Wahlprogramm der Liberalen mit „grünen“ Akzenten
FDP: „Ahlen kann mehr“

„Wer Ahlen liebt, macht es besser“ – mit diesem Slogan zieht die FDP in den Kommunalwahlkampf. Was genau die Liberalen besser machen wollen, haben sie in einem zehnseitigen Wahlprogramm zu Papier gebracht, das am Mittwochabend der Presse vorgestellt wurde.

Donnerstag, 23.07.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 28.07.2020, 08:54 Uhr
Das Wahlprogramm der Ahlener FDP stellten am Mittwochabend vor: vorne v.l. Norbert Fleischer, Eric Fellmann, Thorsten Beiske; hinten v.l. Lars Jehne, Britta Tomsa, Carsten Westphal und Andrea Bartscher.
Das Wahlprogramm der Ahlener FDP stellten am Mittwochabend vor: vorne v.l. Norbert Fleischer, Eric Fellmann, Thorsten Beiske; hinten v.l. Lars Jehne, Britta Tomsa, Carsten Westphal und Andrea Bartscher. Foto: Peter Harke

AhlenDie Führung der Ahlener FDP geht nicht mehr davon aus, dass die Stadt noch vor der Kommunalwahl ei­nen neuen Baudezernenten bekommen wird. Das sei „utopisch“, glaubt der stellvertretende Ortsverbands- und Fraktionsvorsitzende Norbert Fleischer inzwischen. „Der Zug ist abgefahren.“ Auch Partei- und Fraktionschef Eric Fellmann macht aus seinem Unverständnis und seiner Verärgerung darüber, dass die Vorstellungstermine mit potenziellen Nachfolgern von Stadtbaurat An­dreas Mentz erst für Mitte August anberaumt worden sind, keinen Hehl. Es sei versäumt worden, die Gespräche noch vor den Sommerferien zu führen, dabei gebe es seines Wissens durchaus weitere „interessante Bewerber“, nachdem die Position Anfang Juni zum zweiten Mal ausgeschrieben worden war. Fellmann und Fleischer erwarten, dass die künftige Aufstellung der Verwaltungsspitze – dazu gehört auch die Wiederbesetzung der zweiten Bei­ge­ordneten­stelle – den Rat in neuer Konstellation nach dem 13. September noch einmal beschäftigen wird.

Wir haben noch viel mehr vor als das, was wir schon erreicht haben.

Norbert Fleischer

Adressat der Kritik ist Dr. Alexander Berger, mit dessen Arbeit die Liberalen jedoch insgesamt zufrieden sind und dessen Kandidatur sie wie schon 2015 erneut unterstützen. Aber anders als vor fünf Jahren wird diesmal nicht nur der Bürgermeister gewählt, darum will die FDP im Wahlkampf vorrangig für die eigenen inhaltlichen Positionen und Ziele werben. Formuliert sind diese in einem am Mittwoch vorgestellten zehnseitigen „Wahlprogramm für die Industriestadt im Grünen“. Diesen Begriff, geprägt in den 1970er Jahren, wollen die Freien Demokraten mit neuem Leben, neuen Inhalten füllen. Dabei gehe es „nicht darum, nur noch mehr Bäume zu pflanzen“, betont Norbert Fleischer, sondern generell um das Erscheinungsbild der Stadt, das an manchen Stellen ei­nen ungepflegten, jedenfalls keinen besonders einladenden Eindruck mache. Dabei denkt der Vize-Parteichef unter anderem an die Ortseingangsstraßen. So schön der Sidney-Hinds-Park jetzt auch sei, die meisten Besucher kämen nicht mit dem Zug, sondern mit dem Auto nach Ahlen. Um dann zum Beispiel über die Nordstraße in die Innenstadt zu fahren, wo dringend etwas gegen Leerstände und die Verwahrlosung von Gebäuden unternommen werden müsse.

Kleinere und flexiblere Busse im ÖPNV

„Die Stadt Ahlen kann mehr“ – diese Feststellung beziehen die Liberalen auch auf die Bürgerfreundlichkeit der Verwaltung wie auf den Ausbau der Digitalisierung – Stichwort „Smart City“ – und den Bereich Klimaschutz und Mobilität. Der lokale ÖPNV sei nicht mehr zeitgemäß und müsse individueller gestaltet werden, heißt es im Wahlprogramm. Kleineren und flexibleren Bussen mit innovativer Antriebstechnik wie Wasserstoff gehöre die Zukunft. Zu diesem Thema kündigte Eric Fellmann für den 30. August eine Informationsveranstaltung mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffer an. Um Hilfen für Unternehmen in der Corona-Krise soll es bei einem Treffen mit dem Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, Christoph Dammermann am 7. Au­­gust in der Stadthalle gehen. Anmeldungen können über die komplett neu gestaltete In­ternetseite der Ahlener FDP erfolgen.

Konzept für Stadtfest überdenken

Neben den liberalen „Markenkernen“ Wirtschafts- und Bildungspolitik widmet sich das Wahlprogramm auch der Kultur und dem Tourismus. Wenn Ahlen den Anspruch, die „Kulturhauptstadt des Kreises“ zu sein, weiter erfüllen wolle, müsse das Konzept von Stadtfest und anderen Veranstaltungen wie dem „Pöttkesmarkt“ überdacht werden, sagt Norbert Fleischer. Auch die Gastronomie, die wie kaum eine andere Branche unter dem Lockdown gelitten habe, brauche Unterstützung.

Die hoffen auch er und Eric Fellmann, in der kommenden Ratsperiode durch Britta Tomsa, auf Platz drei der Reserveliste, zu bekommen. Denn, so Fleischer: „Wir haben noch viel mehr vor als das, was wir schon erreicht haben.“

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