Menschen mit Behinderungen
„Es ist normal, verschieden zu sein“

Drensteinfurt -

Julia Kroos und Alexandra Rohling waren sich schon lange einig, dass in Drensteinfurt und auch in den umliegenden Orten etwas für Menschen mit Behinderungen getan werden muss. Dazu fand am Samstag eine Ideenbörse statt.

Sonntag, 29.06.2014, 23:06 Uhr

Sie haben eine Vision, sie wollen in Drensteinfurt etwas verändern, damit in der Stadt jeder Mensch glücklich sein kann – egal, ob mit oder ohne Behinderung . Julia Kroos und Alexandra Rohling arbeiten bei den Freckenhorster Werkstätten, wo sie täglich mit Menschen mit Behinderungen in Kontakt sind. Julia Kroos wohnt in Drensteinfurt, Alexandra Rohling kommt aus Ameke. Doch sie sind sich schon lange einig, dass in Drensteinfurt und auch in den umliegenden Orten etwas für Menschen mit Behinderungen getan werden muss.

Drensteinfurt sei eine so lebenswerte Stadt, dass es hier für alle die Möglichkeit geben sollte, Angebote zu nutzen. Es gebe zu wenig Strukturen für Menschen mit Behinderungen. „Wir hatten schon seit Jahren die Idee, hier etwas zu bewegen,“ erzählt Alexandra Rohling. Und so war sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Julia Kroos an den ehemaligen Bürgermeister Paul Berlage herangetreten. Dieser fand die Idee gut und holte sofort Jugendpfleger Rüdiger Pieck und sein Team vom Kulturbahnhof mit ins Boot. Gemeinsam mit ihm sowie mit Maike Haverkamp entwickelten Julia Kroos und Alexandra Rohling das Konzept der „ Ideenbörse “, die am Samstag im Alten Pfarrhaus stattfand. Der Termin wurde ganz bewusst nach die Wahl gelegt, um zu verhindern, dass einer der Kandidaten oder Parteien das Projekt als ihres betiteln könnte. So hat Paul Berlage das Projekt in die Wege geleitet, und der neue Bürgermeister Carsten Grawunder setzt es nun weiter in die Tat um.

Am Samstag trafen sich viele Menschen mit Behinderungen gemeinsam mit ihren Familien im neuen Pfarrsaal. Im Zentrum standen vier Fragen, über die heiß und viel diskutiert wurde. Die Themen waren: Unterstützung im Alltag, Freizeitangebote, Infrastruktur und Barrierefreiheit. So sollten nun Wünsche, Anregungen und Vorschläge gesammelt werden, wie all diese Bereiche für Menschen mit Behinderungen vereinfacht und verschönert werden können. Vom betreuten Wohnen über barrierefreie Bahnhöfe und Geschäfte, Unterstützung beim Einkaufen, die Idee einer Behindertenwerkstatt und ein extra eingerichtetes Sportgruppen bis hin zu Leitsystemen durch die Straßen der Stadt: Die Ideen waren vielfältig und verschieden.

Und das war genau das, was sich die Organisatoren erhofft hatten. Alles war völlig offen, jeder konnte sagen, was er sich wünscht oder vielleicht auch schon heute gut findet. Aus all den gesammelten Vorschlägen sollen nun in einem intensiven Prozess konkrete Pläne entwickelt werden. Natürlich wird bis zur Umsetzung noch Zeit vergehen, aber der erste Schritt ist getan.

Auch Bürgermeister Carsten Grawunder war vor Ort, um die Diskussionen und Gespräche hautnah zu erleben und zu verfolgen. Auch er hatte im Wahlkampf schon die Idee geäußert, den alten Amtshof zu einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen umzugestalten.

Julia Kroos und Alexandra Rohling waren sichtlich zufrieden mit der gesamten Ideenbörse. Und sie können sich sicher sein, auch stets die Stadt als Unterstützung zu haben. Denn schließlich haben sie das denkbar wichtige Ziel vor Augen, Angebote für alle Drensteinfurter zu schaffen. Und auch ihr gewähltes Motto hätte wohl nicht treffender sein können: „Es ist normal, verschieden zu sein!“

So werden sich die beiden Frauen wohl auch in Zukunft ganz besonders für die Menschen einsetzen, die es im Alltag oder auch bei der Freizeitgestaltung etwas schwerer haben.

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