Drensteinfurt
Gartenzwerge sind tabu

Freitag, 15.05.2009, 23:05 Uhr

Rinkerode - Tief in der Davert liegt er versteckt. Und wer den Weg nicht genau kennt, wird Probleme haben, ihn zu finden, den Rinkeroder Campingplatz. Den Rinkeroder Campingplatz? Richtig gelesen, im Davertdorf gibt es einen Campingplatz und das schon seit mehr als 40 Jahren. „Selbst alteingesessene Rinkeroder wissen oft gar nicht, dass es uns gibt“, sagt Johann Müller , Vorsitzender des Betreiber-Vereins.

Laut ist in der grünen Idylle am Rande des Waldes nur das Zwitschern der Vögel. Alle anderen Geräusche - Autos, die Bahnlinie, Stimmen aus dem Dorf - werden vom leisen aber beständigen Rauschen der Bäume verschluckt. Trotz seiner abgeschiedenen Lage bietet der Platz alles, was das Camperherz begehrt: ein Duschhaus, Toilettenanlagen, einen Spielplatz, ein eigenes Clubheim und immerhin 40 großzügig zugeschnittene Stellplätze. Nur Gartenzwerge sucht man vergebens. „Wir wollen nicht, dass jemand damit anfängt“, sagt Johann Müller. „Unser Platz liegt mitten in der Natur und soll sich der Landschaft so gut wie möglich anpassen.“ Aus diesem Grund pflanzen die Camper auf ihren bis zu 200 Quadratmeter großen Parzellen auch nur solche Bäume, die in der Davert ohnehin vorkommen.

37 der 40 Stellplätze sind zurzeit ständig belegt. „Die meisten Dauercamper bei uns sind Rentner aus dem Ruhrgebiet“, sagt Johann Müller, der selbst aus Ahlen stammt. „Die wohnen zu Hause in einer Wohnung mit dreieinhalb Zimmern und sind froh, wenn sie sich hier in der Natur frei bewegen können.“ Einige Pächter der Parzellen stammen aber auch aus Münster, Drensteinfurt oder Rinkerode. „Das ist eine einfache Rechnung“, erklärt Müller. „Wenn ich meinen Wohnwagen bei einem Bauern abstelle, kostet mich das schnell 30 Euro pro Monat.“ Viel teurer sei der Stellplatz in der Davert nicht, und die herrliche Lage und die Gemeinschaft mit den anderen Campern könne man sowieso nicht bezahlen.

Voraussetzung für einen Stellplatz im Grünen ist die Mitgliedschaft im Ortsverein „Rinkerode-Davert“ des Deutschen Camping Clubs. Da sich die Camper komplett in Eigenregie verwalten, muss jeder im Jahr 15 Arbeitsstunden ableisten - ob nun beim Ausschachten einer neuen Klärgrube oder beim Putzen der Fenster im Clubhaus. „Das ist aber kein Problem“, berichtet Johann Müller. „Jeder macht das, was er kann, und viele kommen auf deutlich mehr als 15 Stunden.“

Auch Urlauber von weiter weg sind hin und wieder auf dem Rinkeroder Campingplatz zu Gast. „Wir hatten schon Leute aus Holland oder Dänemark bei uns“, berichtet Müller. Drei Euro kostet der Stellplatz für einen Wohnwagen pro Nacht, ein weiterer wird für das Auto fällig. Erwachsene zahlen 2,50 Euro und Jugendliche 1,50 Euro. Nicht viel im Vergleich zu anderen Plätzen, zumal Kinder unter sieben Jahren frei sind. Auf Annehmlichkeiten wie einen Kiosk oder den Brötchen-Service am Morgen müssen die Urlauber in Davert zwar verzichten, mit etwas Glück aber können sie dafür einem der geselligen Abende im Clubheim beiwohnen, das in einem alten Bauernhaus untergebracht ist und „Kiepenkerl Kotten“ heißt. „In dem Ferien gibt es bei uns auch immer Programm für die Kinder“, sagt Müller.

Für neue Gesichter in ihrer Gemeinschaft seien die Camping-Freunde jederzeit offen, betont Vorsitzender Johann Müller. „Besonders würden wir uns aber freuen, wenn wieder einmal eine Familie mit jüngeren Kindern zu uns stößt.“

» Wer Interesse an einem Stellplatz oder Fragen zum Rinkeroder Campingplatz in der Davert hat, kann sich telefonisch mit Johann Müller, ' 0 23 82 / 7 66 86 81 in Verbindung setzen.

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