Spanischschule
Feuer und Flamme auf beiden Seiten

Drensteinfurt -

Um ihre Schüler zusätzlich zu motivieren, hat sich die Drensteinfurter Spanischlehrerin Maria Soledad Berghoff den „companero virtual“ ausgedacht. Dabei nutzt sie die Kontakte in ihre ehemalige Heimat Argentinien und vermittelt E-Mail-Freundschaften zwischen Deutschland und Südamerika.

Mittwoch, 27.01.2016, 23:01 Uhr

So macht das Spanischlernen Spaß: Michaela Brand und Claudia Altgott mailen sich regelmäßig mit ihrem „companero virtual“ und werden dabei von ihrer Lehrerin Maria Soledad Berghoff unterstützt (v.li.).
So macht das Spanischlernen Spaß: Michaela Brand und Claudia Altgott mailen sich regelmäßig mit ihrem „companero virtual“ und werden dabei von ihrer Lehrerin Maria Soledad Berghoff unterstützt (v.li.). Foto: -jhag-

Eine einfache Idee mit großer Wirkung. Mit so viel Erfolg hat selbst Maria Soledad Berghoff nicht gerechnet. Die Leiterin der Drensteinfurter Spanisch-Sprachschule „Pasos“ ist ein Motivationstalent, wenn es darum geht, in ihren Schülern den Spaß am Erlernen der fremden Sprache zu wecken. Jetzt hat sie sich die Idee einer Brieffreundschaft mittels der modernen Medien zunutze gemacht und für ihre Schüler den „companero virtual“ „erfunden“.

Das Tolle an der Sache ist: Den virtuellen Begleiter gibt es tatsächlich! Die gebürtige Argentinierin hat ihre Familie, ihre Freunde und Bekannten in ihrer früheren Heimat angesprochen, ob sie sich vorstellen könnten, per E-Mail mit einem Deutschen zu korrespondieren – der allerdings erst ganz am Anfang stehe, was seine Spanischkenntnisse angeht. Die Muttersprachler seien sofort Feuer und Flamme gewesen, berichtet Maria Berghoff. Das Interesse der Argentinier an der deutschen Kultur sei groß und so haben sogleich 30 Personen aus ihrem südamerikanischen Umfeld zugesagt, „companero virtual“ werden zu wollen. Vom Richter, über Biologen und IT-ler bis hin zum Taxifahrer ist alles dabei.

Die Begeisterung auf der deutschen Seite war ähnlich groß. Fast jeder ihrer Schüler wollte einen E-Mail-Freund aus Südamerika. Die Spanischlehrerin hat die Paarungen dann zugeordnet und dabei auf ähnliche Interessen, Berufe oder Familiensituationen geachtet. Aber das wissen die deutschen Schüler nicht. Sie haben am Anfang bloß den Namen und die E-Mail-Adresse erhalten. Das war vor einem guten halben Jahr. Je nach Lektion und Lernstand schreiben sich die Schüler mit ihrem „companero virtual“. Mit der Zeit finden sie immer mehr über ihren neuen E-Mail-Freund heraus und lassen dabei die Themen der Unterrichtsstunden wie zum Beispiel Smalltalk, Städte, Familien einfließen. „Wir entdecken immer mehr Gemeinsamkeiten“, ist Spanischschülerin Michaela Brand begeistert. Zwei bis drei Mal wöchentlich hat sie Kontakt mit ihrem „companero virtual“ aus Buenos Aires. Fragen, die sich beim Mailen ergeben haben, oder auch lustige Geschichten bringen die Schüler mit in den Unterricht. So lernen alle anderen auch den argentinischen Alltag, sprachliche Redewendungen – eben das wahre Leben kennen. „Einen realen Gesprächspartner zu haben, macht das Schreiben so lebendig. Und die schnellen Antworten zeigen auch, unsere ,companero’ virtual interessieren sich für uns“, findet Spanischschülerin Claudia Altgott. Motiviert zu werden, braucht vorerst keiner. Ganz im Gegenteil, über einen Kontakt via Skype wird nachgedacht, und sogar die ersten Urlaubspläne in Argentinien stehen bereits im Raum…

Wer sich für das Spanischlernen mit einem „companero virtual“ interessiert: Am Dienstag, 2. Februar findet um 19 Uhr ein Infoabend in der Heilpraktikerschule Westfalen, Heessener Dorfstraße 28, in Hamm statt.

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