Wahltag unter Coronabedingungen
„Alles ein bisschen ungewohnt“

Ahlen -

Die Corona-Pandemie machte die diesjährige Kommunalwahl zu einer besonderen. Doch auch wenn sich so manche Dinge ändern mussten, lief die Abstimmung im Großen und Ganzen rund.

Sonntag, 13.09.2020, 18:45 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 11:22 Uhr
Auf Schokoladentour: Gabriele Hoffmann (l.) und Christiane Heuser sagten mit Schokolade Dank an alle Wahlhelfer. Wahlvorsteherin Ute Neufeld (r.) nahm diese für ihr Wahlhelferteam entgegen.
Auf Schokoladentour: Gabriele Hoffmann (l.) und Christiane Heuser sagten mit Schokolade Dank an alle Wahlhelfer. Wahlvorsteherin Ute Neufeld (r.) nahm diese für ihr Wahlhelferteam entgegen. Foto: Ralf Steinhorst

Diese Kommunalwahl war historisch. Das stand schon bei Öffnung der Wahllokale am Sonntagmorgen um 8 Uhr fest – unabhängig vom Wahlausgang. Denn erstmals war in Nordrhein-Westfalen die Gesundheitsvorsorge in den Wahllokalen genauso wichtig wie das Kreuz auf den Wahlzetteln. Die Corona-Pandemie führte zu einem erheblichen Mehr an Organisationsaufwand.

Schon das Wegfallen der traditionellen und in diesen Zeiten sensiblen Wahllokale Elisabeth-Tombrock-Haus und Hugo-Stoffers-Zentrum forderte die städtischen Wahlkoordinatoren heraus. Dafür wurden im Foyer der Stadthalle und der Pausenhalle des Städtischen Gymnasiums neue Abstimmungsräume eingerichtet. Die zu erwartende Steigerung bei den Briefwählern – 9261 Personen hatten Briefwahlunterlagen beantragt – führte zu zehn Briefwahlbezirken. 2019 zur Europawahl waren es noch fünf. Das erstmals neben Wahlurnen auch Hygienemittel inklusive Masken, Trennscheiben und Markierungshilfen in die Wahllokale geliefert wurden, rundete das Bild ab.

Die Bürger haben sehr viel Verständnis für die Situation.

Manuel Langebach

„Es ist alles ein bisschen ungewohnt“, gibt dann auch Thomas Schürmeyer, Wahlleiter in der Städtischen Gesamtschule links, zu. Nur zwei Wähler dürfen gleichzeitig in den Klassenraum, was in der Mittagszeit zu einer langen Schlange vor dem Gebäude führt. Als sich gerade ältere Wähler Sitzgelegenheiten draußen vor dem Gebäude wünschten, reagiert Thomas Schürmeyer umgehend und stellt Klassenbestuhlung raus. „Die Bürger haben sehr viel Verständnis für die Situation“, ergänzt Wahlhelfer Manuel Langebach.

Apropos Wahlhelfer: Über 250 sind im Einsatz, um die Wahlzettel der 40 505 Wahlberechtigten auszugeben und auszuzählen. Dafür gibt es als Dank neben einer Aufwandsentschädigung eine Schokolade, die Fachbereichsleiterin Gabriele Hoffmann und die Integrationsbeauftragte Christiane Heuser bei ihrer Rundreise mit Bürgermeisterdienstwagen in die Wahllokale bringen. „Ich bin zufrieden mit dem Verlauf“, gibt sich Gabriele Hoffmann in der Mittagszeit entspannt.

Es ist alles rund gelaufen. Nur ein paar Wähler haben sich verirrt.

Ute Neufeld

Auch Wahlleiterin Ute Neufeld in der Pausenhalle des Städtischen Gymnasiums, Ersatzwahllokal für das Hugo-Stoffers-Zentrum, sieht das für ihren Bereich so: „Es ist alles rund gelaufen. Nur ein paar Wähler haben sich verirrt.“ Auch der kleine Lapsus eines Stadtratskandidaten, der in seinem Wahlflyer um die Wählerstimme im Hugo-Stoffers-Zentrum bat, führte kaum zu Irritationen. Lediglich ein älterer Herr wollte nach Auskunft eines Mitarbeiters des Seniorenzentrums gegen 9.30 Uhr dort wählen, wurde dann aber weitergeleitet. Eine halbe Stunde später hat ein Parteikollege des Kandidaten vor der Tür ein Schild aufgestellt, das auf den Wechsel des Wahllokals verwies.

Es ist schon ein bisschen komisch, ich hoffe zur Bundestagswahl 2021 läuft alles wieder normal.

Martina Loegel

Schlangestehen war in der Pausenhalle nicht das große Thema, hier war Platz und Raum für gleichzeitig vier Wähler. Trotzdem war es für Wahlhelferin Martina Loegel eine besondere Wahl: „Es ist schon ein bisschen komisch, ich hoffe zur Bundestagswahl 2021 läuft alles wieder normal.“

Um 13.30 Uhr traten die Wahlhelfer im Briefwahlauszählzentrum im Städtischen Gymnasium an, um die Flut der Briefwahlunterlagen zu bewältigen. Erstmals wurde wegen der verdoppelten Briefwahlbezirke auf zwei Etagen ausgezählt, hinzu kamen zwei Bezirke für die Integrationswahl, die dort komplett ausgezählt wurden. Die Vorbereitungen gingen dort schnell von der Hand, um 18 Uhr öffneten sich auch dort die Wahlurnen.

Abstimmung unter Corona-Bedingungen

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  • Auf Schokoladentour: Gabriele Hoffmann und Christiane Heuse sagten mit Schokolade Dank an alle Wahlhelfer. Wahlvorsteherin Ute Neufeld (v. l.) nahm diese für ihr Wahlhelferteam entgegen.

    Foto: Ralf Steinhorst
  • Aufgrund der Coronamassnahmen bildeten sich vor den Wahllokalen in der Städtischen Gesamtschule lange Schlangen. Dort durften sich gleichzeitig nur je zwei Wähler im Wahlraum befinden.

    Foto: Ralf Steinhorst
  • Hier geht’s lang: Pfeile auf dem Boden wiesen den Wählern die richtige Laufrichtung.

    Foto: Ralf Steinhorst
  • Unmissverständlich wurden die Wähler auf die Maskenpflicht in den Wahllokalen hingewiesen.

    Foto: Ralf Steinhorst
  • Hier geht bei dieser Wahl nichts. Das traditionelle Wahllokal Hugo-Stoffers-Zentrum zog zum Städtischen Gymnasium um, wie ein Hinweis an der Eingangstür zeigte.

    Foto: Ralf Steinhorst
  • Gebrauchte Kullis bitte in den Becher. Die Schreibgeräte wurden vor Wiederverwendung desinfiziert.

    Foto: Ralf Steinhorst
  • Wahlhelferin Martina Loegel hinter einer Plexiglasscheibe. Auch Packs mit Latexhandschuhen und Masken gehörten neu zur Ausrüstung der Wahllokale.

    Foto: Ralf Steinhorst
  • Am frühen Sonntagnachmittag stiegen auch die Wahlhelfer im Briefwahlauszählzentrum ein. Dort leisteten Marina Bänke und die anderen Wahlhelfer die Vorarbeiten für die Auszählung um 18 Uhr.

    Foto: Ralf Steinhorst
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