Lokale Energiewende
13 Drensteinfurter gründen „Werse-Energie-Netzwerk“ / Bürger können Anteile zeichnen

Drensteinfurt -

Nicht jeder Drensteinfurter hat ein Dach, auf das er eine Photovoltaikanlage bauen kann oder will, die sauberen Strom erzeugt. Wer dennoch in regenerative Energien vor Ort investieren will, hat dazu in Drensteinfurt bald Gelegenheit: Das „Werse-Energie-Netzwerk“ macht es möglich – eine Energiegenossenschaft, die 13 Drensteinfurter in dieser Woche gegründet haben.

Freitag, 21.10.2011, 13:10 Uhr

„Wir haben überlegt, wie wir die viel diskutierte Energiewende auf lokale Verhältnisse herunterbrechen können“, sagt Norbert Thewes , der den Posten des Vorstandsvorsitzenden besetzt. Die „Werse-Energie-Netzwerk eG“ will in den nächsten Jahren in die Erzeugung von regenerativen Energien in Drensteinfurt investieren. Kurzfristig seien Solaranlagen auf städtischen Dächern am unkompliziertesten zu realisieren, aber auch Windkraft sei auf längere Sicht denkbar.
Die ersten Solaranlagen könnten sogar schon in drei bis vier Monaten auf städtischen Dächern errichtet werden. „Auf diese Art und Weise generieren wir schon bald Einnahmen, die uns wiederum in die Lage versetzen, andere Projekte anzupacken“, sagt Vorstand Ulrich Damm .
Mit dem Eintrag in das Genossenschaftsregister rechnen die Gründer Anfang Dezember. Danach können alle Drensteinfurter Bürger und Unternehmen Anteile zu je 300 Euro zeichnen und so der Genossenschaft beitreten. Eltern könnten dies außerdem für ihre Kinder tun. Maximal 100 Anteile kann jedes Mitglied erwerben.
Beim Bau der Photovoltaikanlagen nimmt die Genossenschaft als Investor das Geld in die Hand, erzielt die Erträge, die Mitglieder werden dann – der Höhe ihrer Anteile entsprechend – am Gewinn beteiligt. Das Haftungsrisiko für jeden Einzelnen sei begrenzt, betont Bürgermeister Paul Berlage.
Die Stadt will geeignete Dächer von kommunalen Gebäuden für den Bau von Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen, doch auch Privatpersonen können der Genossenschaft ihr Dach anbieten, wenn sie selbst die Investition scheuen. „Ebenso können sie natürlich Hilfe und Beratung durch die Genossenschaft in Anspruch nehmen, wenn sie vor einer schwierigen Investitionsentscheidung stehen“, sagt Ulrich Damm.
Auch der Energievertrieb, Energieeffizienz oder Netzbetrieb könnten Themen für die Genossenschaft werden. „Die Gründung ist erst der Startschuss. Was sich daraus entwickelt, haben wir bewusst ziemlich offen gelassen“, sagt Thewes.
„Wir haben ein vielversprechendes und solides wirtschaftliches Unternehmen auf den Weg gebracht“, ist sich Bürgermeister Paul Berlage sicher. „Die Bereitschaft, daran mitzuwirken, wird sehr groß sein.“ In ein bis zwei Monaten lädt die Genossenschaft zu den ersten öffentlichen Infoveranstaltungen ein. Broschüren und ein Internetauftritt sind ebenfalls in der Mache.
Informationen gibt es schon jetzt bei der Sparkasse, '  0 25 08/ 99 34 95 7400.

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