Christ-König-Hauptschule
Kalender zur Pogromnacht

Drensteinfurt -

Sebastian Reinker, Marcel Pannier und Daniel Redel, Neuntklässler der Drensteinfurter Christ-König-Hauptschule, haben am diesjährigen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema „Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte“ teilgenommen. Mit Erfolg. Sie erhielten einen Förderpreis.

Mittwoch, 19.06.2013, 23:06 Uhr

Gemeinsam mit rund 5000 Jugendlichen in ganz Deutschland haben sich Sebastian Reinker, Marcel Pannier und Daniel Redel am diesjährigen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema „Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte“ in Drensteinfurt auf Spurensuche begeben. Und die drei Neuntklässler der Christ-König-Hauptschule wurden für ihr Engagement belohnt: Eine Jury entschied, den drei jungen Herren einen mit 100 Euro dotierten Förderpreis zuzuerkennen.

Animiert wurden die drei Schüler vor Monaten im Geschichtsunterricht von ihrer Referendarin Jana Gildemeister, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Gleich war ihnen klar, sich mit dem Nationalsozialismus und der Judenverfolgung auseinander setzen zu wollen. Geboren wurde das Thema „An Nachbarn wachsen – Der Nationalsozialismus schweißt Juden und Christen in Drensteinfurt zusammen“.

In einem Kalender haben die jungen Geschichtsforscher ihren Beitrag gestaltet. Zentraler Punkt ihrer Arbeit waren die Geschehnisse der Reichspogromnacht am 9. November 1938 in Drensteinfurt. Die jüdischen Bewohner der Stadt waren von SA- und SS-Leuten in die Synagoge getrieben, bedroht, geschlagen und teils auch schwer verletzt worden. Der Christ und Mediziner Dr. Ludwig Metzger, nach dem heute eine Straße in Drensteinfurt benannt ist, schützte die Familien Terhoch vor weiterer Verfolgung und leistete ihnen im Marienhospital ärztliche Hilfe. „Die Familie Terhoch ist später ausgewandert. Dr. Metzger hat danach weiter zu ihnen Kontakt gehalten“, erzählt Marcel Pannier.

Rund um diese Geschichte finden sich Erklärungen – beispielsweise zur Reichspogromnacht – und Bilder. Tatkräftige Unterstützung bei ihrer Recherche erhielten die Neuntklässler von Sabine Omland, die engagiertes Mitglied des Fördervereins „Alte Synagoge“ ist und das Buch „Zur Geschichte der Juden in Drensteinfurt“ verfasst hat. Auch dem Drensteinfurter Stadtarchivar Dr. Ralf Klötzer statteten die drei einen Besuch ab. Einige offene Fragen konnte auch der Sohn von Dr. Metzger beantworten, den die Schüler angeschrieben und um Hilfe gebeten hatten.

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