Kunstmuseum und Fritz-Winter-Haus
Nur mit negativem Ergebnis zur Kunst

Ahlen -

Kunstmuseum und Fritz-Winter-Haus müssen sich schon wieder auf neue Gegebenheiten einstellen. Die Besucherzahlen dürften noch einmal sinken.

Donnerstag, 15.04.2021, 10:04 Uhr
Die Ausstellungen mit Heiko Herrmann im Fritz-Winter-Haus (Foto) und Christian Rohlfs im Kunstmuseum warten auch nach Inkrafttreten der Notbremse auf ihr Publikum.
Die Ausstellungen mit Heiko Herrmann im Fritz-Winter-Haus (Foto) und Christian Rohlfs im Kunstmuseum warten auch nach Inkrafttreten der Notbremse auf ihr Publikum. Foto: Dierk Hartleb

Das Thema Modellkommune hat sich für den Kreis Warendorf und damit auch für Ahlen erst einmal erledigt. Am Dienstag zog der Kreis selbst die Reißleine, nachdem der Inzidenzwert kreisweit auf knapp 110 gestiegen war, und ordnete ab Donnerstag die Notbremse an.

Ab sofort gibt es nicht nur T-Shirts, Hosen, Schuhe und Wohnaccessoires nur gegen Vorlage eines tagesaktuellen negativen Schnelltests. Das gilt auch für die Kunst, denn der Besuch in Museen und anderen Ausstellungshäusern ist dann nur noch mit ausgewiesenem Negativtest möglich, wie Kreissprecherin Kerstin Butz unterstreicht.

Eigentlich ganz andere Pläne

„Leider“, bestätigt die künstlerische Leiterin des Kunstmuseums Ahlen, Dr. Martina Padberg, in einer kurzen Mail. Eigentlich hatte das Museum ganz andere Pläne. Denn zusammen mit dem dem „Cinema Ahlen“ war es auserkoren, ab 19. April modellhaft Öffnungsstrategien unter Beachtung der digitalen Nachverfolgbarkeit auszuprobieren. Dieses Vorhaben wurde durch die Notbremse jäh gestoppt.

Padberg geht davon aus, dass sich die Testpflicht negativ auf das Besucherverhalten auswirkt. „Nach ei­nem Ansturm nach der Wiederöffnung war es zuletzt etwas ruhiger geworden“, beschreibt die künstlerische Leiterin ihre Erfahrungen. Auch für die Ostertage hatten sich deutlich weniger Besucher als erwartet über das Ticketsystem angemeldet. Dass das Haus während der Feiertage dann doch noch gut besucht war, lag daran, dass sich viele Kunstsinnige telefonisch anmeldeten oder einfach auf gut Glück vorbei kamen. „Unser Klientel ist mit dem Online-System nicht so vertraut“, folgert Padberg daraus.

Unser Klientel ist mit dem Online-System nicht so vertraut.

Dr. Martina Padberg

Eine Erfahrung, die ihr Beckumer Kollege Dr. Martin Gesing vollauf bestätigen kann. „Wir schließen das Stadtmuseum ab Donnerstag“, erklärt er. Die Erfahrungen zeigten, dass die Besucher nicht bereit seien, sich ständig testen zu lassen. Erschwerend hinzu käme, dass die aktuelle Ausstellung der Kölner Künstlerin Dorissa Lem vor allem ein Publikum aus dem Rheinland anlocke, wo wiederum ganz andere Öffnungsmodalitäten gelten würden.

Öffnungstage eingeschränkt

Dr. Martina Padberg schätzt das Besucherverhalten optimistischer sein und bezieht sich dabei auf ihre Erfahrungen in Bonn, wo schon seit Längerem eine Testpflicht für Museen gilt. „Das läuft ganz unproblematisch“, berichtet sie. Das Schnelltestergebnis werde innerhalb von einer Viertelstunde auf dem Smartphone angezeigt; in der Zeit könne man sich bereits auf den Weg zum Ausstellungsort machen. Es bleibe abzuwarten, ob das in Ahlen ähnlich gut funktioniert. Vorsorglich hat die Museumsleitung die Öffnungstage auf Freitag, Samstag und Sonntag beschränkt.

Auch das Fritz-Wintert-Haus stellt sich auf die neuen Gegebenheiten ein, versichert Hausherrin Helga Gausling und hofft dabei auf die Treue ihrer Besucher.

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