Schnelltestzentrum an Ditib-Moschee
50 Besucher in der ersten Stunde

Ahlen -

Der Andrang war ab der ersten Minute groß: Das Schnelltestzentrum an der Ditib-Moschee hat seinen Dienst aufgenommen. Für Vize-Bürgermeister Serhat Ulusoy ein Zeichen in die Stadtgesellschaft.

Donnerstag, 29.04.2021, 18:07 Uhr aktualisiert: 29.04.2021, 18:10 Uhr
Kaum hatte das Schnelltestzentrum geöffnet, bildete sich auch schon eine lange Schlange. Apotheker Magdi Adib ließt auch bei Eren Satilmiz beim Testen Vorsicht walten.
Kaum hatte das Schnelltestzentrum geöffnet, bildete sich auch schon eine lange Schlange. Apotheker Magdi Adib ließt auch bei Eren Satilmiz beim Testen Vorsicht walten. Foto: Dierk Hartleb

Die Teilnahme am Freitagsgebet erfordert ab sofort einen Corona-Negativtest. Am Donnerstagnachmittag wurde das Schnelltestzentrum auf dem Gelände der Ditib-Moschee in Betrieb genommen. In der ersten Stunde kamen bereits 50 Testwillige.

In den vorangegangenen Tagen hatte Vize-Bürgermeister Serhat Ulusoy unterstützt von den Vertretern der anderen muslimischen Gemeinden in Ahlen in der türkischstämmigen Community verstärkt Überzeugungsarbeit geleistet. Intensiv haben sie dafür geworden, dass der Zutritt zum Freitagsgebet nur noch mit einem tagesaktuellen negativen Antigentest möglich ist. Niemand müsse dann befürchten, sich beim Beten anzustecken. In der Vergangenheit war es immer wieder bundesweit zu Ausbrüchen nach Gottesdiensten gekommen, des Öfteren betroffen waren Baptistengemeinden und Pfingstgemeinden.

Fünf Euro Spende pro Test

Ganz besonders dankbar ist Serhat Ulusoy Apotheker Magdi Adib und seinem Team, der sich bereiterklärt hatte ein solches Schnelltestzentrum zu betreiben und die dafür notwendigen Genehmigungen beim Kreis beantragt hatte. Von jedem durchgeführten Test will der Zeppelin-Apotheker wie berichtet fünf Euro für einen guten Zweck spenden.

Serhat Ulusoy ist sicher, dass alle Moscheebesucher die Vorteile dieser Regelung einsehen. Der SPD-Ratsherr will die Errichtung des Corona-Schnelltestzentrums auch als Zeichen in die Stadtgesellschaft verstanden wissen, dass die muslimische Glaubensgemeinschaft die Gefahr durch das Virus ernst nehme. Die Mitglieder der muslimischen Gemeinden würden in der aufgeheizten öffentlichen Debatte „gern unter Generalverdacht“ gestellt.

Es bildete sich schnell eine lange Schlange.

Es bildete sich schnell eine lange Schlange. Foto: Dierk Hartleb

Die Aufklärungskampagne und den Kontakt zu Gemeindemitgliedern nutzen die Verantwortlichen auch dazu, für die Corona-Schutzimpfung zu werben. Darüber hinaus bieten sie Hilfestellung bei den oft komplizierten und zu bürokratisch eingestuften Anmeldeformalitäten für einen Impftermin im Impfzentrum in Ennigerloh oder für den Besuch des Hausarztes an.

Andere Minderheitengruppen

„Ich bin mir sicher, dass durch diese proaktive Unterstützungsleistung sich der Anteil der impfberechtigten Bürger mit Einwanderungsgeschichte deutlich erhöhen wird“, erklärt Serhat Ulusoy. Zudem ist der Initiator überzeugt, dass „positive Bespiele letztlich genauso wichtig sind wie Aufklärungsmaßnahmen über Flyer, Broschüren oder Filme“.

Das gelte im Übrigen auch für andere Minderheitengruppen. Sie über Multiplikatoren anzusprechen, hält Serhat Ulusoy für das richtige Rezept.

 

Das Testzentrum an der Ditib-Moschee ist donnerstags, freitags und samstags jeweils ab 15 Uhr geöffnet. Die Regelung für das Freitagsgebet ist zunächst bis zum 15. Mai gültig.

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