Drensteinfurt
Exxon holt Experten ins Boot

Donnerstag, 17.03.2011, 23:03 Uhr

Drensteinfurt - „ Exxon Mobile“ geht in die Offensive: Nachdem die Kritik an den geplanten unkonventionellen Gasbohrprojekten auch von Seiten der Politik und der großen kommunalen Versorger - wie zuletzt der Gelsenwasser AG - lauter wird, setzt der Energie-Konzern auf Dialog. Mit Hilfe der „unabhängigen Prozessbegleiter“ Ruth Hammerbacher und Christoph Ewen sowie mit weiteren anerkannten Wissenschaftlern will Exxon nun für „Transparenz“ sorgen. Am Montag soll Ruth Hammerbacher den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt das Exxon-Konzept vorstellen.

„,Exxon Mobil hat sich in dieser Situation für das Angebot eines breit angelegten Informations- und Dialogprozesses entschieden, mit dem ein Höchstmaß an öffentlicher Transparenz und neutraler fachlicher Fundierung für die Exxon-Mobil-Aktivitäten erreicht werden soll“, heißt es dazu ein einer Stellungnahme des Konzerns. Kern des Vorschlags des Energie-Riesens: Unter Moderation der beiden beauftragten „Prozessbegleiter“ sollen auf verschiedenen Ebenen Fragenkataloge erarbeitet werden. In „Open-Space-Konferenzen“ sollen dabei auch interessierte Bürger die Möglichkeit erhalten, ihre Sorgen vorzutragen. Zusammen mit den Anliegen der beteiligten gesellschaftlichen Akteure sollen die gebündelten Fragenkataloge einem „neutralen Expertenkreis“ übergeben werden. „Die Experten benennen offene Fragen und formulieren Kriterien für eine sichere und umweltgerechte Anwendung der Fracking-Technologie in dem Exxon-Mobil-Projektgebiet sowie Empfehlungen zum weiteren Vorgehen“, heißt es im Exxon-Papier. Wie Konzern-Sprecher Gernot Kalkoffen weiter schildert, habe man mit Professor Dr. Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Magdeburg „einen profilierten und von der Erdgasindustrie sowie der Fracking-Technologie unabhängigen Wissenschaftler“ gewonnen. „Er entscheidet selbstständig über das Arbeitsprogramm, die Auswahl der Experten und den Einsatz der benötigten Mittel“, erklärt Kalkoffen. Die Kosten für die Untersuchungen der Expertengruppe trage „Exxon-Mobil“.

Am Montag soll der Fachausschuss entscheiden, ob die Stadt Drensteinfurt „an einer Mitwirkung im ,Arbeitskreiskreis der gesellschaftlichen Akteure interessiert ist“. Das konstituierende Treffen dieses Arbeitskreises sei für Donnerstag, 7. April, in Osnabrück geplant, direkt „vor einer ebenfalls für diesen Tag geplanten ,Open-Space-Konferenz für die Erarbeitung eines Fragenkatalogs an die Experten gemeinsam mit interessierten Bürgern“, so Gernot Kalkofen.

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