20 Jahre lang Bürgermeister
Trauer um Albert Leifert

Drensteinfurt -

Albert Leifert ist nach schwerer Krankheit am Mittwochmorgen in der Uni-Klinik in Münster verstorben. Er wurde 79 Jahre alt. Drensteinfurts langjähriger Bürgermeister (1979 bis 1999) hat die Stadt geprägt wie kaum ein anderer. 15 Jahre lang war Leifert CDU-Landtagsabgeordneter.

Mittwoch, 24.02.2016, 14:02 Uhr

Kaum einer hat die Geschicke der Stadt Drensteinfurt in den zurückliegenden Jahrzehnten so entscheidend mitbestimmt wie Albert Leifert – und die Stadt zu dem gemacht, was sie heute ist. Gestern Morgen ist Alt-Bürgermeister Albert Leifert nach schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren in der Uni-Klinik in Münster verstorben.

„Das hat mich sehr getroffen“, sagte ein tief berührter Werner Wiewel, der als Stadtdirektor und später als hauptamtlicher Bürgermeister eng mit Albert Leifert zusammengearbeitet hat. „Er war über 40 Jahre nicht nur ein politischer Freund. Wir hatten menschlich und fachlich ein tolles Verhältnis.“

„Albert Leifert war eine der großen Persönlichkeiten unserer Stadt, seine Verdienste sind auch heute noch allgegenwärtig“, äußerte Bürgermeister Carsten Grawunder tiefes Bedauern über den Tod eines seiner Amtsvorgänger. „Auch als Landtagsabgeordneter in Düsseldorf hat er sich immer für die Belange der Stadt Drensteinfurt stark gemacht. Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Familie.“

„Mit dem Tod von Albert Leifert verliert Drensteinfurt eine außergewöhnliche Persönlichkeit und ich einen Freund und ein politisches Vorbild. Wir alle verlieren mit Albert Leifert einen Demokraten für Freiheit und Sicherheit, für christliche Menschlichkeit, einen Parteifreund und Mitstreiter zum Wohle unserer Mitmenschen“, drückte auch CDU-Fraktionschef Heinz Töns seine Betroffenheit aus.

Nach dem Abitur studierte Albert Leifert zunächst in Münster Chemie und Volkswirtschaft. Doch nach dem Tod seines Bruders zog er nach Drensteinfurt, wo sein Vater den Amtshof gepachtet hatte, und wurde 1965 Landwirt. Bis 1992 führte er den Hof, war aber schon lange Jahre für die CDU politisch (seit 1961) in erster Reihe aktiv. 1979 war er zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt worden. Diesen Posten sollte er bis 1999 inne haben. Seit 1985 war er bereits Landtagsabgeordneter (bis 2000).

1992 wurde Leifert erstmals zum Präsidenten des nordrhein-westfälischen Städte- und Gemeindebundes gewählt, an dessen Spitze er bis zum Jahr 2002 fast neun Jahre lang stand.

Am 6. Januar 2002 wurde Albert Leifert der Ehrenring der Stadt Drensteinfurt verliehen. „Er ist ein Politiker mit Leib und Seele, ein Politiker mit geschultem Auge für das Wohl und Wehe unserer Stadt, ein Politiker mit leidenschaftlichen und anspruchsvollen Zielvorstellungen, ein Mensch, dem man sich gerne freundschaftlich verbunden fühlt“, sagte Werner Wiewel damals als Bürgermeister in seiner Laudatio.

Anlässlich seines 75. Geburtstags vor rund viereinhalb Jahren auf seinen größten politischen Erfolg angesprochen, sagte Leifert: „Die Realisierung der Umgehungsstraße im Jahr 1988.“ Und prägte dabei ein schönes Zitat: „Wenn heute noch alle Lkw und Autos durch die Stadt fahren würden, würden im Alten Brauhaus noch die Tassen hüpfen.“ Die Umgehung hat er stets als Meilenstein der Entwicklung Drensteinfurts angesehen.

Außerdem blickte er nicht ohne Stolz darauf zurück, gemeinsam mit Werner Wiewel die Schul- und Kindergartenlandschaft entscheidend weiterentwickelt zu haben. Gelder für den Bau der Realschule hatte er selbst noch in Düsseldorf lockergemacht.

30 Jahre lang war Albert Leifert Ratsmitglied. 2002 gab er sein letztes politisches Amt ab und genoss fortan den Ruhestand, ohne sich ganz zurückzuziehen. Immer wieder war sein politischer Rat in der CDU gefragt. Als Mitglied des Kirchenvorstandes hat er für die Renovierung der Regina-Kirche gekämpft.

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