Diskussion um den Kirchturm
Denkmal oder nicht?

Rinkerode -

Die Entwidmung der Rinkeroder Friedenskirche ist beschlossene Sache. Was allerdings aus dem Kirchturm werden soll, darüber gibt es nach wie vor rege Diskussionen. In der heutigen Fachausschusssitzung will die CDU die Unterschutzstellung des Bauwerks beantragen. Die SPD lehnt das allerdings ab.

Mittwoch, 27.08.2014, 23:08 Uhr

Das Schicksal der Rinkeroder Friedenskirche ist besiegelt. Die Zukunft des Glockenturms beschäftigt dagegen heute abermals die Politik.
Das Schicksal der Rinkeroder Friedenskirche ist besiegelt. Die Zukunft des Glockenturms beschäftigt dagegen heute abermals die Politik. Foto: Dietmar Jeschke

Die Entwidmung der Rinkeroder Friedenskirche steht unmittelbar bevor. Und damit wird auch ihr Abriss wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Heute Nachmittag wird das Thema um 17 Uhr in der Alten Post abermals die Politik beschäftigen. Die CDU-Fraktion hat für die Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur einen Antrag vorbereitet, in dem sie die Unterschutzstellung des Glockenturms fordert.

„In der Bürgerversammlung am vergangenen Dienstag wurde allen deutlich, dass die Friedenskirche Rinkerode Mitte September entwidmet werden soll. Damit wird aus dem Sakralbau mitsamt Glockenturm ein Objekt, das jederzeit abgerissen werden kann“, heißt es im Antrag von CDU-Fraktions-Chef Heinz Töns. „Nicht im Entferntesten ist von einem ,Denkmal‘ die Rede. Damit aber nicht ein wichtiges Stück Kulturgeschichte der Stadt in Rinkerode gänzlich verloren geht, gibt es Bestrebungen, zumindest den Glockenturm zu erhalten. Eine Unterschutzstellung in die Denkmalliste wäre diesen Bestrebungen hilfreich“, heißt es in dem Antrag weiter.

Das sieht die SPD-Fraktion allerdings gänzlich anders. „Die Berichte und der Termin in Rinkerode zur ersten Bürgerinformation des geplanten Bauvorhabens haben deutlich gemacht, dass es nun gilt, die Interessen der Bürger und der evangelischen Kirche unter einen Hut zu bringen. Die Interessen der Bürger liegen in einem Erhalt des Kirchturmes und des Bolzplatzes. Nie war von einem Erhalt der Gemeinde die Rede. Dass bei dieser Konstellation die evangelische Kirche eine bestmögliche Verwertung des Areals anstrebt, um möglichst lang zumindest die Gemeinde in Drensteinfurt zu erhalten, ist absolut richtig und verständlich“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Stude . Ein Antrag auf Aufnahme des Glockenturms in die Denkmalliste hätte – so Stude – zur Folge, dass sich die Verpachtung verzögere und erschwere. „Und das bei zweifelhaften Erfolgsaussichten“, so der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten. „Wir sind der Meinung, dass nun die Bürger sich mit der Kirche und dem Investor verständigen sollten, zum Beispiel durch Gründung eines Vereins zur dauerhaften Erhaltung des Turmes. Hierbei muss offen auch besprochen werden können, ob nicht auch ein Versetzen des Turmes in Frage kommt.“

Ein regelmäßig läutender Kirchturm könne durch Lärm oder Schattenwurf auch als störend empfunden werden, gibt Stude zu bedenken. „Ist dies ohne zugehörige Kirche überhaupt zulässig? Mindert es schon wieder den Ertrag der Kirche und schadet somit auch dem dauerhaften Erhalt der evangelischen Kirchengemeinde in Drensteinfurt?“, fragt der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins. „Wir sind dafür, bei einem entsprechenden Engagement der Bürger den Turm zu erhalten. Wenn auch der Eigentümer, die evangelische Kirche, ein solches Konzept mittragen kann. Einen Antrag auf Denkmalschutz tragen wir daher nicht mit“.

Was den benachbarten Bolzplatz anbelangt, so betont die SPD , dass man zu „100 Prozent für den Betrieb von Bolzplätzen“ sei. „Zur Ehrlichkeit gehört es aber zu sagen, dass an dieser Stelle nie ein Bolzplatz zulässig war und nur durch die glückliche jahrelange Situation – wo kein Kläger, da kein Richter – erhalten werden konnte“, erklärt Ingo Stude. „Dies ist aber keine Rechtssicherheit, auf welche sich eine Stadt dauerhaft verlassen kann. Daher sollte schnellstmöglich begonnen werden, nach einem alternativen und zulässigen Standort in der Umgebung zu suchen, wo die Stadt dann einen Bolzplatz dauerhaft errichten kann. Auch dafür werden wir uns einsetzen.“

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