„Wildes Holz“
„Highway to Hell“ auf der Flöte

Walstedde -

Ein fulminantes Konzert lieferte die Rockband „Wildes Holz“ in der Kulturscheune in Walstedde ab. Und das mit einer ungewöhnlichen Instrumentenkombination.

Montag, 27.07.2015, 23:07 Uhr

Die Musiker von „Wildes Holz“ sorgten mit ihrer außergewöhnlichen Instrumentenkombination für einen unvergesslichen Konzertabend.
Die Musiker von „Wildes Holz“ sorgten mit ihrer außergewöhnlichen Instrumentenkombination für einen unvergesslichen Konzertabend. Foto: -sibe-

Mitreißend, außergewöhnlich und einfach nur „astrein“ – das Publikum in der ausverkauften Kulturscheune in Walstedde erlebte am Sonntag ein ganz besonderes Konzert. Mit Blockflöte, Gitarre und Kontrabass rockte „Wildes Holz“ die Bühne und begeisterte so die Zuschauer.

Zum Repertoire der dreiköpfigen Gruppe, bestehend aus Tobias Reisige (Blockflöte), Anto Karaula (Gitarre) und Markus Conrads (Kontrabass), gehören neben moderneren Titeln und „aufgepeppten“ klassischen Werken noch bekannte Hits aus dem Radio oder Kinderlieder. Gespielt werden alle Stücke in der „Holz-Version“.

Bereits seit mehr als 17 Jahren musizieren die drei Künstler nun zusammen. Kennengelernt haben sie sich in einer Musikschule in Recklinghausen . Geprobt wird in der Regel ein Mal in der Woche, um neue Sachen auszuprobieren. Auf Noten verzichtet die Gruppe komplett. „Wir spielen die Stücke nach Gehör nach und schauen, was in einem Lied drin sein muss, um noch erkannt zu werden. Ein individueller Stil darf aber auch nicht fehlen“, erklärte Markus Conrads. „Ich habe mit sechs Jahren mit der Blockflöte angefangen und einfach nicht wieder aufgehört“, erläuterte Reisige. Das Instrument werde „immer noch unterschätzt“.

Nach Walstedde hatte „Wildes Holz“ Titel aus dem aktuellen Album „Astrein“ mitgebracht. Allerdings waren auch ältere Stücke dabei. Den Anfang machte das Lied „Moretti Swing“, das die Gruppe selbst komponiert hatte. Dabei ließen sich die Drei von ihrer Zeit als Straßenmusiker in Italien beeinflussen. Es folgte „Pathetique“ von Ludwig van Beethoven . Die Besonderheit dabei war, dass Tobias Reisige mehrmals zwischen verschiedenen Blockflöten wechselte. Er hatte nämlich seine ganze Flöten-Sammlung mitgebracht. Es ging mit dem Stück mit dem spanischen Titel „Madera Salvaje“, was auf Deutsch so viel wie „Wildes Holz“ heißt, weiter – einer Eigenkomposition von Markus Conrads.

„Mozart 40“ war das nächste Lied, das aber eigentlich die „Badinerie“ von Bach sei. „Der Ursprung des Namens stammt aus einem Musik-Workshop an einer Schule. Dort hat ein Junge die Melodie des Stückes wiedererkannt. Allerdings nur, weil ein Klingelton für sein Handy so abgespeichert war“, erzählte Reisige. „Durch verschiedene Hits wie etwa ,Billie Jean’ oder ,Paradise City’ haben wir das Stück noch etwas aufgepeppt“, verriet der Blockflötist. Beim Titel „Snow“ kamen zwei ganz besondere Instrumente zum Einsatz: eine Mandoline als „Sopran-Kontrabass“ und eine große viereckige „Paetzold-Blockflöte“. Danach begeisterte das Trio mit ausgefallenen Tanzeinlagen bei dem Stück „I want you back“ von den „Jackson 5“.

Etwas ganz Außergewöhnliches war das nächste Lied. Reisige spielte alleine verschiedene Flötenstimmen auf ein Aufnahmegerät. Anschließend fügte er die verschiedenen Stimmen zu dem Hit „Viva la vida“ von Coldplay zusammen. Die Eigenkomposition „Raserei“ war der letzte Titel vor der Pause.

Danach ging es furios weiter: Eine Blockflötenversion von dem „20 Century Fox Intro“ eröffnete den zweiten Teil. Es folgten „Staying alive“ und das selbst geschriebene Stück „Astrein“, bei dem Reisige gleichzeitig auf zwei Blockflöten spielte. Ein weiteres Highlight war ein Lied von Deep Purple, bei dem der Blockflötist auf dem Rücken liegend musizierte. Als Zugabe gaben die Musiker die „Holz-Version“ von „Das Model“ von Kraftwerk, „Highway to Hell“ von AC/DC und „Pippi Langstrumpf“ zum Besten. Das Publikum belohnte den Auftritt mit „standing ovations“.

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