Drensteinfurt
Bettensteuer ist kein Thema

Mittwoch, 13.10.2010, 23:10 Uhr

Drensteinfurt - Mehrwertsteuer für Hotels runter, Bettensteuer neu und rauf. Den Hoteliers stehen im Moment vielerorts die Nackenhaare zu Berge, denn nachdem sich die Wogen über das „Bundes-FDP-Geschenk“ geglättet haben, schlägt nun die Idee einer „Bettensteuer“ neue Wellen.

Während in Köln und anderen Großstädten sowie in touristischen Hochburgen die Einführung der Bettensteuer als kommunale Einnahmequelle ernsthaft überlegt und teilweise auch schon eingeführt ist, winkt Bürgermeister Paul Berlage für die Wersestadt ab. Weder in der Verwaltung noch in politischen Gremien sei bislang überhaupt jemand auf die Idee gekommen. Zudem: „Drensteinfurt ist keine Touristenhochburg. Da wären die Verwaltungskosten alleine schon höher als die Einnahmen.“ Die Kosten-Nutzen-Rechnung für die Stadt ist damit klar: Die Steuer würde mehr kosten, als sie einbringen würde.

Wenig begeistert wären schlussendlich auch die befragten Hoteliers. Hotelkauffrau Bernadette Lohmann vom gleichnamigen Hotel in Rinkerode macht im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, dass die Einführung einer Bettensteuer zwangsläufig alle positiven Bemühungen zugunsten des Hauses und des Gastes zunichte machen würde. Durch die Senkung der Mehrwertsteuer für Hotelbetriebe auf sieben Prozent sei es möglich gewesen, Zimmerrenovierungen durchzuführen und die Zimmerpreise stabil zu halten.

Das sieht auch Benno Volking vom Haus Volking in Walstedde so: „Ich habe die Übernachtungspreise netto neu kalkuliert, den aktuellen Mehrwertsteuersatz aufgeschlagen und bin dennoch um gut acht Prozent günstiger als 2009.“ Eine Bettensteuer würde die Bemühungen um kostengünstige und attraktive Angebote nur konterkarieren.

Frank Kronshage vom Drensteinfurter „Amigos“ hofft, dass in der Wersestadt die Steuer kein Thema werden wird. Durch die Einsparungen infolge der günstigeren Mehrwertsteuer konnte er die seit fünf Jahren geltenden Übernachtungspreise auch weiterhin stabil halten und eine Mitarbeiterin für den Hotelservice einstellen. Zudem möchte der Hotelier in naher Zukunft weitere Zimmer renovieren. Und das kostet Geld.

Mit den Übernachtungszahlen sind übrigens alle drei Hoteliers zufrieden. „Der Werseradwanderweg hat viel zum Aufschwung beigetragen“, ist sich Kronshage sicher, der - ebenso wie Benno Volking - an den Wochenenden von der Nachfrage der Radtouristen profitiert. Unter der Woche verzeichnet vor allem das Haus Volking eine gute Belegung durch Monteure. So kommt Benno Volking auf eine Zimmerauslastung von bis zu 70 Prozent. „Mehr geht bei uns nicht“, stellt er zufrieden fest.

Auch im „Amigos“ werden die Betten seltener kalt als noch vor einigen Jahren. So freut sich Frank Kronshage über die Zuspruch nicht nur der Radtouristen, sondern auch von Monteuren und Geschäftsreisenden.

Das Haus Lohmann in Rinkerode hingegen hat schon beinahe traditionell einen guten Ruf bei Fahrradtouristen und anderen Erholungssuchenden. Die Nähe zur Universitätsstadt Münster tut ein Übriges, die zwölf Zimmer im verkehrsgünstig am Bahnhof gelegenen Haus auszulasten.

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