Leiden eines Fans
Willi und der Schalke-Frust

Ahlen -

Pfarrer Willi Stroband ist wohl einer der treuesten Schalke-Anhängers Ahlens. Dem drohenden Abstieg seiner Lieblingsmannschaft sieht er aber einigermaßen gelassen entgegen.

Mittwoch, 14.04.2021, 14:08 Uhr aktualisiert: 14.04.2021, 14:10 Uhr
Er ist wohl einer der treuesten Schalke-Fans: Pfarrer Willi Stroband
Er ist wohl einer der treuesten Schalke-Fans: Pfarrer Willi Stroband Foto: privat

„Der Sieg war ein Lebenszeichen.“ In dieser Beurteilung ist sich Willi Stroband mit vielen anderen Fans einig. Illusionen macht sich der gebürtige Gelsenkirchener dennoch nicht, der unerwartete Punktgewinn der Schalker könne die nicht mehr für möglich gehaltene Wende einleiten. Deshalb ist die Hochrechnung, die der fußballbegeisterte Priester auf die Schnelle anstellt, auch nicht ganz ernst gemeint. Immerhin könnten die Schalker bei den verbleibenden sechs Spieltagen noch 18 Punkte einsammeln, um am Ende der Saison bei 31 zu landen, aber trotzdem abzusteigen.

Erfolg gegen Augsburg verpasst

Den unerwarteten Erfolg gegen Augsburg am Samstag hat der 63-Jährige verpasst, weil er noch in Sachen Ostersegen unterwegs war. „Ich habe mir das Tor dann anschließend in der Zusammenfassung angeschaut“, berichtet Stroband. Er habe sich im Übrigen mit dem Hinweis seines Bruders zufriedengegeben, nichts verpasst zu haben, weil das Spiel nach dem frühen Tor nicht besonders erbaulich gewesen sei.

Ich freue mich schon auf Spiele in Dresden, Aue, Paderborn.

Willi Stroband

Wie viele treue Schalke-Fans fühlt sich Willi Stroband irgendwo zwischen Baum und Borke. „Es hat in der letzten Zeit keinen Spaß mehr gemacht, die Spiele anzusehen“, räumt er freimütig ein, weil die Knappen einfach unterirdisch gespielt hätten. Andererseits habe er ohne Not auch keine Begegnung versäumt.

Ohne Groll blickt er auf die nächste Saison. „Ich freue mich schon auf Spiele in Dresden, Aue, Paderborn.“ Bei Hamburg zögert er einen Moment, aber selbst wenn die Hamburger im Endspurt den Wiederaufstieg schaffen, bleiben zumindest die St.-Paulianer zweitklassig. „Ich beschäftige mich schon mit den Entfernungen zu den Spielorten“, verrät Willi Stroband ganz nebenbei.

Spielerkader erstklassig

Eine schlüssige Erklärung, warum seine Schalker so ins Trudeln gekommen sind, hat der Theologe und Karl-May-Fachmann nicht zur Hand. „Da muss intern etwas vorgefallen sein, von dem wir alle nichts wissen“, mutmaßt er. Denn der Spielerkader sei durchaus erstklassig. Dem neuen Trainer Grammozis und dem Vorstand legt er ans Herz, 15 teure Spieler zu verkaufen und eine möglichst junge, hungrige Mannschaft aufzubauen. Ziel müsse es nicht sein, gleich im nächsten Jahr wieder aufzusteigen, sondern einen Fußball zu spielen, der die Fans begeistert. Seine Devise: „Einmal Schalker, immer Schalker.“ Und zu dem gehört auch die Dauerkarte.

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