Kultursommer
Traumhafte Klänge vorm Schloss

Drensteinfurt -

Der Kultursommer hätte kaum schöner starten können. Matthias Bonitz hatte für das Klassikkonzert im Innenhof von Haus Steinfurt ein exquisites Programm zusammengestellt, das die Tages- und die vier Jahreszeiten in den Mittelpunkt stellte. Die vier Künstlerinnen sorgten für einen wahren Musikgenuss.

Sonntag, 23.08.2015, 23:08 Uhr

Als Meisterinnen erwiesen sich (v.li.): Farida Rustamova (Violine), Rebecca Blanz, Zoe Knoop (Harfe) und Franziska Rees (Cello). Matthias Bonitz hatte die künstlerische Leitung.
Als Meisterinnen erwiesen sich (v.li.): Farida Rustamova (Violine), Rebecca Blanz, Zoe Knoop (Harfe) und Franziska Rees (Cello). Matthias Bonitz hatte die künstlerische Leitung. Foto: -rb-

Der Suchtfaktor eines solchen Abends ist beträchtlich, vor der imposanten Kulisse des Hauses Steinfurt an einem ausklingenden Spätsommerabend vier junge Künstlerinnen mit einem klassischen musikalischen Repertoire zu erlenen.

Für den Auftakt des diesjährigen Kultursommers hatte Matthias Bonitz wieder ein exquisites Programm zusammengestellt, das die Tages- und die vier Jahreszeiten in seinen Mittelpunkt stellte. Als Ausführende hatte der künstlerische Leiter – Musiker, Lehrender und Komponist in einer Person – Studierende aus dem Karrierezentrum der Detmolder Hochschule für Musik gewonnen, die eindrucksvoll zeigten, warum sie dem Exzellenzzentrum ihrer Hochschule angehören.

Als Einstieg intonierten Farida Rustamova (Violine), Zoe Knoop (Harfe) und Franziska Rees (Cello) das „Chanson de Matin“ von Edward Elgar. Nach Camille Saint-Saens´ „Der Schwan“ war es mit der musikalischen Besinnlichkeit vorbei, denn bei Antonio Vivaldis „Der Sommer“ aus „Die vier Jahreszeiten“ ging es lautmalerisch zur Sache, wenn das unüberhörbare Summen der Fliegen und die Rufe von Kuckuck, Taube und Distelfink sowie die flirrende Hitze des Tages immer mehr vom zunächst noch fernen Grummeln und dann dem sich entladenen Gewitter überlagert wurde. In ihrer Moderation ließ Farida Rustamova die knapp 200 Besucher wissen, warum für sie Vivaldi einer der am meisten verehrten Komponisten ist. Mit den Klängen des Stücks „Invierno porteno“ von Astor Piazzolla im Ohr, das Bonitz in seinem Arrangement um eine Melodika erweitert hatte, gingen die Besucher in die Pause.

Im zweiten Teil wurde deutlich, warum der künstlerische Leiter den ganzen Konzertabend mit „Mondesaufgang“ überschrieben hatte. Darauf stimmten Edward Elgard mit „Chanson de Nuit“ und anschließend Claude Debussy mit „Beau soir“ ein. Bei Richard Strauss´ „Die Nacht“ und Gabriel Faurés „Claire de Lune“ zeigte auch Mezzosopranistin Rebecca Blanz, die passend zum abendlich-nächtlichen Thema ein langes Kleid mit taubenblauem Oberteil angelegt hatte, warum sie bereits heute eine gefragte Sängerin ihres Faches ist.

Auf die Probe gestellt wurde ihre stimmliche Bandbreite bei der Aufführung des von Bonitz nach einem Gedicht von Annette von Droste Hülshoff komponierten Werkes mit dem Titel „Mondesaufgang“. Der Komponist hatte seine musikalische Interpretation des Gedichtes der „Droste“, das zu den beeindruckendsten ihrer umfangreichen Oeuvres zählt, mit einem Gedicht des Dadadaisten Hans Arp, der neben seinem Wirken als bildender Künstler auch noch ein bedeutender Lyriker war, verwoben. „Es reizt mich, zwei Werke aus unterschiedlichen Epochen musikalisch aufzugreifen“, sagte der Komponist im Gespräch. Dabei handelt es sich um eine von der Annette von-Droste zu Hülshoff-Stiftung initiierten Auftragsarbeit, die bei den Droste-Tagen am 9. August uraufgeführt worden ist.

Matthias Bonitz dankte den Musikerinnen für die intensive Zusammenarbeit während der Probenarbeit und das zurückliegende Konzert für eine CD-Produktion. Mit „Siddhartha“ nach Hermann Hesses indischer Romanvorlage hatten die Künstlerinnen bereits im ersten Teil eine weitere Eigenkomposition Bonitz´ interpretiert.

Begrüßt worden waren die Freunde klassischer Musik von Bürgermeister Carsten Grawunder, die einen traumhaften Auftakt des Drensteinfurter Kultursommers 2015 erlebten.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3460786?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F127%2F4852369%2F4852374%2F
Transparent am Dom
Ein riesiges Transparent hatten Unbekannte passend zum Wochenmarkt am Dom-Gerüst befestigt.
Nachrichten-Ticker