„Bufdi“ im Malteserstift
David Bierschenk arbeitet als „Bufdi“

Drensteinfurt -

Der 20-jährige Drensteinfurter David Bierschenk absolviert seit September 2011 seinen Bundesfreiwilligendienst im Malteserstift St. Marien. Er ist mit den bislang gemachten Erfahrungen und seinem Job sehr zufrieden. Auch Pflegedienstleiter Hannes Esser freut sich über die Mitarbeit des „Bufdis“.

Dienstag, 17.01.2012, 22:01 Uhr

„Bufdi“ im Malteserstift : David Bierschenk arbeitet als „Bufdi“
Obwohl er hauptsächlich Aufgaben im Bereich der Haustechnik übernimmt, tritt David Bierschenk (li.) immer wieder mit Bewohnern des Malteserstifts in Kontakt. Über seine Mitarbeit freut sich auch Pflegedienstleiter Hannes Esser (re.). Foto: -nic-

Er versorgt die Stationen mit Getränken, räumt das Lager auf, arbeitet im Garten, erledigt kleinere Reparaturen und hält schon mal einen Plausch mit den Bewohnern – eigentlich ist David Bierschenk im Malteserstift St. Marien inzwischen „Mädchen für alles“ geworden. Dort absolviert der 20-jährige Drensteinfurter seit September 2011 seinen Bundesfreiwilligendienst .

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht und des Zivildienstes im vergangenen Jahr wurde die auf ehrenamtlicher Basis beruhende Initiative zur gemeinnützigen Arbeit eingeführt, um den Konsequenzen der frei werdenden Zivi-Stellen, die vor allem bei Hilfsdiensten eine klaffende Lücke hinterlassen, entgegenzuwirken.

Dieses Angebot fand auch David Bierschenk, der seinerzeit sein Abitur machte, interessant. Anstatt nach der ganzen Lernerei für die Schule sofort ein Studium aufzunehmen, entschied er sich, zunächst eine ganz andere Erfahrung zu machen und bewarb sich beim Malteserstift.

Nicht nur dort ist er der erste sogenannte „Bufdi“. In ganz Drensteinfurt war der 20-Jährige im vergangenen Jahr der erste, der sich zu der unentgeltlichen Arbeit bereiterklärte. „Ich wollte praktisch arbeiten und was Sinnvolles machen“, begründet Bierschenk seinen Entschluss. Die meisten Aufgaben erledige er im Bereich Haustechnik, aber auch Botengänge und Fahrdienste würden für ihn inzwischen zum Alltag seiner 39-Stunden-Woche gehören, in der er Hausmeister Norbert Lahr viel zur Hand geht.

Für die geleistete Arbeit erhält der Drensteinfurter ein monatliches Taschengeld in Höhe von 450 Euro. Damit sei er „zufrieden“, so Bierschenk, der sich im Malteserstift „gut eingelebt“ hat. Auch mit den Bewohnern des Seniorenheims komme er gut zurecht. Die Menschen seien ihm gegenüber sehr aufgeschlossen. Das kann auch Pflegedienstleiter Hannes Esser nur bestätigen. „Wir sind glücklich, ihn zu haben.“ Die Zeiten, in denen teilweise fünf Zivildienstleistende parallel im Malteserstift arbeiteten, sind schließlich endgültig vorbei. Und das bedeute durchaus eine Mehrbelastung für das gesamte Personal, so Esser.

„David übernimmt viele Aufgaben, für die wir sonst kaum Zeit finden“, erklärt der Pflegedienstleiter, der sich möglichst eine nahtlose Nachfolge wünscht, wenn Bierschenk das Seniorenheim im Sommer wieder verlässt. Interessierte seien stets erwünscht, aber bislang selten.

Der Erfolg des gesamten Freiwilligendienstes hänge wohl davon ab, wie positiv sich solch eine Erfahrung zum Beispiel in einem Lebenslauf auswirke. Eine persönliche Bereicherung sei die gemeinnützige Arbeit auf jeden Fall, so Esser. Vor allem, weil die Tätigkeit in einem Seniorenheim auch ein Beruf sei, der entdeckt werden müsse.

Dem kann David Bierschenk nur zustimmen. Auf die Frage, warum er sich für den Malteserstift entschieden habe, antwortet der 20-Jährige, dass er durch seine Funktion als DJK-Übungsleiter schon viele Erfahrungen mit Kindern sammeln konnte. „Jetzt wollte ich die Arbeit mit älteren Menschen kennenlernen.“

Der Bundesfreiwilligendienst endet für David Bierschenk im August. Danach möchte er ein duales Studium an einer Behörde oder ein Ingenieurstudium beginnen.

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