„VHS-Wahlstudio“ in der Stadthalle
Keine Vorstellung vom „Bürgercampus“

Ahlen -

Nur hundert Besucher hätten vor Ort dabei sein können, letztlich blieb sogar noch ein Drittel der Stühle frei. Rund 250 Zuschauer verfolgten am Dienstagabend lieber zu Hause die Internetübertragung des „VHS-Wahlstudios“ aus der Stadthalle und erlebten eine eher spannungsarme Debatte.

Mittwoch, 02.09.2020, 20:15 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 09:31 Uhr
Unter Corona-Bedingungen fand das „VHS-Wahlstudio“ am Dienstagabend in der Stadthalle statt.
Unter Corona-Bedingungen fand das „VHS-Wahlstudio“ am Dienstagabend in der Stadthalle statt. Foto: Ulrich Gösmann

Acht Parteien und Wählervereinigungen treten in Ahlen zur Kommunalwahl am 13. September an – so viele wie nie zuvor. Aber von der Anzahl her gerade noch passend, um auf der Bühne der Stadthalle die den Corona-Regeln geschuldeten Mindestabstände einhalten zu können. Noch weiter ausein­andergezogen als die Stehtische, hinter denen die Kandidaten auf Barhockern Platz nahmen, waren die im Parkett für hundert Besucher aufgestellten Stühle, von de­nen etwa ein Drittel frei blieb.

Doch immerhin weitere 250 Zuschauer verfolgten – wenn auch nicht durchgängig – die zweieinhalbstündige Veranstaltung am Dienstagabend per Live­stream im Internet. Eine „Einschaltquote", mit der VHS-Leiterin Nadine Köttendorf fürs erste Mal zufrieden war, die aber sicher noch steigerungsfähig ist, wenn am kommenden Montag an gleicher Stelle die Bürgermeisterkandidaten aufeinandertreffen.

Zum ersten „VHS-Wahlstudio“ hatten die Parteien und Wählergruppen jeweils ihre Spitzenkandidaten entsandt, mit Ausnahme der CDU, für die Rita Pöppinghaus-Voss in Vertretung des beruflich verhinderten Peter Lehmann in die Bütt ging und so die Frauenquote zumindest leicht anhob, auf das Niveau der Zusammensetzung des aktuellen Stadtrats. „Dafür haben wir im Moderatorenteam ein Verhältnis von zwei zu eins“, bemerkte Nadine Köttendorf, der die Journalisten Maria Kessing („Die Glocke“) und Dierk Hartleb („Ahlener Zeitung“) zur Seite standen.

VHS-Wahlstudio in der Stadthalle

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Sebastian Richter „mit Wersewasser getauft“

Zum Warmwerden gab es zunächst eine lockere Vorstellungsrunde, bei der das Publikum erfuhr, dass der SPD-Vorsitzende Sebastian Richter „mit Wersewasser getauft“ wurde, weil sein Kinderwagen auf Abwege geriet, und dass Reiner Jenkel , von Maria Kessing als „Mann mit dem Herzen auf dem linken Fleck“ tituliert, nach Ablauf der kommenden Wahlperiode in fünf Jahren, mit 75, „endgültig“ auch als Politiker in Rente gehen will.

Sodann sollte es hart, aber fair zur Sache gehen, gleich das erste Thema barg potenziell Konfliktstoff, der jedoch nicht so recht zündete. Die eingeforderte Vision vom „Bürgercampus“ blieben die Politiker durch die Bank schuldig. Wie die Neubauten von Rathaus und Stadthalle aussehen könnten, davon hatte anscheinend keiner von ihnen eine konkrete Vorstellung. Man sollte auch den Architekten nicht vorgreifen, meinte FWG-Chef Heinrich Artmann.

Matthias Bußmann machte keinen Hehl daraus, dass es der BMA nach wie vor am liebsten wäre, die Bestandsgebäude zu erhalten und zu sanieren. Aber, fügte der Fraktionsvorsitzende hin­zu: „Wir sind nicht von gestern. Das Ergebnis des Bürgerentscheids erkennen wir natürlich an.“ Die BMA werde gleichwohl das Projekt weiter „sehr kritisch begleiten“. Auch die SPD, versicherte Sebastian Richter, wolle „nicht mit dem Kopf durch die Wand“, sondern werde darauf achten, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Was Petra Pähler-Paul indes für ausgemacht hält. Niemand könne glauben, „dass es bei 70 Millionen bleiben wird“.

Die Sache ist noch lange nicht zu Ende.

Alfred Thiemann („Rathausfreunde“)

Die grüne Fraktionsvorsitzende brachte erneut die ehemalige Bodel­schwingh­­­­­schule als Alternativstandort ins Gespräch, kann sich den Bürgerservice im Haus Holtermann am Markt vorstellen, nannte es einen Fehler, dass die Stadt dieses nicht schon vor Jahren selbst erworben habe. Reiner Jenkel (Die Linke) wollte eigentlich gar nichts mehr zur „Rathausfrage“ sagen: „Ich weiß nicht, was das jetzt soll. Es ist zweimal entschieden worden.“ Damit finden sich die „Rathausfreunde Ahlen 2020“ indes nicht ab. „Die Sache ist noch lange nicht zu Ende“, erklärte Al­fred Thiemann, der der BMA vorwarf, sie schmücke sich „mit fremden Federn“. Was Matthias Bußmann später an anderer Stelle mit den Worten konterte: „Uns geht es um Dinge, nicht um Personen. Die BMA hat die richtigen Rathausfreunde und nicht die Plagiate.“

Wir brauchen ein vernünftiges Parkleitsystem.

Rita Pöppinghaus-Voss (CDU)

Auf die nächste Frage nach Ideen zur Belebung der Innenstadt und des Marktplatzes hielt Alfred Thiemann erst noch einmal ein Plädoyer für den Erhalt von Rathaus und Stadthalle und stellte dann die These auf: „Eine Innenstadt, die belebt ist, reguliert sich von alleine.“ Auf die Gesetze der Marktwirtschaft wies auch Sebastian Richter hin. „Wir können die Geschäfte nicht selber aufmachen, wir können nur Rahmenbedingungen schaffen.“ Dazu gehört aus Sicht von Rita Pöppinghaus-Voss ein „vernünftiges“ Parkleitsystem. Rings um die Fußgängerzone gebe es 400 Parkplätze, das sei „nicht wenig“. Dennoch halte die CDU zusätzlich ein Parkhaus in Bahnhofsnähe für erforderlich.

Mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt schaffen

Widerspruch von Petra Pähler-Paul: Die Innenstadt rette man nicht mit „Konzepten der 90er Jahre“, jedenfalls nicht mit mehr Parkplätzen. Ziel müsse es sein, die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Damit gingen die folgenden Redner konform. Reiner Jenkel wünscht sich mehr Veranstaltungen, nicht nur auf dem Marktplatz, Heinrich Artmann „moderne“ Spielgeräte in der Fußgängerzone. Matthias Bußmann hält auch bauliche Veränderungen für notwendig, zum Beispiel am Kugelbrunnen und im Mariengarten: „Die Mauern müssen weg.“ Eric Fellmann (FDP) fordert, die Konzepte tradierter Veranstaltungsformate wie Stadtfest und „Pöttkesmarkt“ zu überdenken. Insgesamt müsse Ahlen besser vermarktet werden.

Weitere Themen waren Klimaschutz und Integration (Bericht folgt).

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