Aktuelles Forum
Mobbing macht Kinder unglücklich

Drensteinfurt -

Was Kinder benötigen, um glücklich zu sein, damit beschäftigte sich das „Aktuelle Forum“.

Donnerstag, 19.09.2013, 15:09 Uhr

Was braucht ein Kind, um glücklich zu werden? Unter welchen Bedingungen wird ein Kind glücklich? Und wie haben sich diese Bedingungen in den vergangenen 30 Jahren geändert? Auf all diese Fragen gab Professor Dr. Rainer Dollase am Mittwochabend in der Realschule eine Antwort.

Im Rahmen des „Aktuellen Forums“ und als Einstieg in das diesjährige „Jahr der Familie“ referierte und diskutierte der ehemalige Professor der Uni Bielefeld zum Thema „Glückliche Kindheit – Was wünschen und brauchen Kinder wirklich?“ Zu Beginn blickte er auf seine eigene Kindheit in der Nachkriegszeit zurück und analysierte gemeinsam mit den nur rund zehn Zuhörern seine eigenen Kinderbilder. „Kinder sind heutzutage dank der vielfältigen Umwelteinflüsse um circa 20 IQ-Punkte intelligenter als noch vor 70 Jahren – doch macht sie das nicht zwingend glücklicher“, stellte Rainer Dollase fest. Hätte man ihn damals gefragt, ob er glücklich sei, so hätte er mit „Ja“ geantwortet.

Auch heute zeige sich, dass das Glücklichsein nichts mit schulischen Leistungen zu tun habe: Viele Kinder und vor allem Jugendliche fürchteten sogar die Schule oder sähen ihre Lehrer als Ärgernis an. Längeres gemeinsames Lernen sei nicht für alle förderlich.

Auch Mobbing sei immer ein Thema. Rainer Dollase berichtete von einer kürzlich wegen Mobbings geschlossenen Privatschule in Schweden . Zwar stünden Freunde und Hobbys bei Pubertierenden weiter ganz oben auf der Hitliste, dennoch seien „Freunde oft nicht gleich Schulklasse“. Dabei sei das Rezept zum Glücklichsein nicht so kompliziert: „Kinder auf der ganzen Welt brauchen gute und vertrauenswürdige Eltern und Lehrer, die ihnen ins Erwachsenenleben helfen und sie begleiten. Mobbing und Konkurrenzkampf zwischen Jugendlichen sind für Kinder eine Belastung. Das weiß man schon seit 1000 Jahren“, erläuterte der ehemalige Professor der Abteilung Psychologie und berief sich auf eine neue Studie des Neuseeländers John Hattie . Es müsse die Aufgabe der Lehrer sein, diese Querelen und das Mobbing gezielt einzudämmen, um Kinder glücklich zu machen.

Nach dem Vortrag hatten die Besucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen und miteinander zu diskutieren.

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