarrer auf Ostertour
Segen und Eierkerzen an der Haustür

Ahlen -

Viele verzichteten zu Ostern auf den Besuch von Gottesdiensten. Aber den österlichen Segen konnten sie dennoch bekommen. Auf Vorbestellung nämlich.

Montag, 12.04.2021, 14:25 Uhr aktualisiert: 12.04.2021, 14:30 Uhr
Familie Sommer mit Katze, Huhn und Pony freut sich über den Segen Willi Strobands.
Familie Sommer mit Katze, Huhn und Pony freut sich über den Segen Willi Strobands. Foto: Martin Feldhaus

„Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg.“ Oder auf die Corona-Pandemie gemünzt: Wenn die Gläubigen nicht oder nur in sehr begrenzter Anzahl in die Kirche kommen dürfen, kommt der Pfarrer eben zu den Gläubigen. Eine Idee, die Willi Stroband sowohl am Ostersonntag und -montag als auch am vergangenen Wochenende in die Tat umsetzte und zahlreiche Familien an ihrer Haustür segnete.

Die hatten sich bei zuvor bei Willi Stroband gemeldet, nachdem dieser in seiner Kindermesse zu Ostern den Haustürsegen samt kleinem Präsent ausdrücklich angeboten hatte. Und so fuhr der Pfarrer am Sonntag kreuz und quer durch Ahlen, um Gläubige zu besuchen, die einen Präsenzgottesdienst zu Ostern vermisst haben. Teils, weil das Kontingent vor Ort schon ausgebucht war, teils weil man aufgrund der Pandemie bewusst verzichtete und sich nur die digitale Kindermesse anschaute.

Abschluss des Osterfestes

„Wir sehen den Segen bei uns vor der Haustür als Ersatz für die ausgefallenen Gottesdienste vor Ort“, sagten beispielsweise Beate und Norbert Wichmann, die sich gemeinsam mit Elisabeth Richter von Willi Stroband segnen ließen. In der Osternacht seien sie zwar gewesen, doch viele andere Gottesdienste, sonst fester Bestandteil der Feiertage, hätten sie nicht besucht. Daher sei der Hausbesuch nun ein nachträglicher Abschluss des Osterfestes. Willi Stroband hatte für die Wichmanns neben dem Segen auch eine Kerze im Gepäck. „Als Hoffnungslicht in dunklen Zeiten“, wie er betonte.

Willi Stroband bringt den Segen zu Elisabeth Richter sowie Beate und Norbert Wichmann (v.l.).

Willi Stroband bringt den Segen zu Elisabeth Richter sowie Beate und Norbert Wichmann (v.l.). Foto: Martin Feldhaus

Nicht das einzige Geschenk, das bei den Besuchen Strobands für Freude sorgte. So hatte der Pfarrer seinen Kofferraum mit kleinen Kuscheltieren, Kerzen in Ostereierform und ähnlichen Präsenten gefüllt. Das sorgte gerade bei den Kindern für leuchtende Augen. So bei Familie Sommer, wo Willi Stroband von Florian (9) und Julia (6) sowie Silvia und Jörg Sommer erwartet wurde. Aber warum gibt es eigentlich kleine Geschenke zu Ostern? „Damit man sich das ganze Jahr daran erinnern kann“, erklärte der Pfarrer den Geschwistern.

Die freuten sich trotz des leichten Regens über den Segen vor der eigenen Haustür. Den gab es nicht nur für Eltern und Kinder, sondern auch für Katze, Pony und Huhn. „Wir wollten eigentlich zu Ostern in die Familienmesse, die leider abgesagt werden musste“, freuten sich die Sommers über diese Alternative.

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