Friseurin reagiert auf Terminabsagen
Zum Färben in die Küche

Ahlen -

Löcher im Terminkalender, seitdem der Schnelltest Pflicht ist. Friseurmeisterin Fiol Thormann lässt ihre Schere jetzt auch in Küchen und Wohnzimmern klappern.

Samstag, 01.05.2021, 14:00 Uhr
Zum Waschen, Schneiden, Föhnen gleich noch Farbe und Strähnchen: Das ganze Programm geht auch in der Küche. Fiol Thormann reagiert auf Terminabsagen mit Hausbesuchen.
Zum Waschen, Schneiden, Föhnen gleich noch Farbe und Strähnchen: Das ganze Programm geht auch in der Küche. Fiol Thormann reagiert auf Terminabsagen mit Hausbesuchen. Foto: Ulrich Gösmann

Mit der Testpflicht kamen die Terminabsagen. Fiol Thormann reagierte und kommt jenen Kunden ins Haus, denen Zeit und Kraft fehlen, eigens für einen Friseurbesuch einen offiziell bestätigten Schnelltest zu durchlaufen. Für die Angesteuerten bequem, für die Friseurmeisterin eine Ausnahmesituation.

Ich bin schon geimpft.

Ulrich Gösmann

20 Prozent Absagen unter den Frauen, 30 Prozent unter den Männern: Letztere geben sich am Telefon entspannter. Jetzt oder später – für den Moment scheint‘s egal, so lange die Frisur noch Frisur ist. Ältere Stammkunden scheuen derweil den Umstand des Umweges. Sind auf Fahrer angewiesen, die sie vorab noch an einer der Teststellen absetzen, mit ihnen warten und sie weiterbringen bis in die Gerichtstraße.

Fiol Thormann hat ihren Terminkalender neu zusammengestellt. Ein Tag fliegt wöchentlich raus aus dem Salonbetrieb. Dann geht‘s mit gepackten Taschen ins Auto – in die Häuser. Ihr Gefühl ist ein gutes: „Ich bin schon geimpft“, lässt sie wissen. Das sei den Besuchen in Seniorenheimen geschuldet. Selbstredend mit all ihrem Handwerkszeug.

Für ihre Hausbesuche setzt Fiol Thormann einen Laienschnelltest voraus. Waschen, Schneiden, Föhnen, dazu noch Färben und Strähnchen: Das Salon-Feeling sei etwas anderes als Küche oder Wohnzimmer. Oft fehle der verinnerlichte Spiegelkontakt, der Blickkontakt auch während der Behandlung erlaube. Die Zweisamkeit schaffe wiederum eine Atmosphäre, die persönlichere Gespräche gestatteten. Mitunter werde es auch richtig lustig, typisch Frau. Eineinhalb Stunden volle Aufmerksamkeit auf die eine Kundin, dann geht es weiter zum nächsten Termin. Bestenfalls sechs am Stück, straff organisiert. Eine Herausforderung, der sich Fiol Thormann in den vergangenen Monaten immer wieder neu stellte. Als lange nichts laufen durfte, dann aber alle wollten. Der März sei so ein Knaller gewesen, in dem zweieinhalb Monate Stillstand hätten nachgearbeitet werden müssen. Die Powerfrau nimmt‘s sportlich: „Ich bin eine Kämpferin.“

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