Stadt stellt Krötenzäune auf
Frühlingszeit – Amphibienzeit

Drensteinfurt -

Mit den langsam steigenden Temperaturen erwachen auch die Amphibien zu neuem Leben. Um vor allem Kröten auf ihren teilweise gefährlichen Laichwegen zu schützen, hat die Stadt in diesen Tagen mit dem Aufstellen von Fangzäunen begonnen. Wer möchte, kann bei den täglichen Kontrolle mithelfen.

Donnerstag, 31.03.2016, 23:03 Uhr

Für zahlreiche Amphibien – wie für diesen Teichfrosch – beginnt die Laichsaison. Zum Schutz für die Tiere, die zu ihren Laichgewässern lange Wege zurücklegen müssen, werden in diesen Tagen Schutzzäune aufgestellt.
Für zahlreiche Amphibien – wie für diesen Teichfrosch – beginnt die Laichsaison. Zum Schutz für die Tiere, die zu ihren Laichgewässern lange Wege zurücklegen müssen, werden in diesen Tagen Schutzzäune aufgestellt. Foto: Dietmar Jeschke

Der Frühling kommt. So empfinden es offensichtlich die ersten Erd-kröten, die sich in diesen Tagen auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen. Wenn das Thermometer am späten Abend noch mindestens zehn Grad Celsius anzeigt und das Wetter nicht allzu trocken ist, beginnen die zwischen fünf und acht Zentimeter großen Amphibien ihre jährliche Wanderschaft. „Das Jahr hindurch leben sie in feuchten Laubwäldern oder Wiesen. Nur für die Fortpflanzung suchen sie diejenigen Seen oder Tümpel auf, in denen sie vier Jahre zuvor – so lange dauert es bis zur Geschlechtsreife – geschlüpft sind“, teilt der städtische Umweltbeauftragte Hans-Ulrich Herding mit.

In den Gewässern legen die Tiere ihren Laich in Form langer Schnüre mit Hunderten von Eiern ab, aus denen dann die Kaulquappen schlüpfen, die sich später in kleine Kröten verwandeln.

Auf ihren Wanderungen müssen die Tiere manchmal vielbefahrene Straßen überqueren, was zu einem echten Problem werden kann. „Angesichts ihrer geringen Wandergeschwindigkeit dauert es so lange, dass viele von ihnen überfahren werden“, so Herding. An Stellen, an denen alljährlich viele Kröten eine Straße überqueren, werden daher seit vielen Jahren von Städten, Straßenmeistereien oder Naturschutzinitiativen Fangzäune eingerichtet, die den Kröten den Zugang zur Straße versperren. „Die am Zaun entlang wandernden Tiere fallen irgendwann in die höhengleich eingegrabenen Eimer und von dort werden sie von freiwilligen Helfern über die Straße gebracht“, erklärt der Umweltbeauftragte.

Derzeit werden auch im Drensteinfurter Stadtgebiet die Zäune montiert. So etwa am Kerkpatt in Walstedde oder auch an der alten Bundesstraße 58 unmittelbar an der Spedition Röwekamp in der Bauerschaft Eickenbeck. Die frühmorgendliche Kontrolle leisten Freiwillige aus allen Ortsteilen.

„Im Vorjahr konnten wir rund 1400 Tiere übersetzen“, erzählt Hans-Ulrich Herding. „Nach einer besonders warmen und regnerischen Nacht in Vorjahr waren am Mor-gen danach mehr als 250 Kröten in den Fangeimern – der bisherige Rekord.“

Auch in diesem Jahr bietet die Verwaltung allen Eltern, die ihren Kindern Erdkröten zeigen und mit ihnen gemeinsam eine Naturschutzaktion erleben möchten, an, die morgendliche Kontrolle und das Übersetzen der Tiere für einen Tag – oder auch länger – zu übernehmen. „Kinder finden Kröten toll“, berichtet Herding aus den Erfahrungen der Vorjahre. Allerdings ist eine telefonische Einweisung und Absprache erforderlich. Außerdem dürfen sich Kinder wegen der Gefahren des Straßenverkehrs auch nur in Begleitung Erwachsener auf den befahrenen Wirtschaftswegen bewegen. Bis Mitte April wird die Wanderung der Erdkröten andauern.

► Wer sich an der Sammelaktion beteiligen möchte, der kann sich unter ✆ 0 25 08 / 99 51 14 im Umweltamt melden.

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