Einrichtung wird privatisiert
Eine Schule weniger

Drensteinfurt -

Die Schule für Kranke am Haus Walstedde erhält einen neuen organisatorischen Rahmen. Dazu soll die Einrichtung künftig nicht mehr unter städtischer Regie stehen, sondern als Privatschule weitergeführt werden.

Donnerstag, 02.06.2016, 08:06 Uhr

Neue Leitung: Die seit einiger Zeit im Obergeschoss des Sparkassen-Neubaus untergebrachte „Schule am Haus Walstedde“ soll privatisiert werden. Das neue Führungsduo steht bereits fest: Heike Flockert (li.) und Marei Wedemeyer übernehmen die Verantwortung.
Neue Leitung: Die seit einiger Zeit im Obergeschoss des Sparkassen-Neubaus untergebrachte „Schule am Haus Walstedde“ soll privatisiert werden. Das neue Führungsduo steht bereits fest: Heike Flockert (li.) und Marei Wedemeyer übernehmen die Verantwortung. Foto: Jeschke

Die Stadt wird um eine Schule „ärmer“. Zumindest formell. Denn die erst vor einigen Jahren am Haus Walstedde gegründete Schule für Kranke soll privatisiert und damit aus städtischer Trägerschaft entlassen werden. Dies bestätigte Stefan Kamp , Zentrumsmanager im Gesundheitszentrum Haus Walstedde, auf WN-Anfrage.

Grund für die organisatorische Neuordnung, so Kamp, sei die Tatsache, dass das Gesundheitszentrum zwar bislang der Kostenträger der Schule ist, ohne dabei jedoch auf die inhaltliche Gestaltung des Schullebens – wie etwa die Personalauswahl, die Raumausstattung und die Unterrichtsgestaltung – Einfluss nehmen zu können. Genau das jedoch sei – unter Beachtung aller gesetzlichen Maßgaben – eine Maxime, die für diese besondere Schule erforderlich ist, so Kamp. Deshalb sei man nach intensiver Planung zu dem Ergebnis gekommen, die Schule in eigener Trägerschaft übernehmen zu wollen.

Und das soll nun mit Beginn des neuen Schuljahres unter neuer Führung und mit neuem Personal geschehen. Wie Stefan Kamp bestätigte, werden Heike Flockert und Marei Wedemeyer von der Münsterlandschule – einer LWL-Förderschule mit dem Schwerpunkt Hören und Kommunikation in Münster – als Doppelspitze die Leitung des insgesamt sechsköpfigen Kollegiums übernehmen. Das bisherige Personal wird die Walstedder Einrichtung – bis auf eine Lehrkraft – auf eigenen Wunsch verlassen, erklärte Kamp.

Organisatorisch, so der Zentrumsmanager, gehe es nun nur noch um das „Feintuning“. Die Bezirksregierung habe bereits festgestellt, dass die erforderlichen Bedingungen zur Privatisierung erfüllt sind.

Seit November 2011 werden an der Schule für Kranke Kinder zwischen sieben und 18 Jahren aus allen Schulformen unterrichtet, die mindestens vier Wochen die Klinik oder Tagesklinik des Hauses Walstedde besuchen und dort etwa wegen psychotischer Erkrankungen, bipolarer Störungen, Angststörungen, ADHS oder Zwangsstörungen behandelt werden. Aktuell zählt die Schule 32 Schüler – mit der Option, noch weitere aufnehmen zu können.

Hauptziel der Schule ist es, die Lernrückstände der jungen Patienten, deren Verweildauer in der Klinik bis zu einem Jahr dauern kann, weitestmöglich zu reduzieren. Dabei konzentriert sich das Team, das aus Pädagogen, Sonderpädagogen und einer Verwaltungskraft besteht, hauptsächlich auf die Hauptfächer Mathe, Deutsch und Englisch. Beschult werden die Kinder vornehmlich in Einzelunterricht. Daneben gibt es aber auch Kernunterrichtszeiten für die Gruppe sowie verschiedene Gemeinschaftsprojekte, die die soziale Kompetenz der Kinder und Jugendlichen fördern sollen.

Um sich individuell auf die Schüler einstellen zu können, stehen die Pädagogen der Klinikschule in ständigem Austausch und Kontakt mit den Heimatschulen sowie mit den Ärzten des Hauses Walstedde. Die Teilnahme an Visiten etwa gehört zum festen Tagesprogramm der Pädagogen.

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