Drensteinfurt
Fischtreppe statt Mäander

Donnerstag, 22.09.2011, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 22.09.2011, 20:00 Uhr

Drensteinfurt - Das Wersewehr am Haus Steinfurt soll verschwinden. Der Fluss soll renaturiert und im Ortsbereich Drensteinfurt zwischen den beiden Bundesstraßenbrücken in Mäanderform durch die Stadt geführt werden. Der Wasser- und Bodenverband „Werse-Drensteinfurt“ will damit die europäische Wasserrahmenrichtlinie umsetzen und die geforderte Fischdurchlässigkeit gewährleistet.

Eine Gruppe von 20 Familien wendet sich nun in einem Bürgerantrag an die Stadtverwaltung, mit dem Ziel, die Stauanlage zu erhalten. Die Bürger argumentieren, dass die Durchgängigkeit des Gewässers durch eine viel preiswertere Fischaufstiegsanlage erreicht werden könnte. „Die Beseitigung der Stauanlage soll voraussichtlich rund sieben Millionen Euro, davon rund 5,5 Millionen Euro EU-Gelder, kosten. Dieser Betrag übersteigt die Kosten einer Fischaufstiegsanlage um ein Vielfaches und ist daher angesichts leerer öffentlicher Kassen nicht vertretbar“, heißt es in dem Antragsschreiben, das am Montag in der Sitzung des Rates behandelt werden soll.

Die Durchgängigkeit von Gewässern werde allenthalben mittels einer Fischaufstiegsanlage hergestellt, so die Antragsteller. Entsprechende Projekte gebe es an den Werse-Wehren in Ahlen oder am Aa-Wehr an der Badestraße in Münster.

Die Bürger argumentieren zudem, dass das Gelände zwischen den beiden Umgehungsstraßenbrücken in seiner Größe und Beschaffenheit für den geplanten mäandrierenden Verlauf der Werse ungeeignet sei, da es sich im Drensteinfurter Stadtgebiet mit mehreren Brücken befinde und die Bebauung bis an das Gewässerufer heranreiche. Eine Renaturierung sei nicht möglich. „Hier entstünde allenfalls Flickwerk“, heißt es in den Antrag weiter. „Ein Gesamtkonzept im Sinne einer Werse-Renaturierung fehlt gänzlich.“

Die Bürger halten den Erhalt der Stauanlage am Haus Steinfurt für unerlässlich. Sie kontrolliere die Hochwasserproblematik, sie gewährleiste den erforderlichen Wasserstand in der Schlossgräfte und sichere den Grundwasserspiegel im anliegenden Wohngebiet. Zudem sei durch die Stauanlage eine ansehnliche Wasserfläche im Stadtgebiet geschaffen worden, deren Attraktivität für den Standort Drensteinfurt von markanter Bedeutung sei.

Die aufgestaute Werse biete besonders im Bereich der Sendenhorster Straße ein reizvolles und charakteristisches Bild, das es zu erhalten gelte. Der mäandrierende Werse-Abschnitt möge in der Zeichnung des Ingenieurbüros „Rummler und Hartmann“ attraktiv aussehen. Eine städtebauliche Aufwertung sei damit in der Realität aber nicht zu erreichen.

Über den Bürgerantrag wird in der Ratssitzung wohl nicht diskutiert werden. Die Anregung wird laut Ratsvorlage an den für diese Angelegenheit zuständigen Bauausschuss verwiesen, der am 7. November tag.

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