Folge 5: Ministerpräsident Meyers zu Gast
Sein Zeitplan ist viel zu eng

Ahlen -

Hochrangige Besucher hat die „Westfalen-Kaserne“ in ihrer 60-jährigen Geschichte viele erlebt. Doch die meisten nahmen sich mehr Zeit als Ministerpräsident Dr. Franz Meyers am 26. Juli 1961.

Dienstag, 23.04.2019, 16:10 Uhr
Ein straffes Programm absolvierte NRW-Ministerpräsident Dr. Franz Meyers (l.) am 26. Juli 1961 in Ahlen. Neben der Zeche Westfalen besuchte er auch die „Westfalen-Kaserne“. Im Hintergrund: Ingrid Kowalsky, damals für die „Ahlener Volkszeitung“ als Berichterstatterin dabei.
Ein straffes Programm absolvierte NRW-Ministerpräsident Dr. Franz Meyers (l.) am 26. Juli 1961 in Ahlen. Neben der Zeche Westfalen besuchte er auch die „Westfalen-Kaserne“. Im Hintergrund: Ingrid Kowalsky, damals für die „Ahlener Volkszeitung“ als Berichterstatterin dabei. Foto: Archiv

Von den schmückenden Fahnen, die alle öffentlichen Gebäude ihm zu Ehren gehisst haben, sieht Dr. Franz Meyers nichts. Der Zeitplan, den der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen am 26. Juli 1961 absolvieren soll, ist eng gestrickt.

Viel zu eng, wie die „Ahlener Volkszeitung“ am Tag danach kritisch konstatiert. Ein Beispiel für viele Blitzbesuche in der Standortgeschichte. Schon kurz nach der Begrüßung an jenem Mittwochmorgen um 9 Uhr im Beckumer Kreishaus geht es nach Ahlen. Nur eine halbe Stunde gesteht ihm das Protokoll für den Besuch der Zeche Westfalen zu. Mit einigen Minuten Verspätung geht die Fahrt des Meyers-Trosses weiter. Dennoch kommt dieser zu früh vor der „Westfalen-Kaserne“ an.

Der Grund: Die vorgesehene Viertelstunde für eine „Stadtrundfahrt“ – eher eine „Stadtdurchfahrt“ – wird nur zur Hälfte genutzt. „Man schlängelt sich über die August-Kirchner- und Dolberger Straße sowie den Röteringshof an Ahlens Stadtmitte – und damit seinen Problemen – vorbei“, heißt es im Pressebericht. „Stadtdirektor Hugo Stoffers, im Wagen des Ministerpräsidenten mitfahrend, macht den Führer.“

Am Kasernentor stehen Militärpolizisten stramm, als der lange Wagenkonvoi einbiegt. Oberstleutnant von Schönfeldt, Kommandeur des 7. Artillerie-Regiments, begrüßt am Eingang den Gast und seine Begleiter. Er stellt dem Ministerpräsidenten mehrere Stabsoffiziere vor.

In mehreren offenen Militärfahrzeugen rollt dann die Schar der Besucher durch das Kasernengelände, auf dem noch immer rege Bautätigkeit herrscht. Zunächst geht‘s zum Revier 191, wo Meyers einen Rundgang durch Krankenstuben und Behandlungszimmer macht, danach eine Kompanieunterkunft besichtigt.

Auf freiem Platz trifft Dr. Franz Meyers schließlich auf eine Kompanie Panzerjäger in feldmarschmäßiger Ausrüstung, lässt sich von einem jungen Leutnant verschiedene Waffen erklären, unterhält sich mit den Soldaten über ihren Dienst, ihre Verpflegung. Dann bemängelt der Landespolitiker die unzweckmäßige Anbringung einer Feldflasche am Sturmgepäck: „Da kann ja kein Mensch drankommen“, sagt er. Insgesamt zeigt sich Meyers aber von der im Heessener Busch geleisteten Arbeit beeindruckt.

Zuletzt geht es dann im Geschwindschritt durch die Küche eines Bataillons – nicht ohne Blick in einen der Vorratskeller. Wieder draußen angekommen, sind bereits die Abschiedsformeln und der beiderseitige Dank für das Interesse ausgetauscht, als einem Hochrangigen einfällt: Der Ministerpräsident muss sich noch ins Gästebuch der „Westfalen-Kaserne“ eintragen. Dach macht er auch, während vor dem Speisesaal bereits der Bürgermeister von Heessen wartet – dem nächsten Ziel des eiligen Politikergefolges, wo Gnadenhochzeitspaar besucht werden soll. Ihr Nachtquartier beziehen Dr. Franz Meyers und seine Gattin übrigens im Beckumer Hotel am Höxberg.

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