Pfarreirat St. Pankratius
Verlautbarung aus Rom „veraltet und verletzend“

Vorhelm -

Nein, die Ablehnung des Segens gleichgeschlechtlicher Paare will der Pfarreirat St. Pankratius nicht mittragen. Er lädt dazu ein, Protestbriefe an den Vatikan zu schreiben.

Freitag, 16.04.2021, 14:49 Uhr
Die Regenbogenfarben sprechen Klartext.
Die Regenbogenfarben sprechen Klartext. Foto: Johanna Fleuter

Die Veröffentlichung der Glaubenskongregation des Vatikans, in der die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare abgelehnt wird, hat für Empörung gesorgt, und auch der Pfarreirat St. Pankratius ist über die Aussagen erschüttert. In einer Stellungnahme, die unter anderem im Aushang vor der Kirche nachgelesen werden kann, positioniert er sich deutlich.

Die Verlautbarung aus Rom sei, wie alle Pfarreiratsmitglieder in einer Sondersitzung einstimmig festhielten, „veraltet, verletzend und weltfremd“. Kein Wunder sei es, dass zahlreiche Katholikinnen und Katholiken aus der Kirche austreten. Die Einstellung der Amtskirche ginge schlichtweg an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen vorbei.

Segen als Geschenk Gottesdienst

„Menschen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, haben das selbe Recht auf den Segen Gottes, wie jeder andere Mensch“, heißt es in der Stellungnahme des Pfarreirates. Der Segen sei ein Geschenk Gottes und kein Besitz der Kirche.

Regenbogenfahne über der Osterkirche

Regenbogenfahne über der Osterkirche Foto: Johanna Fleuter

Und weiter: „Geht es nicht am Kern des christlichen Menschenbildes vorbei, Menschen Gottes Segen zu verwehren, nur weil der Amtskirche nicht passt, mit wem eine Person zusammenlebt? Gott liebt jeden Menschen, egal mit wem er wie lebt.“ Nicht umsonst heiße es im ersten Buch der Bibel: „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein!“ (Gen 12,2). Die Kirche und die Gemeinde seien bunt, vielfältig und offen: „Hier ist jeder willkommen, ganz egal wie er lebt und wen er liebt.“ Um dies zu verdeutlichen, wurden bereits zu Ostern die Regenbogenfahnen vor der Kirche gehisst und viele Gemeindemitglieder malten mit Kreide Bilder in Regenbogenfarben auf den Boden.

Briefkasten am Kircheneingang

Nun ruft der Pfarreirat alle Menschen, die derselben Meinung sind, auf, ihre Gedanken dem Vatikan mitzuteilen. Jeder und jede Interessierte hat die Möglichkeit, einen Brief an den Vatikan zu schreiben und ihn in einen Briefkasten, der am Eingang der Kirche platziert ist, zu werfen. Von dort werden alle Briefe gemeinsam vom Pfarreirat anonym und selbstverständlich ungeöffnet nach Rom geschickt. „Wir können die Ansicht des Vatikans als kleine Gemeinde sicherlich nicht auf Anhieb verändern. Aber wir können ein Zeichen setzen und unseren Gedanken Ausdruck verleihen“, so der Rat abschließend.

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