Eiserne Hochzeit im Hause Schulz
1. Mai war doppelter Grund zum Feiern

Ahlen -

Eiserne Hochzeit im Hause Schulz: Ewald und Natalie lernten sich einst bei einem Sportwettkampf in Hamm kennen. Ihrer Heimatstadt Ahlen blieben sie immer freu.

Dienstag, 04.05.2021, 09:48 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 09:50 Uhr
Ewald und Natalie Schulz feierten ihre Eiserne Hochzeit. Sie blicken auf bewegte Jahrzehnte.
Ewald und Natalie Schulz feierten ihre Eiserne Hochzeit. Sie blicken auf bewegte Jahrzehnte. Foto: privat

Der 1. Mai war im Hause Schulz ein doppelter Grund zum Feiern, denn neben dem Tag der Arbeit stand auch die Eiserne Hochzeit der Eheleute Ewald und Natalie Schulz im Kalender. Beide sind in Ahlen keine Unbekannten, schließlich prägten sie über Jahrzehnte die einstige Küferei und heutige Weinhandlung an der Südstraße sowie den Betrieb am Vorhelmer Brinkweg.

Ewald Schulz, geboren am 27. Januar 1933, legte am 6. Juni 1956 in Münster seine Meisterprüfung im Böttcher-Handwerk ab. Das war nur kurze Zeit nach der Hochzeit mit Natalie Holtrup, die am 20. Oktober 1935 das Licht der Welt erblickte. Beide Jubilare sind in Ahlen aufgewachsen und ihrer Heimatstadt immer treu geblieben. Kennengelernt hatten sie sich beim Sport, als Natalie ihren späteren Ehemann bei einem Wettbewerb in Hamm zugeschaut hatte. Beim Tanzen im Kettelerhaus haben sie sich dann wiedergetroffen – Ewald forderte die Dame zum Tanzen auf und brachte sie später, wie es sich gehört, nach Hause. Noch ein halbes Jahr lang waren beide per Sie, bis es zum ersten Kuss kam.

Geheiratet wurde zunächst standesamtlich am 14. April 1956. Die kirchliche Trauung folgte am 1. Mai 1956 in der Kapelle Borbein.

Küferhandwerk über 300 Jahre in der Familie betrieben

Über 300 Jahre betrieb das Weinhaus Schulz das Küferhandwerk, so dass Ewald Schulz diese Arbeit bereits in die Wiege gelegt wurde. Dabei wollte er aber ursprünglich kein Küfer werden, gab dann aber doch dem Drängen des Vaters Josef nach. „Ich habe die Küferei dann aber mit Leidenschaft ausgeführt“, erzählte er unserer Zeitung, als er vor fünf Jahren den Diamantenen Meisterbrief entgegennahm.

Die Ausbildung genoss Ewald Schulz im elterlichen Betrieb. Erste Erfahrungen sammelte Schulz während der Wanderschaft und in verschiedenen Handwerksbetrieben. 1952 übernahm er den Betrieb vom Vater. Damals stellte Ewald Schulz Holzfässer für Brennereien, Landwirte oder auch für Haushalte her. Sauerkrautfässer, Gurkenfässer und Fässer für das Pökeln von Schweinefleisch wurden damals häufig benötigt, ebenso Schaukelwaschmaschinen aus Holz.

Brand im Jahr 1968 sorgte für Neustart

Mit Beginn der Kunststofffertigung nahm die Bedeutung der Küferei ab, außerdem brannte im Jahr 1968 die Werkstatt an der Wilhelmstraße aus. Ewald Schulz gründete in Vorhelm das heutige Unternehmen „Schulz-Profile“, das sich zunächst ebenfalls noch der Küferei widmete und dann auf allgemeine Holzbearbeitung und Herstellung von Profilen überging. 2008 ging er in den Ruhestand und übergab den Betrieb an Sohn Ludger Schulz.

Im Zuständigkeitsbereich von Ehefrau Natalie lag immer das Geschäft, das sie nach und nach zum Weinhandel ausbaute. Es wurde im Jahr 1997 vom zweiten Sohn Marcus Schulz übernommen.

Inzwischen freut sich das Jubelpaar über vier Kinder – zwei Töchter und zwei Söhne – sowieneun Enkelkinder und vier Urenkel. Der fünfte Urenkel wird Ende Mai dieses Jahres erwartet.

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