Musikschule zieht Bilanz
Drensteinfurt – die Streicherstadt

Drensteinfurt -

Die Mitgliedschaft der Stadt in der Musikschule Beckum-Warendorf kostet Geld. Viel Geld. 44 000 Euro wird die Verwaltung in diesem Jahr überweisen müssen. Geld, dass jedoch gut angelegt ist, sind sich alle Beteiligten einig. Denn immerhin werden die Angebote der Musikschule von 456 Kindern und Jugendlichen genutzt.

Freitag, 01.02.2013, 23:02 Uhr

Die Violine ist „in“. Zumindest in Drensteinfurt . Denn gemessen an der Einwohnerzahl erhalten im Kreis Warendorf nur in Wadersloh ähnlich viele Kinder Unterricht an diesem klassischen Instrument. Was – räumte Dr. Wolfgang König , Leiter der Musikschule Beckum-Warendorf in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses ein – wohl nicht zuletzt der Leidenschaft von Regionalleiter Andreas Klingel zu verdanken ist. Und dessen Fähigkeit, auch den Nachwuchs für klassische Streichinstrumente zu begeistern.

Insgesamt 456 Schüler aus Drensteinfurt nutzen derzeit das Angebot der Musikschule. 135 von ihnen nehmen an den Grundkursen, wie etwa dem „Klangkindergarten“ oder der musikalischen Früherziehung teil. 262 Kinder und Jugendliche nutzen die Angebote aus dem instrumentellen und vokalen Unterrichtsbereich. Neben Violine (32 Schüler) ist dabei nach wie vor die Gitarre (47 Schüler) „das“ gefragte Instrument schlechthin. „Was nicht verwunderlich ist, lassen sich doch auf der Gitarre schon nach kurzer Zeit einzelne Stücke spielen“, erklärte Dr. Wolfgang König den Ausschussmitgliedern.

Beliebt bei den Drensteinfurter Musikschülern sind zudem Blockflöte (26 Schüler), Querflöte (13 Schüler), Saxophon (elf Schüler), Schlagzeug (21 Schüler) sowie Klavier (38 Schüler) und Keyboard (20 Schüler). „Wir freuen uns über den sehr, sehr guten Besuch“, so König. „Das ist ein Zeichen für uns, dass die Musikschule in der Bevölkerung geschätzt und angenommen wird.“

Doch trotz der überaus positiven Zahlen kämpft auch die Musikschule, die die Stadt in diesem Jahr 44 000 Euro kostet, mit handfesten Problemen. Zum einen, so König, sei der Leistungsdruck bei vielen Schülern durch die Umstellung der Gymnasiallaufbahn auf das „Turbo-Abi“ nach zwölf Schuljahren so hoch, dass oft keine Zeit mehr bleibe, sich anderen Aufgaben zu widmen. Ähnliche Probleme ergäben sich aus dem Ausbau der Ganztagsschulen. Da in diesen der Unterricht regelmäßig bis etwa 16.30 Uhr dauere, würden die Zeitfenster, in denen Kinder Musikschulunterricht wahrnehmen könnten, immer kleiner.

Um darauf zu reagieren, sei die gezielte Zusammenarbeit mit den Schulen immer wichtiger, betonte der Musikschulleiter. Als Beispiel nannte er die bereits eingeführten Arbeitsgemeinschaften, die die Schüler auf niederschwellige Art und Weise und bei geringen Kosten an die Angebote der Musikschule heranführen sollen. „Wir versuchen verstärkt, herauszugehen in die Schulen“, so König. „Damit erleichtern wir es zudem den Eltern, die sich dadurch weitere Wege ersparen.“

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