Drensteinfurt
Ägyptische Impressionen

Donnerstag, 10.09.2009, 21:09 Uhr

Drensteinfurt - „Zeitgleich - ägyptische Fotoimpressionen “ heißt die neue Ausstellung der Drensteinfurter Künstlerin Gisela Schäper , die am Sonntag, 20. September, um 15 Uhr in Münster in der Produzentengalerie „SO-66“ öffnet. Mit von der Partie ist dann eine weitere Drensteinfurterin: Irmingard Stelter . Sie liest aus ihren „Ägyptischen Tagebüchern“ Geschichten aus „2000 und einer Nacht“.

„Was sehe ich, wenn ich ein anderes Land betrete? Was nehme ich wahr, wenn ich das Leben um mich herum betrachte? Bleibe ich geblendet von dem, was mir exotisch erscheint? Bleibe ich im Schatten meiner vorgefertigten Vorstellungen? Wie gelingt es mir, die Vielschichtigkeit dieser Kultur zu begreifen?“, hinterfragt Gisela Schäper.

Ägypten sieht sie im Spiegel seiner Geschichte und seiner Märchen, seiner Traditionen, Religionen und dem modernen Leben, seiner Männer- und Frauenwelten. Bizarr und gegensätzlich schienen sich seine Realitäten gegenüber zu stehen. Und doch existierten sie gleichzeitig, sind miteinander verwoben, zerstückelt, verklebt, wie in einer großen Collage zusammengefügt.

Spiegelungen, wie auf ihren Ausstellungsstücken zu sehen, faszinieren sie nach eigenem Bekunden schon sehr lange. „In meinen Foto-Arbeiten spüre ich der Welt von Schein und Wirklichkeit in Spiegelungen und Reflexionen nach“, sagt die Drensteinfurterin.

Sie verwendet eine Glasscheibe, um in ihrer spiegelnden Oberfläche Landschaften, Architektur, Gegenstände und Menschen zu fangen. Die Transparenz der Glasscheibe projiziere ihre Abbilder wiederum auf die Wirklichkeit hinter der Glasscheibe. Szenen, die sich vor ihr und hinter ihrem Rücken abspielen, verschmelzen so zeitgleich zu einem einzigen Augenblick. Wenn sich das spiegelnde Glas im Spiegel einer Schaufensterscheibe oder eines Spiegels spiegele, sei die Verwirrung groß.

Bildelemente überlagern sich, Größenverhältnisse werden verzerrt. Nahes und Fernes verbindet sich, Helles legt sich auf Dunkles, beschreibt sie ihre Werke. Eine Landschaft werde zum grafischen Element einer Wand, ein Mensch ein Schatten zwischen Schaufensterpuppen. Harte Materie werde durchlässig, scharfe Konturen flößen ineinander, fest gefügte Ordnungen lösten sich auf. Sicherheiten schwänden.

Die Frage „Was ist wirklich?“ werde zum Spiel mit der Vielfältigkeit des Seins.

Die Spiegelreflexionen in den Bildern eröffneten eine neue Wirklichkeit für die Betrachter. In ihren Köpfen würden sie wieder zu Reflexionen über das Land, die Kultur, das Leben.

Die Ausstellung in der Produzentengalerie „SO-66“ an der Soester Straße 66 in Münster ist vom 20. September bis zum 29. Oktober donnerstags von 11 bis 14 Uhr, samstags von 17 bis 20 Uhr sowie sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet - und nach Vereinbarung.

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