Konsens beim „Corona-Gipfel“
Keine Alleingänge der Stadt Ahlen

Die „Bundes-Notbremse“ greift ab sofort auch in Ahlen. Ihre Wirkung will die Stadt zunächst abwarten, sie selbst aber auch mit verstärkten Kontrollen durchsetzen.

Freitag, 23.04.2021, 20:00 Uhr aktualisiert: 23.04.2021, 20:53 Uhr
Die in der Innenstadt bereits geltende Maskenpflicht will die Stadt auf weitere Bereiche ausdehnen, darunter auch sogenannte Aktionsflächen wie Bolzplätze, Dirtbikebahnen, Skateanlagen sowie Basketball- und Minispielfelder.
Die in der Innenstadt bereits geltende Maskenpflicht will die Stadt auf weitere Bereiche ausdehnen, darunter auch sogenannte Aktionsflächen wie Bolzplätze, Dirtbikebahnen, Skateanlagen sowie Basketball- und Minispielfelder. Foto: Peter Harke

AhlenUnterstützung für den städtischen Ordnungsdienst durch private Sicherheitsfirmen, verstärkte Kon­trollen und eine Ausdehnung der Maskenpflicht auf weitere Straßen und Plätze im Stadtgebiet – auf diese konkreten Maßnahmen verständigte sich der vom Bürgermeister einberufene „Corona-Gipfel“ der Fraktionsvorsitzenden am Donnerstagabend. Verwaltungsseitig nahmen an der Videokonferenz auch Rechtsdirektorin Ga­briele Hoffmann und Krisenstabsleiter Bernd Döding teil.

Die Diskussion beschrieb Dr. Alexander Berger im Anschluss gegenüber unserer Zeitung als „sehr konstruktiv“, wenn auch in einigen Punkten durchaus kontrovers. Letztlich habe man jedoch einen Konsens erzielt dahingehend, dass es wenig erfolgversprechend wäre, wenn die Stadt Alleingänge unternehmen würde. Die hohen Infektionszahlen in Ahlen seien besorgniserregend, sollten aber nicht zu Aktionismus verführen, so Berger. Man müsse nach seiner Überzeugung weiter Augenmaß walten lassen, um bei der Bevölkerung Akzeptanz für die leider notwendigen Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit zu finden.

Quarantäne-Einhaltung wird kontrolliert

Die nächtliche Ausgangssperre, die Rückkehr der Schulen zum Distanzun­ter­richt, die Schließung der Kitas, das Ende von „Click & Meet“ im Einzelhandel – all das, was die Fraktionsvorsitzende der Grünen , Petra Pähler-Paul in dieser Woche in einem Offenen Brief an den Bürgermeister gefordert hatte, gilt mit Inkrafttreten des novellierten Infektionsschutzgesetzes ab sofort ohnehin auch in Ahlen wie im gesamten Kreis Warendorf. Die Wirkung dieser „Bundes-Notbremse“ bleibe jetzt erst einmal abzuwarten, sagt Berger, das aber natürlich nicht passiv. So kündigte der Verwaltungschef an, dass nicht nur das Befolgen des Ausgehverbots ab 22 Uhr überwacht werden soll, sondern noch engmaschiger als bisher auch die Einhaltung von Quarantäne-Anordnungen.

Wir bilden gemischte Teams, so können wir die Streifen verdoppeln.

Gabriele Hoffmann

Bereits an diesem Wochenende wird ein externer Sicherheitsdienst die Mitarbeiter des Ordnungsamts personell verstärken. „Wir bilden gemischte Teams“, erklärte Gabriele Hoffmann auf Nachfrage zum Prozedere, „so können wir die Streifen verdoppeln.“ Diese würden sowohl tagsüber wie „bis weit in die Nachtstunden“ unterwegs sein.

In der virtuellen Runde mit den Fraktionsvorsitzenden hatte Hoffmann noch einmal einen Überblick über das aktuelle Infektionsgeschehen in der Wersestadt gegeben. Das stelle sich nach wie vor „diffus“ dar. Bestimmte Ausbruchsherde seien nicht auszumachen, zum Glück auch nicht in Schulen und Kitas. Die meisten Ansteckungen erfolgten ganz klar im privaten Bereich. Dabei begünstigten oftmals die Wohnverhältnisse die schnelle Weiterverbreitung des Virus innerhalb größerer Familien, was sich dann jeweils entsprechend deutlich in der Statistik niederschlage. Diese Fälle seien jedoch „relativ gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt“, betont die Leiterin der Ordnungsbehörde. Sie persönlich hoffe „ganz stark, dass alles, was wir jetzt tun, am Ende auch hilft“.

Pähler-Paul vermisst bisher Exit-Strategie

Eine Hoffnung, die Grünen-Fraktionschefin Petra Päh­ler-Paul teilt. Sie berichtet, noch nie so viele zustimmende E-Mails bekommen zu haben wie in den vergangenen Tagen. Zwar sieht sie nicht alle ihre Forderungen erfüllt, konzediert aber, dass sich immerhin „ein bisschen“ bewegt habe. Schon für kommenden Mittwoch haben sich der Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden erneut verabredet. Dann muss es nach Auffassung von Pähler-Paul auch darum gehen, „wie wir perspektivisch aus dem Lockdown wieder herauskommen“. Eine langfristige Exit-Strategie werde auch vom Bund mit seiner Notbremse nicht aufgezeigt.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger führte am Donnerstagabend ebenfalls ein Gespräch mit Vertretern der Ahlener Moscheegemeinden. Sie sicherten ihm zu, die Teilnahme an den Freitagsgebeten künftig nur noch bei Vorlage eines aktuellen negativen Corona-Schnelltests zu erlauben. Ein eigenes Testzentrum soll auf dem Gelände der Ditib-Moschee an der Rottmannstraße eingerichtet werden.

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