Asylbewerber
Flüchtlingen das Leben erleichtern

Drensteinfurt -

Stetig steigt die Zahl der Asylbewerber, die nach Drensteinfurt kommen. Inzwischen sind es 87, um die sich auch die Mitarbeiter des DAF und der örtlichen Caritasgruppen mit großem Engagement kümmern. Über ihre Arbeit und die auftretenden Schwierigkeiten informierten sie den Pfarreirat.

Mittwoch, 17.12.2014, 23:12 Uhr

Die Zahl der Asylbewerber , die nach Drensteinfurt kommen, steigt stetig. Um sich über die aktuelle Lage zu informieren, hatte der Pfarreirat St. Regina in seiner letzten Sitzung Vertreter des Deutsch-Ausländischen-Freundeskreises und der lokalen Caritasgruppen eingeladen. Der Pfarreirat befasst sich seit längerem mit der Problematik und versucht, Unterstützung zu geben. So hatte der Weihnachtspfarrbrief in diesem Jahr das Schwerpunktthema „Flüchtlinge“.

Waltraud Angenendt und Bettina Reher vom DAF freuten sich sehr über die Einladung und die Möglichkeit, von ihrer Arbeit und den Problemen der Asylsuchenden berichten zu dürfen. Sie hatten auch bereits Vorstellungen, wie die Gemeinde helfen kann.

Zurzeit wohnen in Drensteinfurt 87 Asylbewerber aus 22 Ländern. Sie sind in mehreren Unterkünften in den drei Ortsteilen untergebracht. Doch der zur Verfügung stehende Wohnraum reicht aufgrund der ständig steigenden Anzahl kaum aus, die Zimmer sind häufig mit drei bis vier Personen belegt. Momentan kommen hauptsächlich junge Männer allein, denn die Flucht ist mit vielen Strapazen und Hindernissen verbunden, denen die Familien oft nicht gewachsen seien, berichteten die Gäste vom DAF. Große Barrieren seien die mangelnden sprachlichen Verständigungsmöglichkeiten. Nur wenige Flüchtlinge könnten Englisch oder gar Deutsch, und Dolmetscher stünden kaum zur Verfügung. Deshalb würden dringend weitere Personen gesucht, die bereit seien, Deutschunterricht zu geben. Wer sich das vorstellen kann, sollte sich beim DAF oder bei der Stadt Drensteinfurt melden. Gesucht werden auch Bücher und andere Materialien, anhand deren die Deutschkenntnisse vermittelt werden können.

Der DAF möchte ebenfalls Menschen gewinnen, die bereit sind, Besuche zu machen oder vielleicht sogar eine Art Patenschaft zu übernehmen. „Wir schauen, wer vielleicht zueinander passt und geben auch Tipps und Hinweise zum Umgang mit möglichen kulturell bedingten Schwierigkeiten. Manches muss man einfach über die Hintergründe wissen, sonst wundert man sich, warum es nicht klappt“, erklärte Bettina Reher vom DAF.

Da Asylbewerber nicht arbeiten dürften, sei Langeweile ein großes Problem. Gerade jetzt im Winter könnten sie sich nicht mehr so viel draußen aufhalten, und die Tage in einem ungemütlichen, oft überfüllten Zimmer könnten sehr lang sein. Es gebe bereits Bemühungen, ab und zu Gemeinschaftsveranstaltungen zu organisieren. Doch wünschenswert wäre die vermehrte Teilnahme an den Programmen der hiesigen Vereine.

Grundsätzlich wollten viele Leute helfen und Unterstützung leisten. Es habe erfreulich viele Reaktionen auf den Weihnachtspfarrbrief und Hilfsangebote unterschiedlicher Art gegeben, berichtete Gerda Borgmann von der Caritas Walstedde. Deshalb werde es am 12. Januar in Walstedde einen runden Tisch geben mit allen, die ihre Hilfe angeboten haben, um zu koordinieren, wer sinnvollerweise welche Aufgabe übernehmen könnte.

Aber auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Caritas stoßen an ihre Grenzen. „Wenn 15 bis 20 Personen in eine Sprechstunde kommen, dann können wir keine fundierte Hilfestellung anbieten, die werden nur noch durchgeschleust. Gefragt sind vor allem die Lebensmittelpakete aus der Aktion ,Kaufe zwei – Spende eins’, die aber eigentlich als Überbrückung bei kurzfristigen finanziellen Engpässen und nicht als Dauerhilfe gedacht sind“, so Petra Holler-Kracht vom Caritas-Punkt in Drensteinfurt.

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