Unterschriften werden in Heidelberg übergeben
90 000 Stimmen gegen Fracking

Drensteinfurt -

Der Kampf der „Bürgerinitiative gegen Gasbohren“ geht weiter. Zwei Tage, nachdem das Unternehmen „HammGas“ sein Pläne zur Probebohrung vor den Toren der Stadt Drensteinfurt bekanntgegeben hat, sollen heute in Heidelberg insgesamt 90 000 Unterschriften gegen die umstrittene Technologie übergeben werden.

Mittwoch, 22.10.2014, 22:10 Uhr

Heute werden Vertreter der Stadt Drensteinfurt und der Bürgerinitiative gegen Gasbohren (BIGG) auf der Konferenz der Umweltminister der Länder in Heidelberg rund 90 000 Unterschriften gegen unkonventionelle Gasförderung übergeben. Die Unterschriften sollen den Ministern Johannes Remmel aus Nordrhein-Westfalen sowie Franz Untersteller aus Baden-Württemberg und dem Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, überreicht werden.

Gesammelt wurden die Unterschriften zur Unterstützung der „Korbacher Resolution“ von zahlreichen Bürgerinitiativen in ganz Deutschland, teilt Jürgen Blümer von der Drensteinfurter Initiative mit. Zusätzlich war die Aktion auf dem Internet-Portal „openPetition“ erreichbar, wo die Unterschriften auch Online abgegeben werden konnten.

„Die Korbacher Resolution wurde im Mai 2013 aufgesetzt und wird vielfach unterstützt. In der Resolution wird ein vollständiges Fracking-Verbot, eine Novellierung des Bergrechts und eine konsequente Umsetzung der Energiewende gefordert“, teilt Jürgen Blümer mit.

Übergeben werden die gesammelten Listen durch Bürgermeister Carsten Grawunder, Stadträtin Raphaela Blümer, den Vorsitzenden der Drensteinfurter BIGG, Stefan Henrichs, und den Mitautor der Korbacher Resolution, Jürgen Blümer.

Drensteinfurt habe sich bereits sehr früh gegen Fracking ausgesprochen und die Korbacher Resolution als eine der ersten Kommunen in Deutschland unterzeichnet, schreibt Blümer. Die Beschlüsse gegen Fracking und für die Korbacher Resolution habe der Drensteinfurter Stadtrat stets einstimmig verabschiedet. Die BIGG in Drensteinfurt sei Erstunterzeichner der Korbacher Resolution und engagiere sich seit über zwei Jahren aktiv auf allen Ebenen gegen Fracking. „Zuletzt unterstützte die Bürgerinitiative die Stadt Drensteinfurt bei der Abfassung eines Einspruchs zur Verlängerung der Aufsuchungserlaubnis für unkonventionelles Erdgas im Feld Nordrhein-Westfalen Nord“, ist weiter in dem Schreiben von Jürgen Blümer zu lesen.

Mit der Übergabe der Unterschriften wird von den Umweltministern gefordert, mit dem Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger ernst zu machen und eine Brückentechnologie wie Fracking zu verhindern. Keinesfalls soll der Bundesrat als Vertreter der Länder den Gesetzesplänen der Bundesregierung zustimmen, in denen Fracking unter bestimmten Umständen ermöglicht wird. Sowohl BIGG als auch Stadt wollen ein vollständiges Fracking-Verbot, um damit den Einstieg in eine unkalkulierbare Technologie zu verhindern.

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