Claudia Schemmelmann engagiert sich
Talente herauskitzeln

Drensteinfurt -

Engagiert ist Claudia Schemmelmann bei der Sache. An der Christ-König-Schule ist sie für die Berufsorientierung zuständig. Vor acht Jahren richtete die Hauptschule das BOB – das Berufsorientierungsbüro als zentrale Anlaufstelle für Jugendliche, deren Schulende in Sicht ist – ein, das sie seither leitet.

Donnerstag, 24.03.2016, 23:03 Uhr

Claudia Schemmelmann ist mit viel Herzblut bei der Sache, wenn es darum geht, die Schüler möglichst gut auf das Berufsleben vorzubereiten.
Claudia Schemmelmann ist mit viel Herzblut bei der Sache, wenn es darum geht, die Schüler möglichst gut auf das Berufsleben vorzubereiten. Foto: -jhag-

Sie wollen am liebsten chillen, träumen vor sich hin und haben keine Ahnung, was sie nach der Schule machen können. Die Neunt- und Zehntklässler der Christ-König-Schule sind ganz normale Teenager. In dem Alter haben die wenigsten eine Ahnung, wie ihre berufliche Zukunft mal aussehen soll – ganz zu schweigen von einem konkreten Plan.

Damit die Jugendlichen in dieser diffusen Entwicklungsphase nicht auf der Strecke bleiben, bekommen sie Unterstützung. Sehr engagiert und mit Herzblut bei der Sache ist Claudia Schemmelmann . Sie ist an der Christ-König-Schule für die Berufsorientierung zuständig. Ursprünglich war sie als Sekretärin in der Schulverwaltung tätig. Vor nunmehr acht Jahren richtete die Hauptschule aber das BOB ein – das Berufsorientierungsbüro als zentrale Anlaufstelle für Jugendliche, deren Schulende in Sicht ist. Doch jemand musste die Schüler begleiten, ihnen die Möglichkeiten der Computerarbeitsplätze erklären, Praktikumsplätze vermitteln und beim Formulieren der Bewerbungen helfen. Claudia Schemmelmann war für die damalige Schulleiterin Martina Hosbach die ideale Besetzung. Sie beherrschte den Rechner, und sie war in Drensteinfurt gut vernetzt. Gute Voraussetzungen also, die Hauptschüler fit für den Umgang mit dem Computer zu machen und sich für ihre Lobby bei Arbeitgebern vor Ort einzusetzen.

„Die Arbeit im BOB ist aber noch viel mehr“, weiß sie heute. Jeder Jugendliche wird individuell unterstützt und gemäß seiner Vorlieben und Fähigkeiten gefördert. „Ich stehe im ständigen Austausch mit den Lehrern“, erklärt Claudia Schemmelmann. So sind alle bemüht, den Jugendlichen dabei zu helfen, eine Identität zu entwickeln, damit sich für den Weg nach der Schule Perspektiven eröffnen. Wenig hilfreich seien meist die Eltern. Die kämen mit Äußerungen wie „Du brauchst dir die Finger nicht dreckig zu machen“. Sie bremsten ihre Kinder von vornherein aus, ließen sie nichts ausprobieren. „Auf diese Weise lassen sich natürlich keine Talente herauskitzeln“, bedauert Schemmelmann. Dabei eröffneten sich beispielsweise in einem freiwilligen Praktikum ganz neue Welten. Die Jugendlichen kämen aus ihrem Trott heraus, könnten sich reinfühlen in die Arbeitswelt und nachfühlen, ob es das Passende wäre.

Claudia Schemmelmann kann mehrere Konzepte anbieten, die den Jugendlichen Berufsorientierung geben und fester Bestandteil im Schuljahr sind. Praktika gehören dazu, der „Traumberufetag“, „Girls- und Boysday“. Darüber hinaus organisiert sie Bewerbungs-Camps, Besuche bei Job-Messen, Schnuppertage bei Kooperationspartnern.

Die Jugendlichen sollen über den Tellerrand schauen. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Berufen. Da habe sich in den vergangenen Jahren unheimlich viel getan. Neben der Ausbildung bestehe ja außerdem noch die Möglichkeit, weiter zur Schule zu gehen. Auch dabei gibt es wiederum unterschiedliche Bildungswege. „Meine Aufgabe ist es, gemeinsam mit Martina Sobbe von der Agentur für Arbeit, den Schülern Tipps zu geben, was für sie in Frage kommen könnte. Unsere Hauptschüler sind der Fachkräftenachwuchs“, ist Claudia Schemmelmann überzeugt. Und bislang habe sie überwiegend positive Rückmeldung von Unternehmen bekommen, die mit den Christ-König-Schulabgängern zufrieden waren.

Außerdem weiß keiner besser, dass man manchmal über Umwege zum Ziel kommt, als Claudia Schemmelmann. Sie selbst zäume nämlich das Pferd von hinten auf, lacht sie. Bereits einige Jahre als Leiterin des BOB engagiert, beschloss sie, die ganze Sache von der wissenschaftlichen Seite zu betrachten. Sie studiert Bildungswissenschaften und macht im kommenden Jahr ihren Abschluss. „Vieles sehe ich nun klarer. Gerade Aspekte der Bildungspsychologie wecken Verständnis für bestimmtes Verhalten der Jugendlichen.“ Sie erlebt zur Theorie im Studium immer donnerstags im BOB die Praxis im Arbeitsalltag.

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