Kabarett mit Simone Fleck
„Männer aus mütterlicher Käfighaltung“

Drensteinfurt -

„Oma Wally“ und die „lispelnde Susi“ waren zwei Charaktere, mit deren Hilfe Simone Fleck ihre Publikum am Sonntagabend prächtig unterhielt. Die Kabarettistin war anlässlich des internationalen Frauentages mit ihrem Programm „Mach’ mir den Prinz“ nach Drensteinfurt gekommen.

Montag, 14.03.2016, 23:03 Uhr

Simone Fleck sorgte dafür, dass kein Auge trocken blieb.
Simone Fleck sorgte dafür, dass kein Auge trocken blieb. Foto: -anf-

Den großen Hut auf dem Kopf, den Krückstock in der Hand und im Mund die dritten Zähne: So ist „Oma Wally“. Keck, frech und immer herrlich ehrlich, so kennt man, oder besser gesagt „frau“, sie. Unter anderem in der grandiosen Rolle der „Oma Wally“ brillierte Kabarettistin Simone Fleck am Sonntagabend in der Realschule.

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März fand auch in diesem Jahr wieder ein Kabarettabend der Extraklasse statt. Mit ihrem Programm „Mach’ mir den Prinz“ brachte sie gnadenlos den Alltag auf die Bühne. Sie setzt in Szene, was so viele täglich erleben.

Doch nicht nur „Oma Wally“, alle Lieblingscharaktere waren mit von der Partie. Zum Beispiel auch die lispelnde Susi. Und so blieb in der Realschule kein Auge trocken. Jede Frau, und auch die paar Männer im Publikum, krümmten sich vor Lachen. Es ging um Depressionen und Therapien, um das „Negative-Futurismus-Symptom“, um die Rente und die lieben Nachbarn. Vor allem „Oma Wally“, die „ Johanna Heesters des Kabaretts“, wie Simone Fleck sich selbst nennt, begeisterte das Publikum mit Geschichten aus dem Seniorenheim „Turne in die Urne“. Es gab Witze über Männer und deren Verhältnis zum Kochen. Und auch den einen oder anderen guten Ratschlag: „Ein Ehemann in Salzsäure ist ein gelöstes Problem.“

Geldprobleme, Schönheitsoperationen und aktuelle TV-Serien mit „Männern aus mütterlicher Käfighaltung“ – die Kabarettistin ließ kein Thema aus. Und auch das Publikum blieb von ihrer frechen Art nicht verschont. So mancher Gast musste Sprüche über sich ergehen lassen.

Die lispelnde Susi erklärte, wie gut Gymnastik und gesunde Ernährung für den Körper sind und dass „Zucker an allem Schuld ist“. Kleine Sprachfehler und falsche Grammatik zeichnen den Charakter aus, den die pinke Susi verkörpert. Auch sie redete vom Altern und von „Cellulite, dem Hagelschaden, den keine Versicherung zahlt“.

Auch das jüngere Publikum wurde direkt angesprochen. Zum Kleidungsstil so einiger junger Damen im Jahr 2016 wusste Simone Fleck nur zu sagen: „Schwarze Leggins machen aus einem Elefantenfuß auch keinen Rehhuf“.

In flottem und vor allem perfekt inszeniertem Wechsel wurden Simone Flecks Charaktere auf der Bühne lebendig. Und das ohne Bühnenbild, nur mit Tisch und Stuhl und ein paar einfachen Requisiten. Mehr braucht es nicht, Simone Fleck funktioniert auch ganz alleine. Bissig, frech und manchmal rabenschwarz krachten die Witze schneller hintereinander in den Saal, als so mancher Lachmuskel verkraften konnte. Pfiffige und kluge Sprüche und ein Lachen, das wohl keiner so schnell vergisst – der Abend war eine echte „Humortherapie“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3868292?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F127%2F4852356%2F4852366%2F
Nachrichten-Ticker