Drensteinfurt
Ganz genau hingeschaut

Donnerstag, 10.09.2009, 15:09 Uhr

Drensteinfurt - Das neuzeitliche Drensteinfurt nahm Pastor Walter Gröne gemeinsam mit rund 20 Drensteinfurtern am Mittwochabend in den Blick. Im Rahmen der Aktion „Miteinander in Drensteinfurt“ brachte der Heimatkundler vor allem den Neubürgern die Stadt und ihre Geschichte näher.

Aber auch alteingesessene Stewwerter ließen es sich nicht nehmen, bei der zweiten Stadtteilwanderung unbekannte Details über ihre Heimat zu erfahren. Anhand zweier alter Ansichtskarten verdeutlichte Pastor Gröne zunächst die Veränderungen, die die Ecke Mühlen- und Wagenfeldstraße in den vergangenen 60 Jahren geprägt haben. Nur wenig entfernt von der heutigen Straßenkreuzung stand einmal ein Torhäuschen, in dem einer der berühmtesten Söhne der Stadt aufgewachsen ist. Der Dichter Karl Wagenfeld , der als einziger Dokumentarist des in Drensteinfurt gesprochenen Plattdeutsch gilt, verbrachte hier seine Jugend. Dieses Haus und auch einige andere Gebäude sind der Stadtsanierung zum Opfer gefallen.

Weiter führte der Weg zum Ehrenmal. „Jeder kennt es, aber kein Mensch schaut genau darauf“, sagte Pastor Gröne und nutzte die Gelegenheit, ins Detail zu gehen. Auf dem Weg über die Marienstraße zur Danziger Straße kamen die Stadtkundler auch am „Kohues“ vorbei. „Wer weiß noch, dass in dieser Sackgasse einmal ein großer Kuhstahl stand?“, fragte Gröne. „Die Bedeutung des ungewöhnlichen Namens ist mir im Laufe der Zeit klar geworden“, erklärte der Stadtführer. Dabei stützte er sich auf eine Mischung aus eigenen Überlegungen, überlieferter Stadtgeschichte und seinen plattdeutsch Kenntnissen. „Beweisen kann ich das im Detail nicht“, schränkte der seit 37 Jahren in Drensteinfurt lebende Gröne ein und versprach, „wenn ich mal Zeit habe, möchte ich gern fundiert wissenschaftlich daran arbeiten“.

Die Bedeutung des Namens Danziger Straße glaubt er anhand der jüngeren Stadtgeschichte erklären zu können. Anfang der 50-er Jahre wurden dort große Wohnblöcke für die Vertriebenen errichtet. Diesen wollte die Stadt wahrscheinlich mit dem Straßennamen ein Stück Heimat wiedergeben.

Am 30. September folgt der dritte und letzte Teil der Stadtführung. Dann ist Pastor Gröne dem mittelalterlichen Drensteinfurt auf der Spur.

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