Kommunalwahl unter Corona-Bedingungen
Schokolade liegt schon im Tresor

Ahlen -

Mit eigenem Kugelschreiber, aber wohl ohne Maske werden die Ahlener bei der Kommunalwahl am 13. September ihre Kreuze auf verschiedenfarbigen Stimmzetteln machen können.

Montag, 20.07.2020, 20:00 Uhr
Silke Fischer mit der Farbskala der Stimmzettel für die Kommunalwahl: grau für den Rat, moosgrün und hellblau für die voraussichtlich zwei Durchgänge der Bürgermeisterwahl, arktikblau für die ebenfalls am 13. September stattfindende Wahl des Integrationsrates.
Silke Fischer mit der Farbskala der Stimmzettel für die Kommunalwahl: grau für den Rat, moosgrün und hellblau für die voraussichtlich zwei Durchgänge der Bürgermeisterwahl, arktikblau für die ebenfalls am 13. September stattfindende Wahl des Integrationsrates. Foto: Peter Harke

Seit 2009 ist Silke Fischer bei der Stadt Ahlen, und schon vorher, in Ennigerloh, der ersten Station nach ihrer Ausbildung, gehörte die Organisation von Wahlen zu ihrem Aufgabengebiet. Da stellt sich eine gewisse Routine ein. So blickt die Sachgebietsleiterin auch auf den nächsten Wahltermin am 13. September ganz entspannt. „Eigentlich“, sagt sie, „ist alles wie immer – bis auf Corona.“ Uneigentlich stehen Vorbereitung und Durchführung der Kommunalwahl diesmal eben doch unter besonderen Vorzeichen. Oberste Prämisse ist der Hygieneschutz, um ein Ansteckungsrisiko für alle Beteiligten so weit wie möglich auszuschließen.

Zwei neue Wahllokale

Ein Teil der rund 41 000 Stimmberechtigten in Ahlen wird sich am Wahlsonntag neu orientieren müssen. Wegen der nach wie vor geltenden Zugangsbeschränkungen für Senioren- und Pflegeeinrichtungen scheiden das Elisabeth-Tombrock-Haus und das Hugo-Stoffers-Zentrum als Wahllokale aus. Stattdessen wird das Foyer der Stadthalle zur Anlaufstelle für die Wählerinnen und Wähler aus dem Stimmbezirk 5, die Pausenhalle des Städtischen Gymnasiums dient als Wahlraum für den Bezirk 6. Gleich nebenan, in der Aula der Penne, stehen die Urnen für den Wahlbezirk 12. „So lassen sich die Besucherströme pro­blemlos durch getrennte Ein- und Ausgänge aneinander vorbei führen“, erklärt Silke Fischer, „die einen kommen über den Schulhof, die anderen vom Bruno-Wagler-Weg.“

Im Gymnasium werden wie immer auch die Briefwahlstimmen ausgezählt. Dabei rechnet die Verwaltung mit einem neuen Rekordaufkommen und hat darum die Zahl der Briefwahlbezirke von bisher fünf auf zehn erhöht, die jeweils mit einem sechsköpfigen Wahlvorstand besetzt sein werden. Insgesamt 244 Wahlhelfer werden benötigt, zwei Dutzend mehr als in der Vergangenheit, und noch sind ein paar „Stellen“ zu vergeben. „Freiwillige vor“, ermuntert Silke Fischer dazu, sich bei ihr zu melden, gerne auch Schüler (ab 16) oder Studenten, „um mal kommunalpolitische Luft zu schnuppern“.

Briefwahlbüro öffnet am 17. August

Das Briefwahlbüro im Rathaus zieht vom gewohnten Sitzungssaal III in den größeren Saal II um, der obendrein über zwei Türen verfügt. Es öffnet am Montag, 17. August. Ab diesem Tag werden auch die Wahlbenachrichtigungskarten verschickt, spätestens bis zum 23. August sollten alle bei den Empfängern angekommen sein. Doch auch ohne die Karte kann man schon unter Vorlage des Personalausweises seine Kreuze machen. Da es zu längeren Wartezeiten im Wahlbüro kommen könne, rät Silke Fischer, die Briefwahlunterlagen bequem online auf der Internetseite der Stadt (www.ahlen.de) zu beantragen und sie sich nach Hause zustellen zu lassen. „Die kann man dann seinem Briefträger wieder mitgeben oder am Rathaus einwerfen.“

Es soll ein Hygienekonzept vom Kreis geben, aber das liegt mir noch nicht vor.

Silke Fischer

Welche Schutzvorkehrungen am Wahlsonntag getroffen werden müssen, steht im Einzelnen noch nicht fest. „Es soll ein Hygienekonzept vom Kreis geben“, wartet Silke Fischer auf konkrete Instruktionen. Das NRW-Innenministerium hat jedoch bereits eine Liste mit Empfehlungen veröffentlicht, wonach zum Beispiel in den Wahllokalen ähnlich wie in Geschäften die Laufwege markiert und mit Hilfe von Absperrbändern die Einhaltung der Abstandsregeln sichergestellt werden sollen. Die Räume müssten „regelmäßig gelüftet werden“, heißt es weiter, und die Wähler sollten nach Möglichkeit ihren eigenen Kugelschreiber mitbringen. „Wir werden aber auch einen ausreichenden Vorrat haben“, kündigt Silke Fischer an.

Wahlvorstände hinter Spuckschutzwänden?

Eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht vorgesehen. Die Wahlvorstände könnten gegebenenfalls hinter Spuckschutzwänden sitzen. „Davon haben wir etwa 50 Stück im Rathaus verteilt, eventuell müssten wir noch ein paar nachordern“, wartet die Sachgebietsleiterin diesbezüglich auf eine Entscheidung.

Bestellt hat Silke Fischer jedenfalls schon das Pa­pier für die Stimmzettel in verschiedenen Farben: grau für die Stadtratswahl, moosgrün für den ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl und hellblau für die mögliche – und bei drei Kandidaten wahrscheinliche – Stichwahl zwei Wochen später.

Die Schokolade, die der Bürgermeister traditionell auf seiner Tour durch alle Wahllokale an die Helfer verteilt, ist bereits an einem sicheren und kühlen Ort eingelagert – im Tresor des Rathauses. „Damit ich da nicht vorher drankomme“, erklärt Silke Fischer lachend. Das gehört zur Routine wie das quadratisch-praktische Format der 261 Tafeln. Corona ändert doch nicht alles.

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