Messerattacke in Asylbewerberunterkunft
Bluttat schockt Ameke

Ameke -

Lebensgefährlich verletzt wurde am Donnerstagabend ein 26-jähriger Mann aus Guinea bei einer handfesten Auseinandersetzungen in der städtischen Asylbewerberunterkunft im zur Stadt Drensteinfurt gehörenden Dorf Ameke. Nach einem Streit um die Nutzung eines „WLAN-Routers“ war der 26-Jährige von einem 39-jährigen Mann aus Tunesien mit einem Messer angegriffen worden.

Freitag, 19.12.2014, 13:12 Uhr

Bis Freitagmittag war die Spurensicherung der Münsteraner Mordkommission mit den Ermittlungen in der Ameker Asylbewerberunterkunft beschäftigt. Die 13 weiteren Bewohner wurden zunächst in Hotels einquartiert.
Bis Freitagmittag war die Spurensicherung der Münsteraner Mordkommission mit den Ermittlungen in der Ameker Asylbewerberunterkunft beschäftigt. Die 13 weiteren Bewohner wurden zunächst in Hotels einquartiert. Foto: Dietmar Jeschke

Auch am Tag danach stand vielen Amekern der Schock noch ins Gesicht geschrieben. Fassungslos blickten sie auf das mit Flatterband abgesperrte, alte Haus unweit der Georgskapelle, das den Georgskindergarten auf der einen und eine städtischen Asylbewerberunterkunft auf der anderen Seite beherbergt. Noch immer nicht fassend, was sich hier am Abend vorher ereignet hatte. „Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften. Es war ein beängstigendes Bild. Nicht nur für die Erwachsenen, sondern vor allem für die Kinder“, beschreibt ein Anwohner das, was um kurz nach 19 Uhr ereignet hatte.

Streit aus nichtigem Anlass

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, waren zu besagter Zeit zwei Bewohner der Asylbewerberunterkunft aneinandergeraten. Und das aus nichtigem Anlass. Doch der Streit um einen „WLAN-Router“ eskalierte zwischen einem 39-jähriger Tunesier und einem 26-jährigen Mann aus Guinea derart, dass der Ältere schließlich ein Messer zog und seinen Kontrahenten mit drei Stichen lebensgefährlich verletzte. Erst nachdem weitere Bewohner eingriffen, ließ der Tunesier von seinem Opfer ab und flüchtete.

„Einige Anwohner haben den flüchteten Täter auf der Straße gesehen und die Polizei gerufen“, sagte der Leiter der ermittelnden Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Ulrich Bux. „Die Beamten nahmen den Mann noch in unmittelbarer Nähe der Unterkunft fest.“ Das 26-jährige Opfer konnte sich bis zur Straße schleppen und dort um Hilfe schreien. Ein beherzter Nachbar leistete umgehend Erste Hilfe und alarmierte den Rettungsdienst.

Opfer außer Lebensgefahr

Wie die Polizei am Freitagmittag weiter mitteilte, schwebt das Opfer, das noch am Abend notoperiert werden musste, mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr. „Wir ermitteln wegen versuchten Totschlags gegen den 39-jährigen Tunesier“, erklärte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape. „Er wird noch heute einem Haftrichter vorgeführt.“

Geschockt über den Vorfall reagierte auch Bürgermeister Carsten Grawunder. Von Seiten der Stadt, so Grawunder, gebe es bereits seit längerem Überlegungen, die vom städtischen Leben recht abgeschnittene Unterkunft aufzugeben. „Die Lage ist nicht optimal, weil die Menschen hier kaum wegkommen“, so Grawunder. Ferner unterstreiche der tragische Vorfall die Haltung der Stadt, grundsätzlich nicht viele Flüchtlinge an einem Ort zu konzentrieren, sondern sie nach Möglichkeit über das Stadtgebiet zu verteilen.

Zur Tatzeit waren in der Ameker Unterkunft 15 Asylbewerber untergebracht. Sie wurden noch in der Nacht in Hotels einquartiert.

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