Drensteinfurt
Reizthema Dichtigkeitsprüfung

Dienstag, 03.05.2011, 17:05 Uhr

Drensteinfurt - Dicht oder nicht? Diese Frage sollten sich zurzeit die Grundstücksbesitzer in Drensteinfurt stellen. Gemäß Paragraf 61a des Landeswassergesetztes müssen sich alle Grundstückseigentümer um die Dichtigkeit ihrer Abwasserkanäle kümmern. Bis zum 31. Dezember 2015 müssen alle Haushaltsanschlüsse auf ihre Dichtheit hin überprüft worden sein - und das muss zudem noch bescheinigt worden sein.

Dieses Gesetz führt aufgrund der zu erwartenden hohen Kosten bei vielen Bürgern zu Unsicherheit und Diskussionsbedarf. Aus diesem Grund hatte die Stadt Drensteinfurt am Montagabend zu einem ersten Informationsgespräch in die Realschule eingeladen. Vor rund 300 Interessierten stellten Vertreter der Stadt Drensteinfurt sowie Rodegang Elkendorf vom Ingenieurbüro Gnegel aus Sendenhorst ein erstes Konzept zur Umsetzung des Gesetzes vor.

Zu Beginn verdeutlichte Bürgermeister Paul Berlage nochmals die Wichtigkeit. „Dieses Thema hat es verdient, sich damit auseinander zu setzten. Es geht um unser Vermögen und um unsere Umwelt.“ Anschließend führte Bauamtsmitarbeiter Thomas Meier in die Problematik der Dichtigkeit der Abwasserkanäle ein. Undichte Rohre würden zu einem Mehraufwand der Kläranlagen führen und zudem die Umwelt durch austretendes Schmutzwasser massiv schädigen. Bei der Dichtigkeitsprüfung würden dann mit Hilfe einer Spezialkamera die undichten und brüchigen Stellen ausfindig gemacht und in einem dritten Schritt repariert. „Die Finanzierung dieser Untersuchung und der möglicherweise anfallenden Reparatur muss dann der Grundstücksbesitzer übernehmen“, erklärte Thomas Meier.

Die Stadtverwaltung hatte mit verschiedenen Experten eine Satzung zur Bewältigung dieser Problematik entworfen und präsentierte diese den Zuhörern. Zu allererst habe die Stadt Drensteinfurt im Zuge der Selbstüberwachungsmaßnahmen des öffentlichen Kanals die Fristen des Prüfungsmarathons abgeändert. „Die Untersuchung wird am 1. Januar 2012 beginnen. Stichtag ist der 31. Dezember 2022“, erläuterte Meier weiter. Außerdem sei Drensteinfurt in elf Teilgebiete unterteilt, die jeweils zu einem anderen Datum geprüft würden, um den Ansturm in der nächsten Zeit einzudämmen. Diese Teilgebiete sind nach dem Straßenverzeichnis eingeteilt und können im Internet eingesehen werden.

Des Weiteren ist der Eigentümer nur für die Stücke der Abwasserkanäle verantwortlich, die auf seinem Grundstüc k liegen. Die anderen Abschnitte bis zur Hauptleitung übernimmt die Stadt im Rahmen ihrer Dichtigkeitsprüfungen.

Ein letzter Punkt der Satzung ist die umfangreiche Beratung, die von Seiten der Stadtverwaltung angeboten wird. Mit Flyern, Broschüren und einem Internetauftritt soll die Informationskampagne „Dicht oder nicht“ letzte Unklarheiten beseitigen.

Nach der Vorstellung der Satzung, die Ende Mai vom Rat abgesegnet werden soll, stellte Rodegang Elkendorf gemeinsam mit Bauamtsmitarbeiter Werner Rohde die einzelnen Schritte und Kostenpunkte vor, die bei der Dichtigkeitsprüfung zu beachten sind. Eine Untersuchung der Abwasserkanäle kann demnach zwischen 300 und 500 Euro kosten, je nach Grundstücksbegebenheit. Allerdings können auch dabei schon von den einzelnen Besitzern Vorkehrungen - wie die Freilegung der einzelnen Schächte - getroffen werden, um die Kosten abzumildern und die Arbeitszeit zu verkürzen. Nach der Prüfung wird dann entweder eine Dichtheitsbescheinigung ausgestellt, oder die Mängel werden aufgezeigt. „Bei einem Schadensfall ist es in jedem Fall wichtig, sich noch intensiver beraten zu lassen, um unnötige Kosten zu vermeiden“, stellt Rodegang Elkendorf klar. Je nach Schadenstyp ließen sich auch verschiedene Ausbesserungsmethoden anwenden.

Weitere Informationen um die Dichtheitsprüfung und die Vorgehensweise bei einem Schadensfall gibt es im Internet unter www.dichtodernicht.de oder bei dem Infopunkt der Stadt, ' 0 25 08/99 54 063.

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