Drensteinfurt
Historische Instrumente treffen auf neueste Technik

Drensteinfurt - In der ehemaligen Synagoge sah es am Wochenende ganz anders aus als gewohnt: Notenständer, historische Instrumente, dazu einige Mikrofone und Kabel warteten auf ihren Einsatz. Die Musiker des „Forums Alte Musik“ wurden in den historischen Gemäuern von zwei zukünftigen Toningenieuren aufgezeichnet. Die beiden Düsseldorfer Bachelor-Studenten nutzen die Aufnahmen...

Montag, 14.12.2009, 23:12 Uhr

Drensteinfurt - In der ehemaligen Synagoge sah es am Wochenende ganz anders aus als gewohnt: Notenständer , historische Instrumente, dazu einige Mikrofone und Kabel warteten auf ihren Einsatz. Die Musiker des „Forums Alte Musik“ wurden in den historischen Gemäuern von zwei zukünftigen Toningenieuren aufgezeichnet. Die beiden Düsseldorfer Bachelor-Studenten nutzen die Aufnahmen für eine ihrer Prüfungen.

Vor zwei Jahren gründete sich das Ensemble, das zehn Musiker zählt und regelmäßig probt. Im Mai dieses Jahres gaben sie in Ahlen ihr erstes Konzert - im nächsten Jahr soll ein weiteres folgen. Um einerseits denjenigen, die alte Musik spielen, die Möglichkeit zu geben, mit Gleichgesinnten zu musizieren und andererseits sein Wissen und seine Erfahrung weiterzugeben - das waren die ausschlaggebenden Gründe für Andreas Klingel , das Ensemble ins Leben zu rufen. Auf die Fahne haben sich die Musiker geschrieben, der historischen Aufführungspraxis möglichst gerecht zu werden. „Wir wollen die Stücke so spielen, wie sie im 17. Jahrhundert geklungen haben könnten.“

Die Auswahl des Raums gestaltete sich zunächst schwierig. Im Kulturbahnhof war die Akustik nicht ideal - zumal dort Güterzüge vorbeifahren. In der Ahlener Musikschule herrschte durch die kuppelartige Decke „Überakustik“. So fiel Andreas Klingel nur noch die ehemalige Synagoge ein. Die Verantwortlichen waren von der Idee sofort begeistert und überließen den Musikern am Wochenende den Raum. Für die Instrumentalisten war die Probe in der ehemaligen Synagoge also eine Premiere. „Klingt gut“, beurteilten sie mit kritischem Ohr den Klang des Raumes. Das war wenige Stunden zuvor noch nicht so. Noch ehe dort Teppich ausgelegt und schallschluckender Stoff an den richtigen Stellen positioniert wurde, herrschte dort keine optimale Akustik. So genannte stehende Wellen, die eine Art Wummern bei manchen Tönen verursachen, ärgerten zunächst die Düsseldorfer Studenten Sascha Schiemann und Sebastian Bickert. „Doch mit ein paar Tricks konnten wir den Klang des Raumes deutlich verbessern“, erklärten die Studenten.

Mit neuester Technik nahmen Schiemann und Bickert die barocken Stücke auf. Zunächst spielte sich das Ensemble ein. Dabei richteten die beiden Techniker alles so aus, dass es ihrem Klangbild entsprach. Als die Mikrofone „scharf geschaltet“ wurden, mussten einzelne Passagen immer wieder eingespielt werden. So lange, bis Musiker und Techniker zufrieden waren.

„Wunderbar“, fasste Andreas Klingel die beiden Aufnahmetage in einem Wort zusammen. „Ich finde es bemerkenswert, dass wir so viel in so kurzer Zeit geschafft haben.“ Auch lobte der Leiter des Forums die konzentrierte, aber entspannte Arbeitsweise.

Nun wartet auf die beiden jungen Männer, die an der Robert-Schumann-Hochschule und an der Fachhochschule Düsseldorf studieren, noch ein ganzes Stück Arbeit. In den hochschuleigenen Tonstudios werden sie den Stücken bei der Nachbearbeitung den letzten Schliff verpassen. Im Februar werden sie die Arbeit dem Professor präsentieren.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/620534?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F127%2F702702%2F702703%2F
Nachrichten-Ticker