Spontane Aktion der Bürgerinitiative
Mahnwache gegen Gasbohren

Drensteinfurt -

Mit einer spontanen Mahnwache reagierte die Bürgerinitiative gegen Gasbohren gegen die Pläne des „Hammgas“-Konsortiums zur Gasbohrung in der Herberner Bauerschaft Nordick. Wie berichtet, hatte „Hammgas“ am Mittwoch die entsprechenden Anträge bei der Bezirksregierung gestellt.

Donnerstag, 07.05.2015, 23:05 Uhr

Weder „Fracking“, noch „Tektomechanik“: Mit einer spontanen, einstündigen Mahnwache reagierte die Drensteinfurter Bürgerinitiative gegen Gasbohren (BIGG) am Mittwochabend auf die überraschende Nachricht aus Hamm, der zur Folge das „Hammgas“-Konsortium den angekündigten Betriebsplanantrag bei der Bezirksregierung in Arnsberg eingereicht hat. „Die ,BiGG‘ ist seit Jahren aktiv gegen eine beabsichtigte Gasförderung im Münsterland und weiß die Bevölkerung und die Kommunalpolitik hinter sich“, heißt es in der Mitteilung der Bürgerinitiative, die während des „Sommer-Feelings“ am kommenden Wochenende mit einem Info-Stand präsent sein wird, um über die neuesten Entwicklungen – auch zur geplanten Änderung des Bundesberggesetzes – informieren will.

Auch seitens der Stadt stoßen die „Hammgas“-Pläne auf klare Ablehnung. „Wir nehmen das mit großer Besorgnis zur Kenntnis“, erklärte Bürgermeister Carsten Grawunder auf WN-Anfrage. „Wir wollen überhaupt keine Gasförderung, weil viele Dinge einfach noch nicht gelöst sind“, sagte Grawunder mit Blick auf das erwartete Erdbebenrisiko und das Problem der Lagerstättenwasserentsorgung. „Wir müssen nun schauen, dass die Bezirksregierung in Arnsberg die Anträge sorgfältig prüft.“

Wie berichtet, hat die „Hammgas GmbH & Co KG“ am Mittwoch bei der landesweit für Bergbau-Belange zuständigen Arnsberger Bezirksregierung die Erlaubnis für eine Gas-Probebohrung in Herbern beantragt. Der Unternehmensverbund hofft nun, dass die Aufsichtsbehörde den sogenannten Betriebsplan so zügig genehmigt, dass die Bohrung in der unmittelbar an Drensteinfurter Stadtgebiet angrenzenden Bauerschaft Nordick planmäßig im dritten Quartal 2015 beginnen kann, erklärte Geschäftsführer Ralf Presse in Hamm.

Für das Projekt, das auf dem alten Schachtgelände „Radbod 7“ umgesetzt werden soll, hat „Hammgas“ den Ascheberger Bohrspezialisten „Daldrup & Söhne“ gewonnen. Bei der Suche nach den Gas-Lagerstätten in unberührten Kohleflözen soll erstmals die sogenannte „Tektomechanik“ zum Einsatz kommen, die anders als das umstrittene Fracking ohne den Einsatz von Chemikalien auskommt.

Der Betriebsplan legt fest, wie die Bohrung durchgeführt werden muss. „Hammgas“ will auf einem rund 5000 Quadratmeter großen Areal einen mehr als 20 Meter hohen Turm errichten, von dem aus sich das Bohrgestänge bis 1000 Meter tief in das zerklüftete Gestein graben soll. In dortigen Kohleflözen werden üppige Gasvorkommen vermutet. Fünf Monate sind für den Suchvorgang anberaumt, die eigentliche Bohrung soll acht Wochen dauern. Für 2016 hat „Hammgas“ in dem Areal eine zweite Bohrung vorgesehen. Der genaue Ort stehe aber noch nicht fest.

Erst wenn beide Untersuchungen positiv ausfallen, will das Unternehmen über eine mögliche Förderung entscheiden. Zu einem möglichen Zeitrahmen wollte der Geschäftsführer sich nicht äußern. Fest steht nur, dass dafür ein neuer Betriebsplan nötig sein wird.

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